Versicherungen für Handys - sinnvoll oder unnötig?

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Die neuen Spitzen-Smartphones von Apple und Samsung kosten 799 Euro und mehr. Viele Verbraucher denken da über den Abschluss einer Handyversicherung zur Absicherung nach. Vor dem Abschluss sollten Sie jedoch klären, wann die Versicherung greift und welche Kosten zu erwarten sind. Verivox gibt eine Hilfestellung zu den wichtigsten Fragen:

1. Welche Schäden sind über die Handyversicherung abgedeckt?

Die häufigsten Schäden am Smartphone sind zerbrochene Displays. Diese sind als Sturzschäden genauso in den meisten Basis-Angeboten versichert wie Wasserschäden oder ein Verlust durch Diebstahl.

Auch Folgeschäden durch Diebstahl können abgedeckt sein, darunter fallen widerrechtliche Gesprächs- oder Internetgebühren. Sie erfordern jedoch meist einen erweiterten Schutz – genauso wie Schäden durch Überspannung oder Bedienfehler. Nicht versichert sind normalerweise ein Verlust oder Schäden aus Fahrlässigkeit. Auch Schäden durch natürliche Abnutzung, Verschleiß, Alterung, Schäden durch Vorsatz sowie verlorene oder liegengelassene Handys sind normalerweise nicht versichert.

2. Was kostet eine Handyversicherung?

Die monatlichen Kosten liegen etwa in einer Preisspanne zwischen 3 und 10 Euro. Sie hängen ab vom Wert des versicherten Smartphones, der vereinbarten Versicherungsleistung und der Höhe der Selbstbeteiligung. So müssen für den Basisschutz für ein aktuelles iPhone höhere Kosten (ab 6 Euro im Monat) eingeplant werden als für ein HTC- oder LG-Smartphone (ab 5 Euro im Monat). Günstigere Modelle lassen sich für 3 Euro monatlich versichern. Ein umfangreicherer Schutz kann schnell 8 Euro bis 10 Euro im Monat kosten.

3. Wann lohnt sich die Handyversicherung?

Normalerweise gilt eine Laufzeit von 24 Monaten. So kommen Kosten zwischen 70 Euro und sogar über 200 Euro zusammen. Das lohnt sich nicht für jeden Nutzer – und nicht für jedes Smartphone.

Tipp der Verivox-Tarifexperten: Behalten Sie daher immer die Gesamtkosten im Blick. Vor allem für hochwertige Top-Modelle lohnt sich eine Handyversicherung.

Legen Kunden die Prämien einer Handyversicherung zur Seite, lassen sich im Fall des Falles die Reparaturkosten bezahlen. Auch einige Smartphone-Hersteller bieten kostenpflichtige Zusatzangebote an, die eine Art Versicherungsschutz umfassen (z. B. Apple Care Protection Plan oder Samsung Mobile Care). Allerdings liegen diese preislich über den üblichen Versicherungsangeboten – meist für eine schlechtere Leistung.

4. Selbstbeteiligung und Co.: Was ist noch wichtig?

Selbstbeteiligung: Verzichten Sie am besten auf eine Selbstbeteiligung. Sonst zahlen Sie im Schadensfall mit.

Leistungsbeschreibung: Die abgesicherten Schadensarten sollten genau geprüft und benannt werden. Wenn die Regelungen nicht klar sind, sind im Ernstfall Streitereien mit der Versicherung vorprogrammiert.

Erstattung: Beachten Sie auch, dass die Versicherung meist nicht den Neuwert des Smartphones ersetzt – und der Restwert oft weit vom Kaufpreis abweichen kann. Üblicherweise werden bei einem Schadensfall von der Smartphone-Versicherung im ersten Jahr der Kaufpreis, im zweiten Jahr 80 Prozent und im dritten Jahr 60 Prozent des Anschaffungspreises erstattet. Außerdem gut zu wissen: Die Erstattung erfolgt meist als Reparatur oder Kostenübernahme für ein neues Gerät. Sie haben keinen Anspruch auf Geldersatz. 

Wartezeit: Wird die Versicherung schon beim Smartphone-Kauf abgeschlossen, gilt der Schutz sofort. Wer sich erst im Anschluss für eine Police entscheidet, sollte darauf achten, dass der Versicherungsschutz möglichst schnell greift.

5. Ist die Hausratversicherung eine Alternative?

Entsteht der Handyschaden durch Brand, Leitungswasser oder Einbruchdiebstahl, haftet die Hausratversicherung. Manchmal auch, wenn das Handy aus dem Auto geklaut wurde. In diesen Fällen kann ein Hausratschutz die Handyversicherung ersetzen.