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Heizkostenrückblick: Gas und Wärmepumpe günstiger – Ölkunden zahlten drauf

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Heidelberg. Mit Ostern endet für viele Haushalte die Heizsaison. Die Bilanz fällt gemischt aus: Trotz kälterer Witterung zahlten Gaskunden rund 6 Prozent weniger, Haushalte mit Wärmepumpe etwa 4 Prozent. Für Ölheizungen stiegen die Kosten dagegen im Schnitt um rund 8 Prozent. Hier schlagen sich die infolge des Irankrieges gestiegenen Ölpreise bereits nieder. Das zeigt eine Verivox-Analyse auf Basis von Daten des Deutschen Wetterdienstes.

Heizbedarf leicht gestiegen

Der Winter 2025/2026 in Deutschland war nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes insgesamt zu mild und sehr trocken und setzte damit den Trend der vergangenen Jahre fort. Eine Kältephase im Januar ließ den Heizverbrauch aber zwischenzeitlich deutlich steigen. Im Jahresvergleich erhöhte sich der Heizbedarf eines Musterhaushalts dadurch um rund 4 Prozent.

Minus 6 Prozent: Heizen mit Gas auf Jahressicht günstiger

Trotz kälterer Temperaturen fällt die Rechnung für Gaskunden auf Jahressicht niedriger aus. Eine Familie zahlt für die abgelaufene Heizsaison (September bis März) durchschnittlich 1.746 Euro. Das sind 6 Prozent oder 112 Euro weniger als im Vorjahreszeitraum.

Kostendämpfend wirkten die gesunkenen Gaspreise. Gemäß dem von Verivox erhobenen Haushaltspreis kostete eine Kilowattstunde Gas in der Heizperiode 2025/2026 durchschnittlich 10,54 Cent. Ein Jahr zuvor waren es 11,5 Cent pro Kilowattstunde. Damit verbilligte sich Gas auf Jahressicht um rund 8 Prozent.

"Auch wenn das Heizen mit Gas im Vergleich zum Vorjahr günstiger geworden ist, liegen die Kosten gut ein Viertel höher als im Mittel der letzten zehn Jahre. Für Haushalte bleiben die Heizkosten daher eine hohe Belastung", sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox.

Und bei der nächsten Abrechnung könnte es wieder teurer werden: Seit Ausbruch des Iran-Krieges sind die Gaspreise für Neukunden bereits um 29 Prozent gestiegen. "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich die höheren Beschaffungskosten auch für Bestandskunden in Form von höheren Preisen bemerkbar machen", so Storck. "Verbraucher können sich mit einer möglichst langen Preisgarantie gegen weiter steigende Gaspreise absichern und so die Gaskosten im nächsten Winter stabil halten."

Heizen mit Wärmepumpe rund 4 Prozent günstiger

Auch Haushalte mit Wärmepumpe konnten trotz gestiegenen Heizbedarfs von geringeren Kosten profitieren. In der Heizsaison 2025/2026 beliefen sich die Betriebskosten für eine effiziente Wärmepumpe auf durchschnittlich 1.275 Euro. Das entspricht einem Rückgang von 3,6 Prozent beziehungsweise 48 Euro im Vergleich zum vorherigen Heizwinter.

Ein wesentlicher Grund dafür sind die gesunkenen Strompreise: Während der durchschnittliche Kilowattstundenpreis für Wärmepumpenstrom in der aktuellen Heizperiode bei 25,67 Cent lag, betrug er im Vorjahr noch 27,29 Cent. Damit sind die Strompreise für Wärmepumpen um rund 6 Prozent gesunken.

Heizöl-Rechnung steigt um rund 8 Prozent

Haushalte, die mit Öl heizen, mussten in der abgelaufenen Saison hingegen tiefer in die Tasche greifen. Eine Familie im Einfamilienhaus zahlte durchschnittlich 1.675 Euro und damit rund 7,7 Prozent mehr als in der vorangegangenen Heizperiode (plus 120 Euro).

Neben einem höheren Verbrauch wirkten sich vor allem die im März stark gestiegenen Heizölpreise infolge des Iran-Krieges kostentreibend aus. Bis Ende Februar lagen die Preise im Schnitt noch leicht unter dem Niveau der Vorjahressaison. Im Gesamtvergleich verteuerte sich Heizöl jedoch: Kostete ein Hektoliter in der Heizperiode 2024/2025 im Schnitt 95 Euro brutto, waren es in der abgelaufenen Saison 99 Euro. Das ist ein Plus von rund 4 Prozent.

"Wer seinen Öltank noch vor Beginn des Iran-Krieges aufgefüllt hat, ist von den jüngsten Preissteigerungen zunächst nicht betroffen. Im Durchschnitt über die gesamte Heizsaison hat sich jedoch Heizöl verteuert", erklärt Thorsten Storck. "Verbraucher sollten die weitere Preisentwicklung zunächst abwarten und nur dann nachkaufen, wenn es unbedingt notwendig ist."

Methodik

Für die Berechnung des Heizbedarfs wurden die Gradtagzahlen des Deutschen Wetterdienstes herangezogen. Die Gradtagzahl wird für alle Tage berechnet, an denen die durchschnittliche Tagesaußentemperatur unter der Heizgrenztemperatur von 15 Grad liegt. An jedem Tag, an dem die Außentemperatur 15 Grad unterschreitet, addiert sich eine Gradtagzahl hinzu. Beträgt die Außentemperatur 8 Grad, ergibt sich die Gradtagzahl 12 aus der Differenz zur Solltemperatur von 20 Grad in Gebäuden. Da für den März 2026 zum Zeitpunkt der Analyse noch keine Wetterdaten veröffentlicht waren, wurde für diesen Monat der mittlere Heizbedarf der vergangenen fünf Jahre zugrunde gelegt.

Die durchschnittlichen Gaspreise entsprechen dem von Verivox erhobenen Haushaltpreis Gas. Die Heizölpreise wurden vom Statistischen Bundesamt und von easyoil übernommen. Der Musterhaushalt entspricht einer drei- bis vierköpfigen Familie in einem freistehenden Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh (Basisjahr 2011).

Für Wärmepumpenstrom wurde eine Jahresarbeitszahl von 4 (5.000 Kilowattstunden) zugrunde gelegt. Das bedeutet, dass das Heizsystem 4 kWh Wärme durch 1 kWh elektrische Energie erzeugt.

Es wurden die Kosten der Heizperiode September bis März 2025/2026 dem gleichen Vorjahreszeitraum gegenübergestellt.