CO2-Preis effektiver als direkte Förderung erneuerbarer Energien

16.09.2020 | 09:44

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Sollte die Energiewende besser durch die finanzielle Förderung erneuerbarer Energien oder durch einen Preis für die Emission von CO2 vorangetrieben werden. Ein Forschertrio aus Deutschland und der Schweiz raten zur Bepreisung von CO2, denn die direkte Förderung senke die Marktpreise für Energie. Dadurch gefährden die subventionierten erneuerbaren Energien den wirtschaftlichen Betrieb ihrer eigenen Speicher.

Vor allem Pumpspeicher leiden

Um die Auswirkungen von finanziell geförderten erneuerbaren Energien im Gesamtgefüge darzustellen, hat das Forschertrio in der Forschungsarbeit „Subventionierung Erneuerbarer Energien oder CO2-Bepreisung? Auswirkungen auf Energiespeicher“ konkret die Ertragskraft der Energiespeicher für den deutsch-österreichischen Markt analysiert. Mit Hilfe eines statistischen Modells zeigen die Wissenschaftler: Die operativen Profite der österreichischen Pumpspeicherkraftwerke, die die benötigten Pufferkapazitäten für das Energiesystem bieten, sind durch den sogenannten „Merit-Order-Effekt“ im Zeitraum von 2015 bis 2018 um bis zu 25 Prozent gesunken. Die subventionierten erneuerbaren Energien senken den Großhandelspreis für Strom insgesamt und senken damit die Rentabilität der Stromspeicher.

CO2-Preis wirkt besser

Einen effizienteren Lösungsansatz sehen die Wissenschaftler in einer CO2-Bepreisung anstelle einer direkten Subventionierung erneuerbarer Energien. Ein hoher und stabiler CO2-Preis setze langfristig Anreize, um den Strommarkt emissionsärmer zu gestalten. Dadurch würde die Erzeugung aus vergleichsweise emissionsarmen Technologien wie etwa Gas generell günstiger für die Deckung des Energiebedarfs sein als die Produktion aus emissionsintensiven Technologien wie etwa Kohle.

Umstellung politisch kaum durchführbar

„Wir wissen, dass die Abschaffung der Subventionierung Erneuerbarer Energien hin zu einem höheren CO2-Preis politisch nicht umsetzbar ist, da beispielsweise Einspeisevergütungen für Jahrzehnte garantiert sind“, resümiert Adhurim Haxhimusa von der FH Graubünden. „Jedoch raten wir dringend dazu, im Rahmen der Klimapolitik die CO2-Bepreisung zu intensivieren, da es sich um eine wirkungsvolle Maßnahme handelt, um effizient Emissionen zu reduzieren und zugleich die Ertragskraft von systemrelevanten Energiespeichern zu sichern ebenso wie Investitionen in diese aufrechtzuerhalten.“