Erneuerbare decken Hälfte des Strombedarfs 2020

30.07.2020 | 10:54

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Laut Umweltbundesamt lag der Anteil der erneuerbaren Energien im deutschen Strommix im ersten Halbjahr 2020 erstmals bei etwa 50 Prozent. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 stieg ihr Anteil um sechs Prozentpunkte. Der Grund ist der gesunkene Strombedarf im Zuge der Corona-Krise.

Laut Berechnungen des BDEW wurde im ersten Halbjahr 2020 5,7 Prozent weniger Strom verbraucht als im Vorjahr. Der Rückgang sei vor allem auf die schwache Wirtschaftslage und den damit verbundenen geringeren Strombedarf in der Industrie zurückzuführen.

Windenergie mit größtem Beitrag

Den größten Anteil bei den erneuerbaren Energien hat die Stromerzeugung aus Wind. Sie war in den ersten sechs Monaten des Jahres mit deutlichem Abstand noch vor Kohle, Erdgas und Kernenergie der wichtigste Energieträger im deutschen Strommix. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Stromerzeugung aus Wind um etwa zehn Prozent auf über 73 Milliarden Kilowattstunden. Die Windenergie steuerte so über die Hälfte des erneuerbaren Stroms bei.

Solarstrom profitiert von sonnigem Frühling

Aus Photovoltaik wurden im ersten Halbjahr rund 28 Milliarden Kilowattstunden (+ 3 Milliarden Kilowattstunden) gewonnen. Der Anstieg ist auf den kräftigen Zubau neuer PV-Anlagen im Vorjahr sowie auf das anhaltend sonnige Wetter besonders in den Monaten April und Mai zurückzuführen. Die installierte Leistung der Photovoltaikanlagen stieg im ersten Halbjahr 2020 in einer ähnlichen Größenordnung wie im Vorjahr um 2.245 Megawatt. Insgesamt liegt die Summe der Leistung der installierten Photovoltaikanlagen nun bei über 51.000 Megawatt.

Andere Erzeugungsarten stagnieren

Aus Biomasse und biogenem Abfall wurde im ersten Halbjahr 2020 eine Strommenge von fast 26 Milliarden Kilowattstunden erzeugt. Aus Wasserkraft wurde mit 11 Milliarden Kilowattstunden in etwa so viel Strom erzeugt wie im Vorjahr. Die Geothermie trägt mit etwa 0,1 Milliarden Kilowattstunden weiterhin nur marginal zur Stromversorgung bei.