Ausbau der Windenergie in Brandenburg geht weiter zurück

28.01.2020 | 03:41

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In Brandenburg wurden im vergangenen Jahr 73 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 240 Megawatt neu errichtet. Das gab heute der Bundesverband WindEnergie (BWE) bekannt. Damit ist der Zubau in dem Bundesland gegenüber 2018 noch einmal um 50 Megawatt zurückgegangen, erklärt Jan Hinrich Glahr, Vorsitzender des Landesverbandes Berlin Brandenburg des BWE. 2017 seien 535 Megawatt Windenergie neu installiert worden, 2016 seien es 494 Megawatt gewesen.

Verband: Bürokratische Hürden bremsen den Ausbau der Windenergie

Grund für den verlangsamten Ausbau seien unter anderem zunehmende Hürden bei der Genehmigung von neuen Windenergieanlagen. Will das Land Brandenburg sein selbstgestecktes Ziel erreichen, 10.500 Megawatt Windenergie bis 2030 ans Netz zu bringen, müssen ab jetzt jedes Jahr mindestens 320 Megawatt zugebaut werden, so Glahr weiter.

Hinzu käme, dass spätestens ab 2021 immer mehr Altanlagen zurückgebaut würden, die schon 20 Jahre oder länger in Betrieb seien. Damit könnte die installierte Leistung in Brandenburg in der Summe sogar weniger werden. Aktuell seien in Brandenburg insgesamt 3.890 Windkraftanlagen errichtet mit einer kulminierten Leistung von 7.320 Megawatt. Nach Niedersachsen belege das Bundesland damit den zweiten Platz im Ländervergleich.

Lösung für den Ausbau der Erneuerbaren insgesamt

Bundesweit ist der Einbruch der Windenergie 2019 noch dramatischer gewesen, sagt Jan Hinrich Glahr und warnt vor einer Versorgunglücke. Gerade einmal 1.078 Megawatt Windenergie seien in Deutschland im letzten Jahr errichtet worden, weniger seien es zuletzt vor über 20 Jahren gewesen.

Erst am vergangenen Wochenende hatte der Energieriese RWE vorgeschlagen, alle Interessengruppen und auch Bürgerinitiativen zu Gesprächen zusammenzuführen, um Vorschläge für schnellere Genehmigungsverfahren erarbeiten zu können. Der Konzern steht selbst vor mehreren Windkraft-Projekten, bei denen die Genehmigungen ausstehen. In der Bundesregierung werden seit vielen Monaten Diskussionen geführt, wie die Energieversorgung nach dem Atom- und Kohleausstieg ausgestaltet werden soll.