Umstellung auf IP-Anschluss: Das ändert sich für die Endgeräte

Bildquelle: ©Adobe Stock/Text: Verivox

Viele DSL-Anbieter setzen seit Langem auf IP-Technik. Auch die Telekom stellt die Anschlüsse seit 2014 auf den neuen Standard und eine einheitliche Netzstruktur um. Inzwischen sind auch Analog- und ISDN-Anschlüsse ohne Internet an der Reihe. Bis 2018 sollen alle analogen Anschlüsse vom Markt verschwinden.

Telekom-Techniker stellen bundesweit mehrere Tausend Anschlüsse pro Nacht um. Die Umwandlung des analogen Signals in ein IP-Signal erfolgt dabei direkt in den Vermittlungsstellen, so dass die Kunden in der Regel nichts davon bemerken. Nur direkt während der technischen Arbeiten kann es zu einem kurzen Ausfall der Leitung kommen. Danach dauert es noch etwa 30 Minuten, bis das neue IP-Signal im System zugeordnet ist.

Für Kunden mit reinen Telefonanschlüssen ändert sich durch die Umstellung auf den IP-Standard zunächst nichts. Die bisherigen Rufnummern und Verträge bleiben bestehen. Doch nicht jedes Endgerät macht die Umstellung ohne Probleme mit. Ob sich Telefon, Faxgerät und Co. weiternutzen lassen und wie sich Kunden am besten auf die neue Technik einstellen, erfahren Sie im Überblick.

1. Telefongeräte

Einfache Telefongeräte können ohne Probleme weitergenutzt werden. Anpassungen sind unter Umständen bei ISDN-Geräten mit mehreren Rufnummern notwendig. Hier kann jedoch in der Regel mit einem VoIP-Adapter nachgeholfen werden. Einzelne Gerätefunktionen, wie beispielsweise Sprachboxen, müssen nach der Umstellung neu eingerichtet werden.

Bei der Umstellung komplexer Firmentelefonanlagen auf IP-Technik muss das bestehende System entweder neu konfiguriert oder ganz erneuert werden. Um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren, sollte der Telefonanbieter kontaktiert werden.

Wer sich eine verbesserte Sprachqualität wünscht, kann die Umstellung nutzen und auf HD-Voice-fähige IP-Telefone umsteigen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Endgeräte beider Gesprächspartner mit dem neuen Standard kompatibel sind.

2. Router

Vor allem ältere Geräte sind noch nicht an den neuen IP-Standard angepasst und müssen daher in IP-fähige Router ausgetauscht werden. Ob das jeweilige Modell für einen IP-Anschluss geeignet ist, lässt sich den Geräteeigenschaften entnehmen.

3. Faxgeräte

Faxgeräte funktionieren theoretisch auch an einem IP-Anschluss, arbeiten im analogen Betrieb jedoch zuverlässiger. Da die Übertragung bei IP über einzelne Datenpakete läuft, kann es schneller zu Verbindungsproblemen kommen. Faxnachrichten werden dadurch unter Umständen unleserlich oder kommen verzögert an. Mit der Einstellung des Faxgerätes auf das VoIP-Fax-Protokoll T.38 kann die Übertragungsqualität zwar verbessert werden – dieses Protokoll wird jedoch nicht von allen Telefonanbietern unterstützt. Um nicht von der Funktionsweise des Endgerätes abhängig zu sein, können Privatkunden oder Firmen den Faxversand auf webbasierte Faxdienste umstellen.

4. Hausnotrufsysteme

Viele Hausnotrufsysteme sind noch an einen analogen Anschluss angeschlossen. Gerade ältere Geräte lassen sich jedoch mit modernen IP-Anschlüssen nicht mehr weiternutzen. Betroffene Kunden sollten sich rechtzeitig vor der Umstellung an ihren Gerätehersteller wenden, um die notwendigen Anpassungen vorzunehmen oder auf neue Notrufsysteme umzusteigen. Da die Telefonanbieter lediglich die Anschlüsse zur Verfügung stellen, nicht jedoch die externen Endgeräte, liegen die Kosten der Umstellung bei den Kunden.

Um den Notruf per Internettelefonie auch für den Fall eines Stromausfalls zu garantieren, sollten die Hausnotrufsysteme mit einer externen Stromversorgung – wie beispielsweise mit Akkus – versorgt werden. Zusätzlich kann eine Fallback-Lösung über Mobilfunk integriert werden.

5. Alarmanlagen

Auch Alarm- und Brandmeldeanlagen lassen sich an einem IP-Anschluss betreiben, sofern sie IP-fähig sind. Um den Betrieb zu gewährleisten, sollten Kunden rechtzeitig ihren Diensteanbieter kontaktieren.

6. Aufzugnotrufe

Viele Aufzugstelefone verfügen noch über einen analogen Anschluss. Auch diese Anschlüsse werden nach und nach auf IP umgestellt. Viele Anbieter setzen hier zusätzlich auf Mobilfunklösungen, damit die Notrufübertragung gewährleistet werden kann.

7. Electronic Cash Terminals

Bei EC-Kartenterminals kann eine Neukonfiguration der Software notwendig sein. Sollte ein Gerät den neuen IP-Standard nicht unterstützen, muss ein Austausch über den Diensteanbieter vorgenommen werden. Geräte, die über Mobilfunk betrieben werden, sind nicht von der Umstellung betroffen.

8. Call by Call

Die Telekom ist weiterhin dazu verpflichtet, Call by Call-Dienste und Preselection anzubieten. Beide Sonderdienste funktionieren am IP-basierten Anschluss ohne Einschränkung. Eine bestehende Preselection wird beim Wechsel auf einen IP-Anschluss mittlerweile sogar automatisch übernommen.