Analyse: Ostdeutsche Haushalte tragen 13 Prozent höhere Energiekosten
Stand: 17.08.2026
Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox
Heidelberg. Die Ausgaben für Energie belasten Haushalte in Ostdeutschland deutlich stärker als im Westen. In den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres lagen die Kosten für Wärme, Strom und Kraftstoffe unter Berücksichtigung der regionalen Kaufkraft im Osten durchschnittlich 13 Prozent über dem Bundesschnitt und 16 Prozent über dem westdeutschen Niveau. Die höchste kaufkraftbereinigte Energiekostenbelastung weisen Bremen, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern auf. Das zeigen aktuelle Berechnungen des Vergleichsportals Verivox.
Bremen und Ostdeutschland besonders stark belastet
Die Energiekosten für die Monate Januar bis Juli 2026 liegen für einen Musterhaushalt bundesweit bei durchschnittlich 2.623 Euro pro Jahr. Um zu ermitteln, wie stark die privaten Haushalte durch Energiekosten belastet werden, hat Verivox die nominellen Durchschnittspreise für Wärme, Strom und Sprit in den einzelnen Bundesländern ins Verhältnis zur örtlichen Kaufkraft gesetzt.
Unter Berücksichtigung der Kaufkraft werden in den westdeutschen Bundesländern 2.545 Euro fällig, in Ostdeutschland sind es hingegen 2.973 Euro. Damit liegt die Energiekostenbelastung im Osten 13 Prozent (350 Euro) über dem Bundesdurchschnitt und 16 Prozent (428 Euro) über dem Niveau der westdeutschen Bundesländer.
Am stärksten belastet sind allerdings Haushalte in Bremen. Hier liegen die jährlichen Energiekosten gut ein Fünftel (22 Prozent) über dem Bundesdurchschnitt. Danach folgen die ostdeutschen Bundesländer Thüringen (plus 20 Prozent) und Sachsen (plus 17 Prozent) sowie Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern (jeweils plus 16 Prozent).
Am geringsten sind die Aufwendungen für Energie in Bayern. Hier liegt die Energiekostenbelastung 12 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt. Es folgen Baden-Württemberg (minus 8 Prozent) sowie Hessen (minus 3 Prozent).
Heizen und Tanken wiegen am schwersten
Die größten Unterschiede zeigen sich bei den Heiz- und Tankkosten. Haushalte müssen hier in den neuen Bundesländern rund 19 Prozent mehr fürs Heizen und rund 18 Prozent mehr für Kraftstoffe aufwenden als Haushalte im Westen. Bei Strom beträgt die Mehrbelastung 12 Prozent.
"Die unterschiedlich hohe Energiekostenbelastung hat mehrere Gründe. Neben regionalen Preisunterschieden bei Strom, Gas und Kraftstoffen fällt vor allem die unterschiedliche Kaufkraft ins Gewicht. In Regionen mit geringerer Kaufkraft beanspruchen vergleichbare Energiekosten einen größeren Anteil des verfügbaren Einkommens. Wer Preise vergleicht und günstige Anbieter wählt, kann seine monatlichen Ausgaben jedoch deutlich senken. Gerade Haushalte, die sich bisher noch nie damit beschäftigt haben, können durch einen Strom- und Gasanbieterwechsel mehrere hundert Euro im Jahr sparen", sagt Thorsten Storck, Energieexperte des Vergleichsportals Verivox.
Methodik
Der Verivox-Energiekostenindex berücksichtigt mengengewichtet die Kosten für Heizung, Elektrizität und Mobilität. Grundlage ist ein Drei-Personen-Musterhaushalt mit einem jährlichen Wärmebedarf von 12.000 Kilowattstunden, einem Stromverbrauch von 3.500 Kilowattstunden und einer jährlichen Fahrleistung von 13.300 Kilometern. Der durchschnittliche Haushaltsverbrauch von Strom und Gas wurde vom Statistischen Bundesamt übernommen.
Im Bereich Heizung werden die Preise für Gas und Heizöl mengengewichtet nach Haushalten einberechnet. Der durchschnittliche Strompreis entspricht dem separat errechneten Haushaltspreis Strom, bei dem sowohl die Preise der örtlichen Grundversorger als auch die der 30 wichtigsten überregionalen Anbieter herangezogen werden. Im Bereich Mobilität werden Super E10 und Diesel mengengewichtet nach Fahrzeugen berücksichtigt.
Die Daten zur regionalen Verteilung des verfügbaren Einkommens stammen von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) und basieren auf dem Jahr 2025. Die Heizöldaten stammen von heizoel24.de, die Tankpreise von clever-tanken.de.
Energiekosten in den Bundesländern
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Bundesland
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Kaufkraftbereinigte Energiekosten p.a.
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Abweichung zum Bundesschnitt in %
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Abweichung zum Bundesschnitt in €
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|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Bremen | 3.197 € | 22% | 574 € | ||||
| Thüringen | 3.150 € | 20% | 526 € | ||||
| Sachsen | 3.066 € | 17% | 443 € | ||||
| Sachsen-Anhalt | 3.052 € | 16% | 428 € | ||||
| Mecklenburg-Vorpommern | 3.038 € | 16% | 415 € | ||||
| Neue Bundesländer | 2.973 € | 13% | 349 € | ||||
| Berlin | 2.934 € | 12% | 311 € | ||||
| Saarland | 2.855 € | 9% | 231 € | ||||
| Hamburg | 2.755 € | 5% | 131 € | ||||
| Brandenburg | 2.703 € | 3% | 79 € | ||||
| Schleswig-Holstein | 2.673 € | 2% | 50 € | ||||
| Nordrhein-Westfalen | 2.664 € | 2% | 40 € | ||||
| Niedersachsen | 2.658 € | 1% | 34 € | ||||
| Deutschland | 2.623 € | 0% | 0 € | ||||
| Rheinland-Pfalz | 2.570 € | -2% | -53 € | ||||
| Alte Bundesländer | 2.545 € | -3% | -78 € | ||||
| Hessen | 2.545 € | -3% | -79 € | ||||
| Baden-Württemberg | 2.421 € | -8% | -203 € | ||||
| Bayern | 2.320 € | -12% | -304 € |