Erneuerbare decken 48 Prozent des deutschen Strombedarfs

25.09.2020 | 11:58

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Berlin - In den ersten drei Quartalen des Jahres haben erneuerbare Energien knapp 48 Prozent des Stromverbrauches in Deutschland abgedeckt. Das waren fünf Prozentpunkte mehr als im Vorjahreszeitraum, wie aus Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hervorgeht.

Viel Sonne und viel Wind

Zu verdanken sei dieser Anstieg unter anderem den günstigen Wetterverhältnissen, etwa einem windreichen ersten Quartal und vielen Sonnenstunden, hieß es. Etwa die Hälfte der Steigerung komme aber auch daher, dass der Stromverbrauch in den ersten drei Quartalen - die noch bis Ende September gehen - als Folge der Corona-Pandemie um knapp fünf Prozent gesunken sei. Zeitweise war die Wirtschaft in der Corona-Krise stark heruntergefahren.

E-Autos werden Strombedarf erhöhen

2030 soll der Ökostrom-Anteil bei 65 Prozent liegen. Bis dahin sei es noch ein weiter Weg, sagte BDEW-Chefin Kerstin Andreae. Dafür müsse die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, die das Bundeskabinett gerade verabschiedet hat, an einigen Stellen nachgeschärft werden. Das Bundeswirtschaftsministerium rechne etwa mit einem kaum veränderten Stromverbrauch im Jahr 2030. «Das ist jedoch nicht realistisch, wenn wir von bis dahin 10 Millionen Elektrofahrzeugen und einem steigenden Strombedarf in Wärmemarkt und Industrie ausgehen.»

ZSW-Vorstandsmitglied Frithjof Staiß mahnte, die Zahlen dürften nicht darüber hinwegtäuschen, «dass noch sehr viel Arbeit vor uns liegt». Der Ausbau der Erneuerbaren Energien muss künftig deutlich schneller gehen, nicht nur in Deutschland, sondern europaweit.

Insgesamt wurden den Angaben zufolge in den ersten drei Quartalen gut 192 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom aus Sonne, Wind und anderen regenerativen Quellen erzeugt, 2019 waren es im gleichen Zeitraum 181,9 Milliarden. Den größten Anteil lieferten mit 76 Milliarden kWh Windräder an Land, gefolgt von knapp 46 Milliarden kWh aus Photovoltaik.