Strom- und Gaspreissenkungen: Für rund 5 Millionen Haushalte wird Energie im kommenden Jahr günstiger
Stand: 01.12.2025
Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox
Heidelberg. Im Jahr 2026 senken viele Regionalversorger die Preise für Strom und Gas. Rund 4,8 Millionen Haushalte in Deutschland profitieren davon. Eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox zeigt: Die durchschnittlichen Entlastungen fallen je nach Bundesland unterschiedlich stark aus. Verbraucher sollten selbst aktiv werden und Preise vergleichen.
Strompreise in der Grundversorgung sinken im Schnitt um 2,6 Prozent
Zum bevorstehenden Jahreswechsel haben die regionalen Grundversorger bisher 307 Preissenkungen von durchschnittlich 8,9 Prozent angekündigt. Von den Strom-Preissenkungen profitieren rund 3,1 Millionen Haushalte in Deutschland, die noch in der örtlichen Grundversorgung sind. Gleichzeitig wurden auch 12 Strompreiserhöhungen um durchschnittlich 1,4 Prozent angekündigt. Für alle anderen Haushalte in der Grundversorgung bleiben die Preise zum Jahreswechsel zunächst stabil.
Der bundesweite Durchschnittspreis der örtlichen Grundversorgung sinkt durch diese Preisänderungen zum Jahreswechsel um rund 2,6 Prozent. Zahlt eine Familie mit einem Stromverbrauch von 4.000 kWh im Grundversorgungstarif aktuell 1.763 Euro für Strom, sind es im neuen Jahr 1.717 Euro.
Stärkste Preisrückgänge im Osten und Südwesten
In Sachsen sinken die Preise der örtlichen Grundversorgung mit rund 8,5 Prozent am stärksten. Ein Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh bezahlt dort im kommenden Jahr im Schnitt rund 143 Euro weniger.
Einen Preisnachlass um rund 6,6 Prozent (-118 Euro) gibt es in Baden-Württemberg. Auch in Sachsen-Anhalt (-6,1 Prozent, -106 Euro), Brandenburg (-3,3 Prozent, -56 Euro) und Nordrhein-Westfalen (-2,5 Prozent, 46 Euro) sinkt der durchschnittliche Preis der Grundversorgung spürbar.
In Berlin und Hamburg sind bisher keine Preissenkungen angekündigt. Auch in Bayern (-0,8 Prozent) und Niedersachsen (-0,9 Prozent) und werden die Haushalte in den Grundversorgungstarifen kaum entlastet.
"Da die Stromnetzentgelte durch den Zuschuss der Bundesregierung nicht überall sinken und die Kalkulationen der Stromversorger unterschiedlich sind, werden nicht alle Haushalte beim Strompreis entlastet", sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox. "Grundsätzlich ist die örtliche Grundversorgung die teuerste Art, Strom zu beziehen. Wer aus der teuren und jederzeit kündbaren Grundversorgung zu einem Vertrag mit längerer Laufzeit wechselt, kann die jährliche Stromrechnung oft um mehrere Hundert Euro senken."
Gaspreise werden in geringerem Umfang gesenkt
Zum Jahreswechsel sind bisher 192 Gaspreissenkungen von regionalen Grundversorgern um durchschnittlich 6,7 Prozent bekannt geworden. Rund 1,7 Millionen Haushalte sind davon betroffen. Gleichzeitig liegen 45 Preiserhöhungen um durchschnittlich 6,3 Prozent vor. Alle übrigen Grundversorger lassen die Preise zunächst stabil.
Der Preis der Gas-Grundversorgung sinkt durch die Preisänderungen im Bundesschnitt zum Jahreswechsel um rund 2,7 Prozent. Zahlte eine Familie mit einem Gasverbrauch von 20.000 kWh bisher 2.806 Euro für Gas, sind es im kommenden Jahr voraussichtlich 2.730 Euro.
Gaspreise vor allem in den Stadtstaaten rückläufig
Die Gaspreise der Grundversorgung sinken im kommenden Jahr mit durchschnittlich rund 8,5 Prozent am stärksten in Hamburg. Ein Haushalt im Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh bezahlt dort künftig rund 212 Euro weniger. Auch in Bremen (-7,3 Prozent, -193 Euro) und Sachsen-Anhalt (-4,8 Prozent, -142 Euro) sinken die Gaspreise der Grundversorgung deutlich.
Wenig Bewegung bei den Durchschnittspreisen der Grundversorgungstarife zeigt sich hingegen in Rheinland-Pfalz (-0,4 Prozent), in Thüringen (-0,7 Prozent) im Saarland (-1,1 Prozent) und in Bayern (-1,2 Prozent).
"Die steigenden Gasnetzentgelte im Jahr 2026 werden von der Abschaffung der Gasspeicherumlage weitgehend ausgeglichen. Wenn die Versorger jetzt die Preise senken, geben sie geringere Beschaffungskosten an die Haushalte weiter", sagt Thorsten Storck. "Wer jetzt seinen bisherigen Gastarif mit den aktuellen Gaspreisen vergleicht, kann durch einen Wechsel des Anbieters in den allermeisten Fällen die Heizkosten deutlich senken."
Methodik
Für die Preisänderungen hat Verivox die verfügbaren veröffentlichungspflichtigen Gas- und Strompreise für Bestandskunden der rund 700 örtlichen Gas- und der rund 800 örtlichen Strom-Grundversorger in Deutschland ausgewertet. Laut dem letzten Monitoringbericht der Bundesnetzagentur befindet sich noch rund ein Viertel der Haushalte in der Strom-Grundversorgung, beim Gas sind es rund ein Sechstel der Haushalte. Rund die Hälfte aller Haushalte in Deutschland heizt mit Gas.