Welche Internetverbindung brauchen Onlinespiele?

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Moderne Videospiele funktionieren kaum ohne Internet. Live gegen andere Spieler aus der ganzen Welt antreten, Statistiken abrufen oder sofort das neueste Feature bekommen – oft macht die richtige Verbindung den Unterschied. Verivox verrät, was wichtig ist, damit Online-Gaming Spaß macht.

Warum laufen Onlinespiele nicht immer rund?

Kommt es zu Verzögerungen oder langen Ladevorgängen, so liegt dies in der Regel am Internetanschluss. Denn damit das Video-Spiel mit allen Funktionen gespielt werden kann, findet ein dauerhafter Austausch mit einem Game-Server statt. Die modernen, hochwertigen Grafiken oder Updates, Speicherstände und Statistiken sind auf Servern hinterlegt und werden von dort beim Gaming abgerufen. Diese Verbindung sollte stabil bleiben, um die beste Spielqualität zu ermöglichen.

Bandbreite: 50 Mbit pro Sekunde empfehlenswert

Fürs Gaming an sich würde eine Verbindung mit 16 Mbit/s ausreichen. Doch weil Installationen, Updates und Downloads riesige Datenmengen verbrauchen, wird am besten eine höhere Download-Geschwindigkeit von 50 Mbit/s gewählt. Dann ist zum entscheidenden Zeitpunkt genügend Bandbreite vorhanden und auch mögliche Störfaktoren verringern die Videospiel-Leistung nicht: Etwa, wenn beim Spielen parallel Installationen laufen oder eine zweite Person auf den Internetanschluss zugreifen möchte.

DSL oder Kabel? Das sollten Gamer wissen

Bei der DSL-Technik kommt leider nicht automatisch die gebuchte Maximalgeschwindigkeit zu Hause an. Die erreichte Bandbreite hängt unter anderem von der Entfernung zum nächsten Verteilerkasten ab. Bei Kabelinternet dagegen schwankt die Internetgeschwindigkeit je nach Auslastung. Das heißt: Teilt sich ein Wohnhaus oder eine WG einen Kabelanschluss, wird auch die Bandbreite bei zeitgleichem Zugriff auf die Nutzer verteilt. Ob DSL oder Kabel: Wer in schlecht ausgebauten Regionen lebt, muss damit rechnen, dass vor Ort keine Internetverbindung mit 50 Mbit/s verfügbar ist.

Latenzzeit beim Spielen entscheidend

Für Online-Games, bei denen jede Millisekunde (ms) zählt, ist die Latenzzeit (auch Ping genannt) der Internetverbindung besonders wichtig. Diese gibt an, wie lange ein Signal vom eigenen Anschluss bis zu einem bestimmten Server und zurück benötigt. Je geringer diese Zeit ist, desto schneller funktioniert der Datenaustausch zwischen den Geräten. Gerade bei Multiplayern ist Schnelligkeit und eine kurze Reaktionszeit der Verbindung entscheidend. Wer langsamer agiert, ist im direkten Duell gegenüber andern Spielern im Nachteil – ob bei FIFA im Fußballzweikampf oder bei Star Wars Battlefront im Fliegerduell.

Die meisten Anbieter können eine Latenzzeit von weniger als 50 ms fast dauerhaft sicherstellen. Für Onlinespiele gilt ein Ping von weniger als 30 ms als optimal und mit 30 bis 50 ms als gut. Ab 100 ms kann es zu Zeit- und Reaktionsverzögerungen, den ungeliebten Lags, im laufenden Spiel kommen. VDSL und vor allem schnelles Kabelinternet sorgen für niedrigere Latenzzeiten als DSL.

Vier Tipps: Internet beim Spielen zusätzlich stabilisieren

  • Neben Computer oder Konsole sollten möglichst wenige andere Geräte auf die Internetverbindung zugreifen. Sonst können Download-Geschwindigkeit und Latenzzeit schwanken. Vor allem, wenn parallel große Datenmengen heruntergeladen oder Videofilme über das Internet gestreamt werden.
  • Wird ein WLAN-Router für die Internetverbindung benutzt, sollte dieser möglichst nah beim Computer stehen und abschirmende Gegenstände oder Elektrogeräte in unmittelbarer Nähe vermieden werden.
  • Ein Ethernet-Kabel könnte diese Probleme lösen, da eine Direktverbindung mit dem Router Störungen ausschließt. Bleibt die Verbindung dennoch instabil, sollte ihre Geschwindigkeit getestet und womöglich eine größere Bandbreite beim Anbieter gebucht werden.
  • Wenn die Möglichkeit besteht, einen Game-Server für das Onlinespiel auszuwählen, so sollte jener genutzt werden, der die geringste Entfernung zum eigenen Computer hat. Spieler in Deutschland sollten nach Möglichkeit europäische Server nutzen, da Verbindungen nach Asien oder in die USA große Latenzzeiten zur Folge haben.

Kommt es trotz optimaler Internetverbindung zu stockenden Bildern oder zu langen Ladezeiten am Computer, könnte die Leistung des Gerätes selbst ausgeschöpft sein. In den meisten Fällen genügt es dann, beispielsweise Licht- und Schatteneffekte des Onlinespiels zu reduzieren und damit den Arbeitsaufwand für PC oder Notebook zu reduzieren.