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Jahresbilanz Strom und Gas 2025: Energiepreise spürbar gesunken

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Heidelberg. Die Energiepreise für private Haushalte sind im Jahr 2025 spürbar zurückgegangen. Strom wurde im Durchschnitt rund 8 Prozent günstiger, die Gaspreise sanken um etwa 7 Prozent. Einzige Ausnahme: In der örtlichen Grundversorgung zogen die Preise für beide Energieträger leicht an. Zum Jahreswechsel werden jedoch auch hier Entlastungen folgen. Das ist das Ergebnis einer Analyse des Vergleichsportals Verivox.

Durchschnittliche Strompreise geben im Jahresverlauf deutlich nach

Im Jahr 2025 sind die Strompreise für Haushalte deutlich gesunken. Zwischen Januar und Dezember fiel der durchschnittliche Strompreis um 8,2 Prozent – von 35,86 auf 32,92 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Für einen Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh lagen die durchschnittlichen Stromkosten 2025 bei rund 1.390 Euro (34,76 Cent/kWh).

Deutlich teurer blieb hingegen die örtliche Grundversorgung. Haushalte, die dort versorgt wurden, zahlten im Schnitt rund 44 Cent pro Kilowattstunde und kamen damit auf Jahreskosten von etwa 1.760 Euro (plus 0,5 Prozent im Jahresverlauf).

Ganz anders entwickelte sich der Markt für Neukundentarife: Die günstigsten Angebote mit Preisgarantie verbilligten sich im Jahresverlauf kräftig von 28,27 auf aktuell 23,25 Cent pro Kilowattstunde. Das ist ein Rückgang um rund 18 Prozent. Ein Wechsel aus dem teuren Grundversorgungstarif in den günstigsten Neukundentarif bringt einem Drei-Personen-Haushalt derzeit im Bundesschnitt mehr als 800 Euro Ersparnis pro Jahr.

Strom-Grundversorgung wird zum Jahreswechsel 2,9 Prozent günstiger

Im kommenden Jahr sinken die Strompreise dann auch in der örtlichen Grundversorgung. Zum Jahreswechsel haben die regionalen Grundversorger 357 Preissenkungen von durchschnittlich 8,7 Prozent angekündigt. Knapp jeder zweite Grundversorger senkt seine Preise. Davon profitieren rund 3,4 Millionen Haushalte in Deutschland, die noch in der örtlichen Grundversorgung sind. Gleichzeitig wurden auch 17 Strompreiserhöhungen um durchschnittlich 1,7 Prozent angekündigt. Für alle anderen Haushalte in der Grundversorgung bleiben die Preise zum Jahreswechsel zunächst stabil.

Der bundesweite Durchschnittspreis der örtlichen Grundversorgung sinkt dadurch zum Jahreswechsel um rund 2,9 Prozent. Zahlt eine Familie mit einem Stromverbrauch von 4.000 kWh im Grundversorgungstarif aktuell 1.763 Euro für Strom, sind es im neuen Jahr 1.713 Euro.

"Zum Jahreswechsel reduzieren sich die Stromnetzgebühren infolge des milliardenschweren Bundeszuschusses im Durchschnitt um rund 16 Prozent. Zusammen mit den gesunkenen Großhandelspreisen ergeben sich somit Spielräume für Preissenkungen für Verbraucher. Da viele Tarife aber trotz Preissenkung teuer bleiben, sollten Haushalte die verfügbaren Tarife genau vergleichen", sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox.

Gas verbilligte sich 2025 um rund 7 Prozent

Der durchschnittliche Gaspreis sank im Laufe des Jahres um 6,8 Prozent – von 11,53 Cent auf 10,74 Cent pro Kilowattstunde. Für ein Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh ergeben sich daraus Jahresdurchschnittskosten von rund 2.256 Euro, was einem Kilowattstundenpreis von 11,28 Cent entspricht.

In der Grundversorgung mussten Haushalte für dieselbe Gasmenge im Schnitt rund 2.802 Euro bezahlen (plus 0,4 Prozent im Jahresverlauf). Der Arbeitspreis lag mit rund 14 Cent pro Kilowattstunde spürbar über dem Marktdurchschnitt.

Parallel dazu haben sich die günstigsten Tarife mit Preisgarantie im Jahresverlauf deutlich verbilligt. Sie sind von 9,69 Cent auf aktuell etwa 8,24 Cent pro Kilowattstunde gefallen, was einen Rückgang um 15 Prozent entspricht. Wer in einem Einfamilienhaus aus dem Grundversorgungstarif in das günstigste verfügbare Neukundenangebot wechselt, kann seine jährlichen Heizkosten aktuell um durchschnittlich 1.158 Euro senken.

Preise in der Gas-Grundversorgung sinken 2026 um 2,9 Prozent

Preissenkungen kommen 2026 auch bei den Gaskunden der örtlichen Grundversorgung an. Zum Jahreswechsel sind 230 Gaspreissenkungen von regionalen Grundversorgern um durchschnittlich 6,4 Prozent bekanntgegeben geworden. Die Preissenkungen, die gut ein Viertel der Grundversorger angekündigt hat, entlasten rund 1,8 Millionen Haushalte. Gleichzeitig liegen 49 Preiserhöhungen um durchschnittlich 6,1 Prozent vor. Alle übrigen Grundversorger lassen die Preise zunächst stabil.

Der Preis der Gas-Grundversorgung sinkt durch die Preisänderungen im Bundesschnitt zum Jahreswechsel um rund 2,9 Prozent. Zahlte eine Familie mit einem Gasverbrauch von 20.000 kWh bisher 2.806 Euro für Gas, sind es im kommenden Jahr voraussichtlich 2.725 Euro.

"Trotz steigender Gasnetzentgelte bleibt die Belastung für Haushalte im Jahr 2026 überschaubar, da die Gasspeicherumlage entfällt. Senkungen der Endkundenpreise resultieren vor allem aus den deutlich gesunkenen Beschaffungskosten. Wer diese Marktsituation nutzt und seinen Tarif überprüft, kann in den meisten Fällen durch einen Anbieterwechsel erheblich sparen", sagt Thorsten Storck.

Methodik

Die durchschnittlichen Strom- und Gaspreise wurden anhand des Verivox-Haushaltspreises für Strom und Gas erhoben. Für die Preisänderungen hat Verivox die verfügbaren veröffentlichungspflichtigen Gas- und Strompreise für Bestandskunden der rund 700 örtlichen Gas-Grundversorger und der rund 800 örtlichen Strom-Grundversorger in Deutschland ausgewertet.

Der durchschnittliche Preis für Strom und Gas bei Neuabschluss bezieht sich auf einen Haushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 4.000 kWh und einem Gasverbrauch von 20.000 kWh. Der Preis pro Kilowattstunde enthält den Arbeitspreis sowie den Grundpreis und basiert auf dem deutschlandweit gewichteten Mittel des günstigsten Preises je Postleitzahl. Berücksichtigt werden ausschließlich Neukundentarife mit einer Preisgarantie von 12 Monaten inklusive Boni.