Wende im Heizungskeller: Hausbesitzer wollen mehrheitlich die Wärmepumpe
Stand: 24.07.2026
Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox
Heidelberg. Trotz neuer Spielräume für Gas- und Ölheizungen im Gebäudemodernisierungsgesetz würden sich viele Hauseigentümer im Ernstfall für eine Wärmepumpe entscheiden. Das zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Vergleichsportals Verivox. Demnach würden 43 Prozent eine Wärmepumpe wählen, wenn ihre fossile Heizung irreparabel ausfiele. Keine andere Heiztechnik erreicht einen höheren Zuspruch.
Wärmepumpe ist für viele die erste Wahl
Mit deutlichem Abstand folgt die Gasheizung: 19 Prozent der Befragten würden erneut auf Gas setzen, 9 Prozent auf eine Ölheizung. Jeweils 5 Prozent würden sich für eine Pelletheizung oder ein anderes Heizsystem entscheiden. Zwölf Prozent können sich derzeit nicht festlegen. Vor allem jüngere Hauseigentümer stehen der Wärmepumpe offen gegenüber. In der Altersgruppe der 18- bis 39-Jährigen würden sich 50 Prozent für diese Technologie entscheiden. Bei den über 60-Jährigen liegt der Anteil mit 37 Prozent deutlich niedriger.
"Während in den meisten deutschen Kellern noch Gas- oder Ölheizungen stehen, zeigt sich bei den Zukunftsplänen der Hauseigentümer ein klarer Wandel. Die Wärmepumpe ist beim Heizungstausch mittlerweile die favorisierte Heiztechnik", sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox. Nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) werden noch immer mehr als 70 Prozent der Wohngebäude in Deutschland mit Gas oder Öl beheizt.
Hohe Investitionskosten bremsen den Heizungstausch noch
Trotz der grundsätzlichen Offenheit gegenüber der Wärmepumpe scheuen viele Hauseigentümer derzeit eine Investition. Für 54 Prozent besteht kein Handlungsbedarf, weil die bestehende Heizung noch zuverlässig funktioniert. An zweiter Stelle folgen mit 41 Prozent die hohen Investitionskosten. Knapp jeder Dritte (30 Prozent) ist zudem der Ansicht, dass das eigene Heizsystem technisch noch auf dem neuesten Stand ist.
Auch Unsicherheit über künftige gesetzliche Vorgaben (18 Prozent) und Zweifel an der langfristigen Förderpolitik (14 Prozent) bremsen die Investitionsbereitschaft. Besonders häufig nennen 40- bis 59-jährige Hauseigentümer die hohen Anschaffungskosten als Hinderungsgrund (43 Prozent). Befragte ab 60 Jahren geben dagegen überdurchschnittlich oft an, dass ihre bestehende Heizung noch zuverlässig funktioniert und deshalb derzeit kein Austausch erforderlich ist (60 Prozent).
"Langfristig dürfte sich die Wärmepumpe allein aus wirtschaftlichen Gründen durchsetzen. Eine aktuelle Verivox-Analyse zeigt, dass effiziente Wärmepumpen im vergangenen Jahr rund 40 Prozent geringere Heizkosten verursacht haben als vergleichbare Gasheizungen. Selbst bei weniger effizienten Anlagen lagen die Heizkosten im Durchschnitt noch rund elf Prozent unter denen einer Gasheizung", sagt Thorsten Storck.
Methodik
Die Umfragedaten wurden vom Marktforschungsinstitut Innofact im Juli 2026 online erhoben. Befragt wurden 1.054 Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer im Alter von 18 bis 79 Jahren, die im Haushalt für Versicherungsentscheidungen mitverantwortlich sind. Die Umfrage ist bevölkerungsrepräsentativ in Bezug auf Alter, Geschlecht und Bundeslandzugehörigkeit.