Was sind die größten Gefahren fürs Auto?

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Jahr für Jahr gibt es mehrere Millionen Versicherungsfälle, die Autos betreffen. Die von den Versicherungen erstatteten Leistungen gehen in die Milliardenhöhe. Schäden am Fahrzeug können auf vielerlei Weise entstehen. Doch was sind eigentlich die größten Gefahren fürs Auto?

Das Wichtigste in Kürze

  • Zu den größten Gefahren für Autos gehören Unwetter wie Stürme, Hagel und Überschwemmungen.
  • Wildunfälle und Marderschäden stellen ein nicht zu vernachlässigendes Risiko dar.
  • In manchen Fällen geht ein Schaden am Auto auch auf Vandalismus zurück.
  • Eine weitere Risikoquelle stellen Übermüdungen des Fahrers und Nachlässigkeit dar.

Unwetter

Unabhängig davon, ob das Auto steht oder bewegt wird: Naturgewalten wie Stürme mit heftigen Regenfällen oder Hagel gehören zu den häufigsten Schadensursachen an Fahrzeugen und verursachen jährlich Kosten in Höhe von mehr als 300 Millionen Euro. Wenn der Wetterbericht einen Sturm ankündigt, sollten Sie Ihr Auto am besten in einer Garage abstellen. Falls diese Möglichkeit nicht besteht, sollten Sie es zumindest nicht unter oder in der Nähe eines großen Baumes parken. Herabfallende Äste können nämlich erhebliche Schäden verursachen.

Wer während eines Unwetters Auto fährt, sollte in jedem Fall das Licht einschalten, bei besonders schlechten Sichtverhältnissen auch die Nebelscheinwerfer. Außerdem ist es notwendig, bei schlechten Witterungsbedingungen das Tempo anzupassen und besonders vorausschauend zu fahren – beispielweise, um bei starkem Regen Aquaplaning zu vermeiden. Verfügt der Autohalter lediglich über eine Kfz-Haftpflichtversicherung, bleibt er im Fall von Sturmschäden auf den Kosten sitzen. Die Kaskoversicherungen übernehmen dagegen die Kosten für solche witterungsbedingten Beschädigungen des Fahrzeugs.

Wildunfälle

Auf Straßen, die durch Waldstücke führen, besteht immer ein gewisses Risiko, dass Wild die Straße kreuzt. Besonders hoch ist die Gefahr eines Wildschadens in der Dämmerung, vor allem im Frühjahr und Herbst. In vielen Fällen taucht das Tier unverhofft und in einer Entfernung von lediglich wenigen Metern vor dem Wagen auf. Fahren Sie daher auf entsprechenden Streckenabschnitten etwas langsamer.

Falls Sie ein Tier erblicken, sollten Sie abblenden und die Hupe betätigen. Bei Großwild empfiehlt es sich, nach Möglichkeit abzubremsen. Vermeiden Sie jedoch Ausweichmanöver, da sie das Fahrzeug im schlimmsten Fall ins Schleudern bringen und andere Verkehrsteilnehmer gefährden.

Für die Regulierung von Wildschäden ist die Kaskoversicherung verantwortlich. Allerdings erstreckt sich der Leistungsschutz nur dann auf von sämtlichen Tierarten verursachte Schäden, wenn im Versicherungsvertrag der Zusatz „erweiterte Tierschäden“ steht.

Marderschäden

Mit fast 200.000 Schadensfällen verursachten Marderbisse im Jahr 2018 den Versicherungen Kosten in Höhe von knapp 70 Millionen Euro. Der für die Schäden verantwortliche Steinmarder beißt unter anderem Zündkabel, Kühlwasserschläuche, Gummimanschetten und Stromleitungen durch. Mit den folgenden Maßnahmen können Sie dafür sorgen, dass die Nagetiere Ihrem Auto fernbleiben:

  • Regelmäßige Motorenwäsche: Befindet sich das Fahrzeug im Revier eines männlichen Marders, markiert er es mit Duftstoffen. Riecht ein Konkurrent diese Markierungen, beseitigt er sie, indem er alle mit dem Duftstoff in Verbindung gekommenen Fahrzeugteile zerbeißt. Im Zuge einer Motorenwäsche in einer Kfz-Werkstatt beseitigen Fachleute die Duftspuren.
  • Maschendraht unters Auto legen: Marder bewegen sich nicht gern auf einem löchrigen Untergrund, der zudem nachgibt. Daher eignet sich handelsüblicher Maschendraht sehr gut zur Abschreckung. Diesen legen Sie einfach unter das Auto.
  • Ultraschallgeräte: Marder haben einen sehr ausgeprägten Hörsinn. Vor den Tönen eines Ultraschallgeräts nehmen die Nagetiere für gewöhnlich Reißaus. Allerdings gewöhnen sich die Schadensverursacher mit der Zeit an das Geräusch. Abhilfe schaffen in diesem Fall Geräte, die die Töne modulieren.

Für direkte Marderschäden kommt die Teilkaskoversicherung auf. Für gewöhnlich umfasst der Leistungsumfang jedoch keine Folgeschäden beziehungsweise indirekten Schäden. Diese sind lediglich in sehr leistungsstarken Tarifen versichert. Außerdem sollten Sie berücksichtigen, dass Sie durch die Selbstbeteiligung einen gewissen Anteil der Kosten selbst tragen müssen.

Vandalismus

Ein Schaden muss nicht automatisch auf Naturgewalten oder Tiere zurückgehen. Es kommt ebenso vor, dass andere Menschen die Verursacher sind. Typische Schäden durch menschliche Fremdeinwirkung sind etwa Dellen im Blech, Kratzer im Lack, abgebrochene Autospiegel und Antennen sowie Graffiti. An welchen Orten es mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zu einem Akt des Vandalismus kommt, lässt sich kaum prognostizieren. Minimieren Sie das Risiko durch einen sicheren Stellplatz, beispielsweise eine Garage. Lassen Sie außerdem keine Wertgegenstände wie Smartphones oder Navigationsgeräte im Auto liegen.

Die Kosten solcher Beschädigungen trägt die Kaskoversicherung. Im Falle von Glasbruch und Feuerschäden ist die Teilkasko verantwortlich, alle weiteren durch Vandalismus verursachten Schäden deckt die Vollkasko ab.

Eigenes Verschulden

Ein weiterer Risikofaktor ist der Fahrer selbst. Unfälle passieren häufig durch Müdigkeit und/oder Unaufmerksamkeit – im Stadtverkehr sowie auf Autobahnen und anderen Schnellstraßen gleichermaßen. So verursachen Fahrzeugführer beispielsweise immer wieder Unfälle, weil sie auf ihr Smartphone schauen oder sich nicht auf den Verkehr konzentrieren. Müdigkeit ist dagegen insbesondere auf längeren Fahrten ein Thema. Um Unfälle aufgrund von Übermüdung zu vermeiden, sollten Sie diese Tipps befolgen:

  • Auf längeren Autofahrten regelmäßige Pausen einlegen.
  • Vorausschauend und mit angemessenem Tempo fahren.
  • Fehler anderer Verkehrsteilnehmer einkalkulieren.