Kostenunterschied erreicht Rekord-Hoch: Benziner tanken mehr als drei Mal so teuer wie Elektroautos
Stand: 14.04.2026
Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox
Heidelberg – Die aktuelle Explosion der Spritpreise macht Elektroautos immer attraktiver, denn ihre Verbrauchskosten sind im Vergleich zu Verbrennern niedriger als je zuvor. Wer ein E-Auto der Mittel- oder Oberklasse zu Hause auflädt, hatte im März 2026 rund 67 Prozent niedrigere Antriebskosten als mit einem Benziner und rund 53 Prozent niedrigere als mit einem Dieselfahrzeug. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Vergleichsportals Verivox.
Benzinkosten drei Mal höher als Stromkosten
Im März 2026 lag der durchschnittliche Haushalts-Strompreis bei 31,24 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Ein Elektroauto der Mittel-/Oberklasse mit einem Durchschnittsverbrauch von 16,9 kWh verursachte somit bei einer monatlichen Fahrleistung von 1.000 km Stromkosten von rund 53 Euro.
Bei einem Benziner aus der Mittel-/Oberklasse kostete die gleiche Fahrleistung im März 2026 rund 160 Euro und bei einem Diesel rund 113 Euro. Damit war das Fahren mit einem Elektroauto im März 2026 im Durchschnitt 67 Prozent günstiger als bei einem Verbrenner mit E10 im Tank und 53 Prozent günstiger als mit einem Diesel.
Ein Liter Diesel war im März mit durchschnittlich 2,16 Euro zwar teurer als ein Liter Benzin E10 (2,02 Euro), der Durchschnittsverbrauch auf 100 km ist mit 5,2 Litern jedoch deutlich niedriger als bei einem Benziner mit 7,9 Litern.
Preisvorteil ist höher als bei Ausbruch des Ukraine-Kriegs
Einen ähnlich starken Abstand zwischen den Antriebskosten von E-Autos und Verbrennern gab es zuletzt im März 2022 – kurz nach Beginn des Krieges in der Ukraine. Damals lagen die Kosten für 1.000 km mit dem E-Auto bei durchschnittlich 63 Euro, beim Benziner waren es 164 Euro und beim Diesel 111 Euro.
"Die große Differenz der Antriebskosten zwischen E-Autos und Verbrennern wird sich im April 2026 aller Voraussicht nach noch weiter verstärken. Denn die Spritpreise sind im laufenden Monat noch stärker gestiegen, die Strompreise würden hingegen erst bei längerer Dauer des Konflikts im Nahen Osten nachziehen", sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox.
Aufladung an der Wallbox deutlich günstiger als an Ladesäulen
Um den vollen Preisvorteil bei den Antriebskosten auszuschöpfen, ist jedoch eine heimische Wallbox notwendig. Ein Vergleich der Strompreise zeigt: Das Laden mit Haushaltsstrom an der Wallbox (31,24 Cent/kWh) ist deutlich günstiger als das Laden an öffentlichen Ladesäulen (52 Cent/kWh bei Normalladung bzw. 60 Cent/kWh bei Schnellladung). Das Laden unterwegs ist somit 66 Prozent (Normalladung) bzw. 92 Prozent (Schnellladung) teurer als zu Hause.
Im Vergleich zu Benzin und Diesel ist das Aufladen aber selbst an teuren Ladesäulen günstiger als die Fahrt mit einem Verbrenner. So verursachte die Normalladung an einer Ladesäule im März 2025 Stromkosten von 88 Euro für 1.000 km, per Schnellladung waren es 101 Euro. Damit war selbst die teure Schnellladung 37 Prozent günstiger als Benzin und 10 Prozent günstiger als Diesel.
"E-Autos lohnen sich vor allem für Haushalte, die das Auto zu Hause günstig aufladen können. Wer zusätzlich zu einer eigenen Wallbox noch eine Photovoltaikanlage mit Heimspeicher hat, kann mit einem guten Energiemanagementsystem die Antriebskosten des E-Autos noch weiter senken", sagt Thorsten Storck.
Methodik
Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis wurde von Verivox erhoben. Die durchschnittlichen Benzin- und Dieselpreise stammen vom ADAC.
Laut einer Umfrage des Energieversorgers Eon im Jahr 2025 laden 71 Prozent der Besitzerinnen und Besitzer von Elektroautos in der Regel zu Hause auf. Daher ist für einen Kostenvergleich der durchschnittliche Strompreis für Haushalte (31,24 Cent/kWh im März 2026) ausschlaggebend. An öffentlichen Ladesäulen können je nach Anbieter und Aufladungsart aber auch deutlich höhere Kosten entstehen. Der Ökostromanbieter Lichtblick hat die Durchschnittspreise für Ladesäulen im Juni 2025 erhoben.
Die Verbrauchswerte der unterschiedlichen Antriebsarten wurden dem Energiekostenvergleich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie entnommen. Sie beruhen auf der Auswertung der jeweils drei meistverkauften Fahrzeugmodelle in den Segmenten Kleinwagen/Kompaktklasse und Mittel-/Oberklasse und der jeweiligen benötigten Antriebsenergie nach Worldwide harmonised Light vehicle Test Procedure (WLTP).