Luftbefeuchter: Funktion, Bauarten & Vergleich

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Ein Luftbefeuchter trägt dazu bei, das Raumklima zu verbessern. Entsprechende Geräte finden insbesondere im Winter Verwendung, um die Luftfeuchtigkeit in einem Raum zu erhöhen. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Modellen, die auf unterschiedliche technische Verfahren setzen. Welche Arten von Raumbefeuchtern es gibt und welche Vor- beziehungsweise Nachteile diese mit sich bringen, erläutert der nachfolgende Ratgeber.

Das Wichtigste in Kürze

  • Da trockene Raumluft die Gesundheit negativ beeinflussen kann, empfiehlt sich im entsprechenden Fall die Verwendung eines Luftbefeuchters.
  • Prinzipiell können Sie zwischen Dampfluftbefeuchtern, Verdunstern und Zerstäubern wählen, wobei jeder Gerätetyp verschiedene Vorzüge bietet.
  • Die Alternative zu Elektrogeräten besteht in einem Raumbefeuchter für die Heizung, welcher die Luftfeuchtigkeit passiv erhöht.
  • Um zu verhindern, dass sich Keime bilden, sollten Sie Ihren Luftbefeuchter regelmäßig reinigen.

Was bringt ein Luftbefeuchter?

Aus gesundheitlicher Sicht sollte die Luftfeuchtigkeit in einem Raum möglichst im Bereich zwischen 40 bis 60 Prozent liegen. Vor allem im Winter passiert es jedoch schnell, dass der Wert unter 30 Prozent sinkt. Der Grund: In der Außenluft, die beim Lüften in den Raum gelangt, befindet sich deutlich weniger Wasserdampf. Erwärmt sich die kalte Luft dann im Zimmer, nimmt die relative Luftfeuchtigkeit ab, denn warme Luft kann wesentlich mehr Wasserdampf aufnehmen als kalte. Die Folge ist trockene Raumluft.

Eine zu geringe Luftfeuchtigkeit wirkt sich nicht nur negativ auf das Wohlbefinden aus, sondern beeinflusst unter Umständen auch die Gesundheit. Ist die Raumluft dauerhaft zu trocken, kann sie die Schleimhäute reizen und zu einem erhöhten Infektionsrisiko führen. Mögliche Folgen sind Atemwegserkrankungen, Augenreizungen und Hautkrankheiten. Mithilfe eines Raumbefeuchters können Sie eine solche Situation vermeiden.

Wie funktioniert ein Luftbefeuchter?

Prinzipiell lässt sich zwischen passiven und aktiven Luftbefeuchtern unterscheiden. Ein passiver Raumbefeuchter funktioniert stets nach dem Prinzip der Verdunstung. Wie stark sich die Luftfeuchtigkeit hierbei erhöht, hängt lediglich von der Temperatur und dem Druck der Raumluft ab. Mithilfe des Raumbefeuchters bildet sich nach einiger Zeit ein natürliches Gleichgewicht. Bei aktiven Luftbefeuchtern handelt es sich dagegen um technische Geräte. Allerdings bieten die Hersteller unterschiedliche Ausführungen an, die auf verschiedenen Funktionsprinzipien basieren.

Welche elektrischen Luftbefeuchter gibt es?

Mit Verdampfern, Verdunstern und Zerstäubern existieren im Wesentlichen drei unterschiedliche Gerätetypen. Wodurch sich die einzelnen Arten von Raumbefeuchtern auszeichnen, erläutert die nachfolgende Liste:

  • Verdampfer (auch unter der Bezeichnung Dampfluftbefeuchter bekannt): Ein solches Gerät bringt Wasser zum Sieden, wodurch es verdampft und die Luftfeuchtigkeit im Raum erhöht. Der Wasserdampf lässt sich auf zwei unterschiedliche Weisen erzeugen: Bei manchen Modellen befinden sich im Tank zwei Elektroden, die das Wasser erhitzen. Andere Ausführungen nutzen dagegen ein elektrisches Heizelement in einer Verdampfungskammer.
  • Verdunster: Diese Modelle verteilen Wasser auf einer möglichst großen Oberfläche. Kommt diese in Kontakt mit der trockenen Raumluft, verdunstet die Feuchtigkeit. Im Handel lassen sich einerseits Luftbefeuchter finden, die dies mithilfe feingewobener Filtermatten erreichen. Andererseits gibt es Geräte, die das Wasser auf einer Vielzahl von dünnen Platten verteilen. Manche Verdunster verfügen zudem über einen Ventilator, der dazu dient, die Luftzirkulation zu erhöhen.
  • Zerstäuber: Diese Geräte vernebeln das Wasser zu winzigen Tröpfchen. Häufig verwenden Zerstäuber dafür Ultraschall. Dieser versetzt das Wasser in hochfrequente Schwingungen, wodurch sich sehr feine Wassertröpfchen bilden. Auch Zerstäuber verfügen häufig über einen Ventilator, der die Feuchtigkeit in den Raum bläst. Neben Ultraschallzerstäubern gibt es ebenso Ausführungen, die auf Druckpumpen mit feinen Düsen zurückgreifen.

Luftbefeuchter an der Heizung

Bei derartigen Luftbefeuchtern handelt es sich im Regelfall um ein Gefäß aus Edelstahl oder Keramik, das mit Wasser befüllt und an den Heizkörper gehängt wird. Durch dessen Wärme verdunstet die Flüssigkeit, wodurch die Luftfeuchtigkeit im Zimmer steigt. Dies funktioniert lediglich im Falle einer angeschalteten Heizung. Die Effizienz eines solchen passiven Raumbefeuchters reicht zwar nicht an die der elektrischen Modelle heran. Allerdings zeichnen sie sich durch ihre einfache Handhabung und ihre geringen Kosten aus. Außerdem ist eine Überfeuchtung hier nicht möglich.

Luftbefeuchter und Verkeimung

Im Allgemeinen bietet Feuchtigkeit sowohl Bakterien als auch Pilzen und Algen einen optimalen Nährboden. Bei Luftbefeuchtern besteht dieses Risiko grundsätzlich ebenso. Während eine Verkeimung im Sommer bereits nach etwa zwei Wochen beginnt, fällt dieser Zeitraum im Winter etwas länger aus. Wer das Gerät regelmäßig reinigt, muss sich diesbezüglich jedoch keine Gedanken machen. Eine Ausnahme stellen Verdampfer dar, die aufgrund der hohen Temperaturen automatisch Keimfreiheit gewährleisten. Zur Reinigung bieten sich beispielsweise spezielle Desinfektionsmittel an. Aber Vorsicht: Bei einem Zerstäuber dürfen Sie solche Mittel nicht verwenden.

Luftbefeuchter im Test

Wer sich für einen Raumbefeuchter interessiert, sollte sich zunächst auf einen Gerätetyp festlegen, bevor die Suche nach dem passenden Modell starten kann. Prinzipiell hat jede Bauart ihre Vorzüge. Die wichtigsten Vor- und Nachteile von Dampfluftbefeuchtern, Verdunstern und Zerstäubern zeigt die folgende Tabelle auf:

Bauart Vorteile Nachteile
Dampfluftbefeuchter
  • hohe Befeuchtungsleistung
  • kein Keimrisiko
  • unkomplizierte Wartung und Reinigung
  • hoher Energieverbrauch
  • Schimmelbildung möglich (bei Überfeuchtung)
  • Risiko von Verkalkungen im Wassertank
  • Gefahr der Verbrühung
Verdunster
  • geringer Energieverbrauch
  • keine Gefahr einer Überfeuchtung
  • regelmäßiger Tausch der Filtermatte notwendig
  • erhöhtes Risiko einer Keimbildung
Zerstäuber (Ultraschall-Vernebler)
  • geringer Energieverbrauch
  • sehr leise im Betrieb
  • vergleichsweise hoher Wartungsaufwand
  • Risiko einer Keimbildung
  • senkt die Raumtemperatur möglicherweise ab
  • Kondensat-Niederschläge bei falscher Einstellung