Sparen für Kinder: Wie Eltern Geld für Kinder richtig anlegen

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Das Wichtigste in Kürze

  • Das Geld, das Kinder selbst sparen, um größere Anschaffungen damit zu finanzieren, ist als Tagesgeld am besten angelegt.
  • Beim mehrjährigen Sparen auf ein großes Ziel mit festem Termin – etwa ein Moped oder den Führerschein – ist Festgeld die richtige Geldanlage für Kinder und Jugendliche.
  • Große Geldgeschenke investieren Eltern am besten in einen Mix aus Festgeld und renditestarken Geldanlagen wie Aktien oder Fonds. Besonders geeignet sind günstige Indexfonds (ETFs).
  • Wenn Großeltern, Paten oder die Eltern selbst regelmäßig Geld für Kinder sparen, ist ein Fondssparplan dafür besonders gut geeignet.
  • Niedrige Kosten, mehr Rendite – achten Sie bei der Auswahl Ihrer Finanzprodukte und des Wertpapierdepots auf günstige Konditionen.

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+++ Dieser Ratgeber wird regelmäßig aktualisiert. Die folgenden Informationen entsprechen dem aktuellen Stand im April 2019. Spätere Entwicklungen sind noch nicht berücksichtigt +++

Viele Eltern legen für ihre Kinder regelmäßig etwas Geld zurück. Auch Großeltern, Tanten und Onkel oder die Paten steuern häufig mit größeren Geldgeschenken etwas zum Vermögensaufbau eines Kindes bei. Eltern stehen also vor der Frage, welche Geldanlage für Kinder besonders geeignet ist. Wer auf hohe Zinsen und eine attraktive Rendite achtet, holt aus dem angesparten Geld mehr heraus. Das Sparbuch sollte als alleinige Anlage ausgedient haben. Dort sind die Zinsen in der Regel niedriger als die Inflation. Die steigenden Preise fressen also einen Teil des Geldes auf. Wir erklären, worauf Sie beim Sparen für Kinder achten sollten und wie Sie Ihren Nachwuchs an einen verantwortungsvollen Umgang mit Geld heranführen können.

Die richtige Geldanlage hängt von drei Faktoren ab

Eines gleich vorweg: Die eine optimale Geldanlage für Kinder gibt es nicht. Es hängt von drei Faktoren ab, wie das Geld am besten investiert wird.

1. Vom Sparziel

Das Geld, das Kinder selbst sparen, um davon ein Fahrrad, eine Spielekonsole oder einen Computer zu finanzieren, sollte anders angelegt werden als sehr große Geldgeschenke, die dem Vermögensaufbau dienen und nicht für kurzfristige Konsumwünsche verwendet werden sollen.

2. Von der Laufzeit der Anlage

Wird das gesparte Geld zu einem bestimmten Zeitpunkt benötigt? Muss es sogar jederzeit flüssig zur Verfügung stehen? Oder soll es für einen langen Zeitraum angelegt werden und während dessen eine möglichst hohe Rendite bringen? Welche Geldanlage für Kinder die richtige ist, hängt stark davon ab, wie lange das Geld gespart wird.

3. Von der Sparfrequenz

Legen Sie einmalig eine größere Summe an oder zahlen Sie jeden Monat kleinere Beträge in einen Sparplan ein? Gerade beim regelmäßigen Sparen für Kinder ist es wichtig, auf die Kosten zu achten. Denn wenn von jeder Sparrate erst einmal mehrere Euro Gebühren abgezogen werden, belastet das die effektive Rendite erheblich.

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Sparen für Kinder: 3 typische Szenarien

Wie das Geld für Kinder am besten angelegt wird, hängt also stark von individuellen Einflussfaktoren ab. Deshalb ist es sinnvoll, unterschiedliche Anlässe separat voneinander zu betrachten. In den folgenden Absätzen geben wir Ihnen Anlagetipps für drei besonders typische Szenarien:

  • Ihr Kind spart selbst für größere Konsumwünsche.
  • Sie wollen einmalig einen großen Geldbetrag für Ihr Kind anlegen.
  • Eltern, Großeltern oder Paten legen einen Sparplan für Kinder auf.

1. Szenario: Ihr Kind spart selbst für große Wünsche

Egal, ob es ein teures Mountainbike ist, ein Computer oder ein kostspieliges Smartphone: Wenn Kinder auf größere Konsumwünsche selbst sparen wollen, ist das Geld dafür auf dem Tagesgeldkonto am besten angelegt. Hier können Geldgeschenke zu Weihnachten und zum Geburtstag ebenso eingezahlt werden wie der Lohn fürs Babysitten oder Rasenmähen in der Nachbarschaft.

Tagesgeld ist jederzeit verfügbar, so dass Ihr Kind an sein Geld kommt, wenn es die benötigte Summe zusammengespart hat. Ebenso wie andere Sparkonten wird ein Tagesgeldkonto ausschließlich im Guthaben geführt. Kinder können also nicht mehr Geld abheben, als sie haben, und Schulden machen.

Zwar sind im anhaltenden Zinstief auch die Zinsen für Tagesgeld in den Keller gegangen – vor allem viele niedergelassene Filialbanken zahlen überhaupt keine Zinsen mehr. Doch wer Anbieter vergleicht, findet aktuell Tagesgeldkonten mit einer Verzinsung von bis zu 0,7 Prozent. Bei 1.000 Euro Tagesgeld wären das immerhin 7 Euro Zinsen im Jahr. Einige Banken bieten auch ein spezielles Kinderkonto an und gewähren minderjährigen Sparern besonders hohe Zinsen auf ihr Tagesgeld.

Unser Tipp: Recherchieren Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Tagesgeldkonten mit hohen Zinsen. So lernt der Nachwuchs, worauf er bei den Angeboten achten muss.

Zum Tagesgeld-Vergleich

Mit Festgeld auf fest datierbare Wünsche sparen

Noch etwas höhere Zinsen erhält Ihr Kind, wenn es seine Ersparnisse als Festgeld anlegt. Allerdings ist das Geld während der Laufzeit nicht verfügbar. Wenn nicht klar ist, wann genau das Geld benötigt wird, ist Festgeld deshalb nicht die optimale Anlageform. Sparen Kinder aber zum Beispiel auf ein Moped zum 16. Geburtstag oder für einen langfristig geplanten Schüleraustausch, kann eine Festgeldanlage durchaus sinnvoll sein.

Je länger Sparer ihr Geld auf dem Sparkonto fest anlegen, desto höher wird der Zinssatz. Wichtig ist ein Anbietervergleich, damit Ihr Kind sich bestmögliche Konditionen sichert. Für 6-monatiges Festgeld gewähren Top-Banken aktuell bis zu 0,91 Prozent Zinsen. Festgeldanlagen mit 12-monatiger Laufzeit bringen in der Spitze 1,25 Prozent, 2-jähriges Festgeld wird mit bis zu 1,45 Prozent verzinst.

Zum Festgeld-Vergleich

2. Szenario: Einen großen Geldbetrag anlegen

Häufig erhalten Kinder zu besonderen Anlässen wie Taufe, Erstkommunion oder Jugendweihe Geld geschenkt. In unserem Szenario schenken die Großeltern ihrem Enkelkind direkt zur Geburt 10.000 Euro. Das Geld sollen die Eltern langfristig anlegen, damit es dem Enkel nach Erreichen der Volljährigkeit zur Verfügung steht.

Als Tages- oder Festgeld angelegt, ist das Geld zwar durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt, bringt dafür aber nur wenig Zinsen. Sichere Sparkonten allein sind deshalb nicht die optimale Geldanlage. Selbst mit Top-Angeboten lässt sich kaum die Inflation ausgleichen. Die Chance auf höhere Renditen bieten Aktien. Doch Aktienkurse unterliegen erheblichen Schwankungen. Theoretisch sind also auch Kursverluste möglich. Eine solide Geldanlage für Kinder sollte sich deshalb aus zwei Bausteinen zusammensetzen – einem Sicherheits- und einem Renditebaustein. Wie stark die beiden Bausteine gewichtet werden, hängt vom persönlichen Risikoprofil ab.

Der Sicherheitsbaustein

Den Sicherheitsbaustein bilden Sie am einfachsten mit Festgeldanlagen. In der anhaltenden Niedrigzinsphase sollten Sie sich aber nicht zu lange binden. Wenn die Zinsen künftig wieder steigen sollten, wäre es schade, wenn ein allzu großer Teil des Geldes noch über Jahre in einer Anlage mit geringen Erträgen gebunden wäre. Andererseits bringt Festgeld mit längerer Laufzeit auch höhere Zinsen.

Unser Tipp: Bilden Sie den Sicherheitsbaustein aus zwei abwechselnd auslaufenden 2-jährigen Festgeldanlagen. So streichen Sie einerseits die vergleichsweise hohen Zinsen einer recht langfristigen Geldanlage ein; andererseits läuft in jedem Jahr eine davon aus, so dass Sie bei der erneuten Anlage des Geldes gegebenenfalls von gestiegenen Zinsen profitieren können.

Der Renditebaustein

Auf lange Sicht versprechen Aktien eine deutlich höhere Rendite als Festgeld. Sie bilden deshalb den Renditebaustein. Um das Risiko von Kursverlusten zu reduzieren, sollten Sie beim Investment in Aktien einige Grundregeln beachten:

Regel 1 – langfristig anlegen

Kurzfristig können Aktienkurse massiv schwanken. In der Vergangenheit haben die Aktienmärkte aber selbst schwerste Einbrüche stets wieder ausgleichen können. Wer in die 30 Standardwerte des DAX investiert und seine Anlage mindestens 15 Jahre lang gehalten hat, musste noch nie Verluste hinnehmen. Historisch betrug die durchschnittliche Jahresrendite über einen 18-jährigen Anlagezeitraum stolze 8,7 Prozent. Das geht aus Berechnungen des Deutschen Aktieninstituts hervor.

Regel 2 – Fonds statt einzelner Aktien kaufen

Setzen Sie bei der Geldanlage für Kinder niemals alles auf eine Karte. Investieren Sie also nicht nur in eine einzelne Aktie, sondern in Fonds, die das Kapital über eine Vielzahl unterschiedlicher Finanztitel streuen. Besonders empfehlenswert sind börsengehandelte Indexfonds – so genannte ETFs. Sie bilden die Kursentwicklung großer Aktienindizes wie den DAX oder den MSCI World eins zu eins nach. Mit einem ETF auf den DAX streuen Sie das Kapital also automatisch über die 30 größten deutschen Aktiengesellschaften.

Regel 3: Auf die Kosten achten

Alle Kosten gehen zu Lasten der Rendite. Das sollten Sie bei der Auswahl Ihrer Finanzprodukte berücksichtigen. Bei Aktienfonds sind Jahresgebühren von 2 Prozent des Kurswerts keine Seltenheit. Von dem Geld werden unter anderem die Vertriebskosten und das Fondsmanagement finanziert. Weil ein ETF kein aktives Management benötigt, sondern einfach seinen Index nachbildet, kommt er in der Regel mit einem Bruchteil dieser Kosten aus.

Zugleich zeigen zahlreiche Studien, dass es kaum einem aktiv gemanagten Fonds gelingt, auf Dauer besser abzuschneiden als sein Vergleichsindex. Ein ETF bietet also mindestens ebenso hohe Renditechancen.

Der zweite wichtige Kostenfaktor ist das Wertpapierdepot. Bei fast allen Filialbanken müssen Sie für das Depot Gebühren zahlen. Bei vielen Direktbanken und Online-Brokern finden Sie kostenlose Depots. Auch die Ordergebühren, die beim Kauf und Verkauf Ihrer Fonds und ETFs anfallen, sind hier meist deutlich günstiger.

Wie viel Geld hat das Kind nach 18 Jahren?

Wie viel Geld dem Nachwuchs in unserem Szenario mit Erreichen der Volljährigkeit zur Verfügung steht, hängt von mehreren Faktoren ab – unter anderem davon, wie sich die Zinsen und der Aktienmarkt künftig entwickeln; nicht zuletzt aber auch davon, für welche Anlagestrategie sich die Eltern beim Sparen für Ihr Kind entschieden haben.

Aktuell bringt 2-jähriges Festgeld in der Spitze 1,45 Prozent Zinsen. Für unsere Beispielrechnung nehmen wir an, dass der Sicherheitsbaustein über die gesamte Laufzeit konstant diese Erträge abwirft. Für den ETF im Renditebaustein rechnen wir mit 8,7 Prozent Wertzuwachs pro Jahr – der durchschnittlichen Jahresrendite einer 18-jährigen DAX-Anlage. Unter diesen Voraussetzungen stünde dem Kind dann je nach gewählter Anlagestrategie zwischen 21.000 und 37.000 Euro Vermögen zur Verfügung, wenn es volljährig wird – eine stattliche Summe für den Start ins Erwachsenenleben.

3. Szenario: Einen Sparplan für Kinder auflegen

Oft wollen Eltern und Verwandte aber nicht einmalig eine hohe Summe, sondern regelmäßig kleinere Beträge anlegen. Dann bietet sich ein Sparplan an. Ein Fondssparplan beispielsweise lässt sich bei vielen Depotanbietern schon mit Sparraten ab 25 Euro besparen.

Doch Vorsicht: Wenn vor jedem Wertpapierkauf zunächst Ordergebühren abgezogen werden, landet ein beträchtlicher Teil des Geldes nicht im Fondsvermögen des Kindes, sondern bei der Bank. Einige Depotanbieter verzichten bei bestimmten ETF-Sparplänen komplett auf Ordergebühren. Es lohnt sich also, bei der Anbieterwahl gezielt nach einem Depot mit rabattierten ETF-Sparplänen zu suchen.

> Zum Depot-Vergleich

Anlagestrategien im Sparplan umsetzen

Je nach persönlicher Risikobereitschaft lassen sich die drei Anlagestrategien auch in einem Sparplan für Kinder umsetzen. Bei einer ausgewogenen Strategie und insgesamt 50 Euro monatlicher Sparrate können Sie entweder monatlich je 25 Euro in einen ETF-Sparplan investieren und weitere 25 als Tagesgeld beiseitelegen – einmal im Jahr werden die Ersparnisse von dort dann in ein gut verzinstes Festgeld umgeschichtet. Oder Sie stecken monatlich abwechselnd jeweils die vollen 50 Euro in den ETF-Sparplan und das Tagesgeldkonto. Falls Ihr Depot keine gebührenfreien ETF-Sparpläne anbietet, hat der abwechselnde Rhythmus den Vorteil, dass seltener Transaktionskosten anfallen.

Wem gehört das Geld?

Auch wenn bis zur Volljährigkeit die Eltern das Geld ihres Kindes verwalten: Es gehört dennoch ausschließlich dem Nachwuchs, sofern das Konto auf seinem Namen läuft. Die Erziehungsberechtigten entscheiden darüber, wie es angelegt wird, dürfen es aber nicht für eigene Zwecke verwenden. Sobald das Kind 18 wird, kann es dann selbst über die volle angesparte Summe verfügen.

Wer Sorge hat, dass der Nachwuchs dafür mit 18 eventuell noch nicht reif genug ist und das schöne Vermögen einfach verprasst, kann das Geld rechtzeitig in einen Auszahlplan stecken. Dann erhält das Kind daraus mit 18 jeden Monat eine festgelegte Summe. Ob und unter welchen Voraussetzungen Ihr volljähriges Kind den Auszahlplan kündigen kann, hängt von den individuellen Vertragsbedingungen ab.

Vor- und Nachteile beim Sparen auf eigenen Namen

Natürlich können Eltern und Verwandte das Geld auch auf eigenen Namen anlegen und sparen. Dann entscheiden sie selbst, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, es dem Kind ganz oder teilweise zu überlassen. Steuerlich kann es allerdings von Vorteil sein, von Beginn an auf den Namen des Kindes zu sparen. Denn auch Minderjährige haben einen persönlichen Freibetrag von derzeit 801 Euro. Auf Zinsen und Renditen bis zu dieser Höhe müssen sie keine Steuern zahlen.

Auf der anderen Seite kann das Sparen auf den Namen des Kindes dessen BAföG-Anspruch mindern. Auszubildende und Studenten sind nur förderberechtigt, wenn sie weniger als 7.500 Euro besitzen. Vermögen, das über diesen Freibetrag hinausgeht, müssen sie zunächst vollständig zur Finanzierung ihrer Ausbildung einsetzen, bevor sie Anspruch auf BAföG-Zahlungen haben.