Große regionale Unterschiede beim Stromanbieterwechsel: Spitzenreiter Rheinland-Pfalz, Bremen Schlusslicht
Stand: 03.02.2026
Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox
Heidelberg. Beim Wechselverhalten der deutschen Stromkunden zeigen sich erhebliche regionale Unterschiede. Während Verbraucher in Rheinland-Pfalz 30 Prozent häufiger den Stromanbieter wechseln als der Bundesdurchschnitt, wird in Bremen weniger als halb so oft gewechselt. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Stromanbieterwechsel im Jahr 2025 über das Vergleichsportal Verivox.
Wechsel aus der Grundversorgung spart überall Hunderte Euro
Verivox hat neben der Wechselhäufigkeit auch das Sparpotenzial für einen Drei-Personenhaushalt mit einem Stromverbrauch von 4.000 Kilowattstunden in der örtlichen Grundversorgung im Jahr 2025 ermittelt. Demnach konnten Haushalte je nach Bundesland zwischen 397 Euro (Bremen) und 882 Euro (Thüringen) durch einen Wechsel in einen günstigen Tarif sparen.
Wechselhäufigkeit und Sparpotenzial hängen aber nur bedingt zusammen: Während in Bremen entsprechend des niedrigen Sparpotenzials am seltensten gewechselt wurde (Wechselindex 45), liegt die Wechselquote in Thüringen trotz des höchsten Sparpotenzials nur leicht über dem bundesweiten Durchschnitt (Wechselindex 103). In Rheinland-Pfalz, wo der Wechselindex mit 130 Punkten am höchsten liegt, ist auch die Wechselersparnis von 719 Euro überdurchschnittlich hoch.
"Die Wechselhäufigkeit hängt neben rein wirtschaftlichen Anreizen auch von Faktoren wie Haushaltsgröße, Eigentümerquote, Informationsstand und regionalen Mentalitäten ab", sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox.
In diesen Bundesländern wechseln Verbraucher trotz hohem Sparpotenzial selten
In einigen Bundesländern ist die Wechselquote gering, obwohl das Sparpotenzial vergleichsweise hoch ist: So konnten Haushalte in Berlin durch einen Wechsel in einen günstigeren Tarif im letzten Jahr rund 777 Euro sparen – das sind rund 12 Prozent mehr als im Bundesschnitt. Dennoch liegt der Wechselindex mit 77 deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt von 100. Deutlich wird das ungenutzte Sparpotenzial auch in Hamburg: Hier waren Einsparungen von 763 Euro möglich, doch der Wechselindex liegt bei nur 89.
Die Daten zeigen zudem auch ein Ost-West-Gefälle: Während die alten Bundesländer einen Wechselindex von 101 aufweisen, liegt dieser in den neuen Bundesländern bei nur 93 – obwohl die Einsparungen dort sogar etwas höher liegen.
"Noch immer verschwenden Verbraucher Hunderte Euro im Jahr, weil sie in zu teuren Verträgen stecken und nicht den Stromanbieter wechseln. Dabei ist ein Wechsel in wenigen Minuten erledigt und niemand muss befürchten, im Dunkeln zu stehen. Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung ist gesetzlich garantiert", so Storck.
Fast ein Viertel der Haushalte sind im teuersten Stromtarif
Laut dem Monitoringbericht der Bundesnetzagentur beziehen 22 Prozent der Haushalte Strom zu den Bedingungen der Grundversorgung vom örtlichen Anbieter. 38 Prozent beziehen einen Laufzeittarif des örtlichen Grundversorgers und 40 Prozent werden von einem überregionalen Anbieter versorgt.
Ein einzelner Haushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 4.000 Kilowattstunden (kWh) konnte im Jahr 2025 durch den Wechsel von der Grundversorgung zum günstigsten verfügbaren Stromtarif mit Preisgarantie durchschnittlich 693 Euro pro Jahr einsparen.
Methodik
Die Auswertung berücksichtigt die bei Verivox abgeschlossenen Stromverträge im Jahr 2025. Um die Häufigkeit der Anbieterwechsel abzubilden, wurde ein Index erstellt, bei dem der Bundesdurchschnitt 100 Punkten entspricht. Regionen mit Werten unter 100 wechseln seltener den Anbieter als im bundesweiten Durchschnitt.