US-Sanktionen gegen Huawei: Was Smartphone-Anwender jetzt wissen sollten

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Auf Druck der US-Regierung hat Google die Zusammenarbeit mit dem chinesischen Telekommunikationsausrüster Huawei auf Eis gelegt. Google-Apps und -Dienste dürften somit auf neuen Mobilgeräten der Chinesen nicht mehr installiert werden. Aber was ist mit Verbrauchern, die schon Huawei-Geräte besitzen?

Lizenzentzug gilt nicht für Bestandsgeräte

Besitzer von Huawei-Smartphones und -Tablets müssen nicht befürchten, dass ihre Geräte von heute auf morgen nicht mehr funktionieren. Huawei kündigte an, weiterhin Software-Updates und Support für Android anbieten zu können. Das gilt auch für solche Geräte, die bereits im Verkauf sind oder auf Lager liegen. Google darf mit dem chinesischen Hersteller nicht mehr zusammenarbeiten. Das gilt für Google ebenso wie für andere US-Firmen.

Nutzern von Geräten versichert der Internetkonzern aber, dass etwa der Zugriff auf den App-Store weiter erhalten bleibt – sowohl für Huawei-Produkte als auch für Geräte der Huawei-Schwestermarke Honor. Der Entzug der Lizenz beziehe sich nicht auf Bestandsgeräte.

Huawei gewährleistet Sicherheits-Updates

Auch die Google-Play-Hintergrunddienste sollen weiter funktionieren. Außerdem können die Nutzer den Angaben zufolge weiter auf die diversen, unter dem Schlagwort Play Protect zusammengefassten Sicherheitsfunktionen bauen. Das sicherte Google zu. Huawei seinerseits versprach, dass die Firma "weiterhin Sicherheitsupdates und Services für alle bestehenden Huawei und Honor Smartphones sowie Tablets zur Verfügung stellen" werde – ohne in diesem Zusammenhang Google oder Android zu nennen.

Wer bereits ein Huawei-Gerät besitzt, das vor dem 16. Mai 2019 lizenziert wurde, muss sich nach heutigem Stand keine Sorgen machen, beliebte Anwendungen wie Google Maps, den Chrome-Browser oder Gmail nicht mehr nutzen zu können. Dass diese Anwendungen für Bestandsgeräte rückwirkend gesperrt werden, gilt als äußerst unwahrscheinlich.

Alternativen – und Aussichten

Wer sich von Googles App-Store und Google-Anwendungen unabhängiger machen möchte, kann alternative Stores wie etwa F-Droid ausprobieren. Dort finden sich ausschließlich freie, quelloffene Anwendungen. Auch der Amazon Appstore, die Open Street Maps oder der Kartendienst Here können Alternativen darstellen. Zusätzlich baut Huawei einen eigenen App Store für seine Nutzer auf.

Ob Huawei für die Zukunft an Android festhält, ist derzeit noch offen. Der Konzern betont zwar, Android nach wie vor nutzen zu wollen. Im August 2019 stellte Huawei jedoch ein eigenes Betriebssystem vor – und zeigt sich bereit für die zukünftige Unabhängigkeit vom Android-System. Harmony OS ist ebenso wie Android quelloffen für alle zugänglich. Die Software soll übergreifend auf verschiedensten Geräten zum Einsatz kommen.

Abgesehen von der Herkulesaufgabe, ein neues Betriebssystem am Markt zu etablieren: Ob ein solches System auch mit US-amerikanischen Apps arbeiten dürfte, ist derzeit schwer vorstellbar.

Mehr erfahren – Huawei stellt eigenes Betriebssystem für Smartphones vor

US-Sanktionen gegen Huawei ausgeweitet

++ Aktualisierung vom 10.06.2020 ++

Der Wirtschaftskrieg zwischen den USA und China hat neue Dimensionen angenommen. Die US-Regierung verlängerte die Handelsbeschränkungen zwischen US-amerikanischen-Unternehmen und dem chinesischen Konzern Huawei bis zum 1. April 2021. Zuvor hatten die USA das Embargo gegen Huawei wiederholt ausgesetzt. Im Mai 2020 kam Huawei nun auf eine "schwarze Liste" der Unternehmen, mit denen US-Firmen nicht kooperieren dürfen. Die Sanktionen betreffen zudem Honor, eine Marke von Huawei. Die neuen Maßnahmen schneiden Huawei auch den Zugang zu amerikanischer Halbleiter-Technologie ab. Das Unternehmen muss bei seinen Prozessoren künftig auf Technologien, die in den USA entwickelt wurden, verzichten. Huawei bezeichnet die Maßnahme in einer offiziellen Stellungsnahme als "willkürlich" und befürchtet globalen Schaden für die gesamte Branche.

Kundeninformation: Das Zukunftsversprechen von Huawei

Huawei sichert derzeit die Funktionalität von Anwendungen zu – auch bei Apps von Google. Dies gilt bei allen Smartphones und Tablets, die Huawei bereits verkauft hat. Kunden müssen also nicht auf Apps wie WhatsApp, Facebook oder Instagram verzichten und können diese wie gewohnt weiternutzen. Auch Sicherheits-Updates für Android werden weiterhin verfügbar sein. Huawei setzt nun außerdem auf eine eigene App-Gallery.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website von Huawei.