So hält der Smartphone-Akku länger

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Akkus sind meistens genau dann leer, wenn man das Handy am dringendsten braucht. Dabei kann so ein Smartphone-Akku durchaus lang durchhalten, wenn man ein paar Dinge beachtet.

1. Display-Helligkeit

In der Regel verbraucht das Display am meisten Energie – vor allem wenn es sehr hell eingestellt ist. Das Display über den Einstellungen zu dimmen, kann sich daher positiv auf die Akkuleistung auswirken. Eine Lösung für mehr Akkulaufzeit ist die automatische Displayhelligkeit. Sie passt die Hintergrundbeleuchtung des Displays an die Umgebungshelligkeit an - dann wird nur so viel geleuchtet wie nötig.

Hinzu kommt die Zeitspanne bis zum Standby, also zu dem Moment, in dem sich der Bildschirm automatisch ausschaltet. Je kürzer diese Dauer gewählt wird, desto weniger Akkuleistung wird benötigt. Gerade wenn das Smartphone und damit der Bildschirm viel in Gebrauch ist, entlädt sich der Akku schnell.

2. Funk-Verbindungen und die Suche nach WLAN-Netzen

Zu den Top-Stromfressern gehören außerdem die Funk-Verbindungen. Dazu gehört alles, womit das Gerät eine Verbindung zur Außenwelt aufnimmt. Der Mobilfunk wird in der Regel immer gebraucht. Anders sieht es beim WLAN aus. Ist es aktiviert, sucht es konstant nach bekannten Netzen. Unterwegs ist das nicht unbedingt sinnvoll und kostet viel Energie.

3. Bluetooth und GPS

Bluetooth wird nur selten dauerhaft benötigt und sollte daher nur bei Bedarf eingeschaltet werden. Auch GPS zehrt am Akku. Die Standortbestimmung ist sowieso nur für wenige Apps wirklich notwendig, etwa für die Navigation oder Lauf-Apps. Meist wird sie nur genutzt, um das Nutzerverhalten aufzuzeichnen - in den meisten Fällen kann sie also ohne Nachteile deaktiviert werden.

4. Ladeverhalten und Akkuart

Akkus in modernen Smartphones altern schneller, wenn sie falsch geladen werden. Wer die Ladekapazität immer zwischen 10 und 90 Prozent (optimal zwischen 20 und 80 Prozent) hält, kann die Lebensdauer seines Akkus erhöhen. Smartphoneakkus sollten also weder komplett entladen noch maximal aufgeladen werden.Ist der Akku vollgeladen und fließt weiter Strom, kann dies das Akkuleben verkürzen, wenn die eingebaute Schutzschaltung versagt. Gut ist es, ein Gerät vom Netz zu nehmen, kurz bevor es vollgeladen ist.

Deshalb ist es auch wenig sinnvoll, das Handy über Nacht am Ladekabel zu lassen. Das verkürzt nicht nur das Akkuleben, sondern kann gefährlich werden: Beim Ladevorgang können Lithium-Akkus Feuer fangen. Hersteller raten deshalb oft, den Akku besser unter Aufsicht zu laden. Grundsätzlich verlieren gut gepflegte Akkus nach 500 Mal Aufladen nicht mehr als 20 Prozent ihrer Kapazität.

"Viele Weisheiten zur Akku-Nutzung beziehen sich noch auf Nickel-Metallhydrid-Akkus (NiMH)", sagt Prof. Michael Brodmann vom Energieinstitut der Westfälischen Fachhochschule Gelsenkirchen. Diese Akkus gibt es heute meist nur noch in Batterieform, aber nicht in modernen Smartphones. Für NiMH-Akkus galt: Immer vollständig auf- und entladen, um den Memory-Effekt zu verhindern, der den Akku von Mal zu Mal schwächer werden ließ. Auf moderne Lithium-Ionen-Akkus (Li-Ion) und deren Nachfolger Lithium-Polymer-Akkus (Li-Po) trifft das nicht zu, sagt Brodmann. Einen Memory-Effekt gibt es hier nicht.

Beim Aufladen mit einem Netzteil gilt zudem: "Die angegebene Netzspannung - in Deutschland 230 Volt - und die Leistung in Watt sollten in jedem Fall passen", erklärt Jasper Fleischhauer von iFixit. Wer sichergehen will, dass Akku, Gerät und Ladeeinheit optimal zusammenarbeiten, sollte zu Hersteller-Zubehör greifen, empfiehlt Fleischhauer. "Das ist aber kein Muss, auch Dritthersteller bauen gute Netzteile."

5. Extreme Temperaturen

Auch sollte der Akku nicht extremen Temperaturen ausgesetzt sein. Unter 0 Grad Celsius sinkt die Leistungsfähigkeit. Temperaturen von 40 Grad und mehr beschleunigen den Alterungsprozess des Geräts. Im Winter sollte das Telefon also vielleicht besser nicht in die äußerste Tasche, im Sommer lieber in den Schatten.

6. LTE-Funk und Apps

Einen Trick für Nutzer, die einen Mobilfunkvertrag mit niedriger Datentransferrate haben, empfiehlt Hannes Czerulla vom Fachmagazin c't: "LTE-Funk verbraucht mehr Strom als 3G. Wer also eh nur 3G nutzt, kann LTE deaktivieren." Wenn schon alles versucht wurde, der Ladestand aber dennoch weiter schmilzt, können Apps daran schuld sein, da einige von ihnen verschwenderisch programmiert sind. Sie belasten den Prozessor mit unnötigen Operationen im Hintergrund und bremsen damit die Performance das Handys aus. Darunter leidet auch der Akku.

Die Stromsünder lassen sich über die Einstellungen aber leicht ausfindig machen. Unter Batterie oder Akku werden die Apps nach ihrem Stromverbrauch aufgelistet - auch danach, wie viel Strom sie im Hintergrund verbrauchen. Fällt eine App aus der Reihe und hat einen immensen Verbrauch, sollte die deaktiviert oder deinstalliert werden. In den Einstellungen zur Datennutzung lässt sich auch für einzelne Apps die Abfrage von Hintergrunddaten beschränken. Das kann den Akku und zusätzlich das Datenvolumen schonen.

Tipp: Unterwegs laden

Wenn alles nichts hilft und der Akku unterwegs schlappmacht, helfen Powerbanks weiter. Das sind Zusatzakkus, die als Ladegerät verwendet werden können. Für das Zubehör gibt es eine unüberschaubare Auswahl. Wer den Strom für sein Smartphone umweltbewusst und sportlich selbst erzeugen will, kann das sogar mit einem USB-Fahrraddynamo tun.