Stromverbrauch beim Kühlschrank messen & berechnen

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Viele Verbraucher unterschätzen den Stromverbrauch ihres Kühlschranks. Das Gerät ist in der Regel für 10 bis 20 Prozent der Stromkosten verantwortlich. Sein hoher Verbrauch kommt vor allem durch den Dauerbetrieb zustande. Es gibt jedoch einige Tricks, mit denen sich der Stromverbrauch eines Kühlschranks senken lässt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Wie viel Energie ein Kühlschrank verbraucht, hängt vor allem von seiner Größe und seiner Bauart ab, aber ebenso vom Alter, der Betriebstemperatur sowie vom Nutzerverhalten.
  • Der durchschnittliche Stromverbrauch eines mittelgroßen Kühlschranks liegt heutzutage zwischen 60 und 90 Kilowattstunden jährlich, was Kosten von 15 bis 25 Euro entspricht.
  • Der Energieverbrauch eines Kühlschranks lässt sich mit entsprechenden Strommessgeräten messen.
  • Leistet ein Kühlschrank bereits 10 Jahre oder länger seine Dienste, benötigt er deutlich mehr Strom als aktuelle Modelle, weshalb sich eine Neuanschaffung empfiehlt.

Welche Faktoren beeinflussen den Stromverbrauch eines Kühlschranks?

Prinzipiell gibt es eine ganze Reihe von Variablen, die beeinflussen, wie viel Energie ein Kühlschrank jährlich benötigt. Einen entscheidenden Einfluss auf den Stromverbrauch hat die Größe. Tendenziell gilt: Mit steigendem Fassungsvermögen erhöht sich der Energiebedarf. Auch die Bauart des Kühlschranks spielt in diesem Zusammenhang eine Rolle. Modelle mit integriertem Kühlfach haben beispielsweise einen höheren Stromverbrauch als ähnlich große Modelle ohne Kühlfach. Zusätzlich hat das eigene Nutzerverhalten einen Einfluss: Wer die Kühlschranktür beispielsweise immer wieder für einen längeren Zeitraum offenstehen lässt, trägt damit zu einer Erhöhung des Verbrauchs bei. Weitere Einflussfaktoren sind das Alter des Geräts und seine Betriebstemperatur.

Der Stromverbrauch verschiedener Arten moderner Kühlschränke

Der Jahresverbrauch eines mittelgroßen Kühlschranks beträgt circa zwischen 60 und 90 Kilowattstunden (kWh). Die nachfolgende Liste veranschaulicht, was die üblichen Verbrauchswerte von Kühlschränken sind.

  • Kühlschrank ohne Gefrierfach: 75 bis 100 kWh bei einem Volumen von 150 Litern, 100 bis 125 kWh bei einem Volumen von 300 Litern
  • Kühlschrank mit Gefrierfach: 150 bis 170 kWh bei einem Volumen von 150 Litern, 175 bis 250 kWh bei einem Volumen von 300 Litern
  • Kombigeräte: 150 bis 250 kWh bei einem Volumen von 200 Litern, 250 bis 300 kWh bei einem Volumen von 300 Litern
  • Side-by-Side Geräte: 350 bis 500 kWh bei einem Volumen von 350 Litern

Wie lässt sich der Stromverbrauch eines Kühlschranks berechnen?

In den meisten Fällen liefert das Energielabel des Kühlschranks Informationen zu seinem jährlichen Verbrauch. Ist dieser bekannt, können Nutzer die Stromkosten ganz einfach mit der folgenden Formel berechnen:

Jährliche Stromkosten = jährlicher Stromverbrauch des Kühlschranks in kWh x Strompreis in Euro je kWh

Wenn das Gerät beispielsweise 150 Kilowattstunden im Jahr verbraucht und der Strompreis bei 27 Cent liegt, verursacht der Kühlschrank über die entsprechende Zeitspanne Kosten von 40,5 Euro (150 Kilowattstunden x 0,27 Euro je Kilowattstunde).

Den Stromverbrauch eines Kühlschranks messen

Lassen sich keine Angaben zum jährlichen Stromverbrauch des Haushaltsgeräts ausfindig machen, ist es alternativ auch möglich, den Verbrauch auf anderem Wege zu bestimmen. Wie viel Energie der Kühlschrank im Betrieb schluckt, lässt sich beispielsweise mit einem Strommessgerät ermitteln. Ein solches Messinstrument ist im Handel bereits zu einem niedrigen Preis erhältlich. Darüber hinaus besteht bei vielen Energieversorgern und mitunter auch bei der Verbraucherzentrale die Möglichkeit, sich ein entsprechendes Gerät auszuleihen.

Um den Verbrauch zu erfassen, ist es notwendig, die Apparatur zwischen Kühlschrank und Steckdose zu schalten. Damit das Gerät einen verlässlichen Wert ermitteln kann, sollte es mindestens einen Tag angeschlossen bleiben. Den so ermittelten Tagesverbrauch multiplizieren Verbraucher mit 365 (die Anzahl der Tage eines Jahres), um die oben erwähnte Formel verwenden zu können. Außerdem ermöglichen es einige Versorger, den Stromverbrauch des Kühlschranks mit einem sogenannten Smart Meter – also einem intelligenten Stromzähler – zu bestimmen.

Wann den alten Kühlschrank gegen einen neuen auszutauschen?

Die Anschaffung eines neuen Kühlschranks lohnt sich in vielen Fällen. Aktuelle Geräte verbrauchen nämlich erheblich weniger Strom. Ein Kühlschrankmodell ohne Gefrierfach verbrauchte im Jahr 2000 durchschnittlich etwa 330 Kilowattstunden pro Jahr. Aktuelle Geräte der Effizienzklasse A+++ benötigen dagegen lediglich 90 Kilowattstunden. Bei einem Strompreis von 27 Cent zahlen Verbraucher mit einem älteren Modell also knapp 65 Euro jährlich und mit einem neueren knapp 25 Euro.

Die Verbraucher können mit neueren Kühlschrankmodellen jedoch nicht nur Strom und damit bares Geld sparen. Ein Kühlschrank, der den heutigen Standards entspricht, belastet auch die Umwelt weniger. Ein geringerer Stromverbrauch sorgt nämlich dafür, dass weniger CO2-Emissionen entstehen. Die moderne Ausführung im obigen Beispiel würde etwa 135 Kilogramm CO2 weniger pro Jahr als ein alter Kühlschrank produzieren – ein deutlicher Unterschied in der Ökobilanz. Die Anschaffung eines neuen Geräts ist daher im Normalfall sowohl aus wirtschaftlichen als auch aus ökologischen Gesichtspunkten sinnvoll.

Tipps: Stromverbrauch vom Kühlschrank senken

Unbestreitbar hat die Energieeffizienzklasse einen großen Einfluss auf den Stromverbrauch des Geräts. Verbrauchern stehen jedoch mehrere Möglichkeiten offen, den Energiebedarf ihres Kühlschranks zu senken. Dazu bieten sich unter anderem die folgenden Maßnahmen an:

  • Wahl des Standorts: Der Kühlschrank sollte weder neben dem Herd noch neben der Heizung stehen. Wärme sorgt nämlich dafür, dass das Gerät mehr kühlen muss. Dies trifft ebenso auf direkte Sonneneinstrahlung zu, weswegen der Kühlschrank nach Möglichkeit nicht direkt in der Sonne stehen sollte.
  • Lüftungsschlitze freilassen: Bei verdeckten Lüftungsschlitzen staut sich die warme Abluft, was den Stromverbrauch erhöht. Längerfristig kann sogar ein Defekt des Geräts die Folge sein.
  • Sinnvolle Temperatur einstellen: Im Allgemeinen gilt eine Kühlschranktemperatur von sechs bis sieben Grad Celsius als optimal. Für Gefrierfächer sind es -15 Grad Celsius. Jedes Grad unter diesen Empfehlungswerten erhöht den Energiebedarf um etwa zehn Prozent.
  • Kühlschranktür immer nur kurz öffnen: Steht die Tür des Kühlschranks für längere Zeit offen, entweicht die kühle Luft und die wärmere Umgebungsluft strömt in den Kühlschrank. Diese muss dann heruntergekühlt werden, was zusätzliche Energie kostet.
  • Gefrierfach regelmäßig abtauen: Bereits eine Eisschicht von fünf Millimetern führt zu einem 30-prozentigen Anstieg des Verbrauchs, was circa 25 Kilogramm CO2 pro Jahr verursacht.
  • Vorhandenes Volumen auslasten: Die höchste Energieeffizienz weist ein gut befüllter Kühlschrank auf. Allerdings sollte die Luft noch zirkulieren können.
  • Keine warmen Lebensmittel in den Kühlschrank: Es ist empfehlenswert zu warten, bis Speisen abgekühlt sind, bevor sie in den Kühlschrank kommen. Der Verbrauch steigt andernfalls gleich doppelt: einerseits durch die warme Speise und andererseits durch die erhöhte Bildung von Kondenswasser.