So finden Sie den richtigen Zahnarzt

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Der bisherige Zahnarzt hat sich zur Ruhe gesetzt oder durch einen Umzug ist ein Patient auf der Suche nach einer neuen Zahnarztpraxis. Für die Suche bieten sich verschiedene Optionen an. Eine Umfrage im Bekanntenkreis kann genauso hilfreich sein wie eine Suche im Internet. Die Frage ist allerdings auch, welche Art von Zahnarzt ein Patient sucht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nicht alle Titel, die ein Zahnarzt anführt, sind zertifiziert.
  • Eltern von Kindern und Angstpatienten sollten besonders sorgfältig auswählen.
  • Nutzen Sie eine einfache Vorsorgeuntersuchung, um den Zahnarzt zu testen.

Unterschiedliche Fachrichtungen und Titel

Der eine oder andere Zahnarzt wirbt mit einem Titel oder einer Fachbezeichnung, die für einen Laien fremd ist. Das Risiko für den Patienten besteht darin, dass der Titel möglicherweise nicht von einem Verband vergeben wurde und nicht geschützt ist.

Beispiele dafür sind „Implantologe“ oder „Parodontologe“. Hilfreich ist es, wenn beispielsweise im zweiten Fall die Gesellschaft DGPARO im Namensschild steht. Dann ist sichergestellt, dass es sich um einen zertifizierten Parodontologen handelt. Wer einen Spezialisten für Implantate sucht, sollte darauf achten, dass der Zusatz DGI oder DGZI erwähnt ist. Diese Gesellschaften zertifizieren Implantologen und geben Gewähr dafür, dass der Arzt auch die entsprechende Aus- und Weiterbildung dafür durchlief.

Wer Wert auf eine maximale Qualifikation seines Zahnarztes legt, sollte einen Fachzahnarzt aufsuchen. Dieser hat nach dem Studium noch eine zusätzliche mehrjährige Ausbildung absolviert. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Fachrichtungen in der Zahnheilkunde:

Fachrichtung Tätigkeitsfeld
Oralchirurgie Führt Operationen durch, zum Beispiel bei einer Zahntransplantation oder zum Entfernen von Weisheitszähnen.
Kieferorthopädie Korrigiert Fehlstellungen von Zähnen und Kiefer.
Parodontologie Heilt Erkrankungen am Zahnhalteapparat, beispielsweise Parodontitis.
Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (MKG-Chirurg) Hat sowohl ein Human- als auch ein Zahnmedizinstudium abgeschlossen. Die Aufgaben sind unter anderem komplizierte Operationen an Gesicht und Kiefer, zum Beispiel das Herausoperieren von Weisheitszähnen oder auch das Operieren von Tumoren im Gesicht.

Und wenn es nur um Vorsorgeuntersuchungen geht?

Tipps und Empfehlungen aus dem Freundeskreis sind mit Vorsicht zu genießen. Gleiches gilt auch für die Bewertungsportale im Internet. Der eine schwört auf seinen Zahnarzt, ein anderer hat die Praxis bereits ohne Behandlung wieder verlassen.

Natürlich hilft es für die Zahnarztsuche, wenn man einige Adressen hat, aber am Ende zählt die eigene Erfahrung. Es gibt Patienten, die Wert auf enge Kommunikation legen, anderen ist es wichtig, dass der Arzt behandelt und schweigt. Neben den subjektiven Wahrnehmungen gibt es aber auch objektive Einschätzungen.

  • Welchen Eindruck macht die Praxis? Ordentlich oder eher vernachlässigt?
  • Tragen alle Mitarbeiter einen Mundschutz während der Behandlung?
  • Ist das Wartezimmer überfüllt oder eher leer?

Ein volles Wartezimmer kann auf einen guten und gefragten Arzt, aber auch auf ein misslungenes Terminmanagement hindeuten.

Steht keine besondere Behandlung wie Zahnersatz an, spricht nichts dagegen, im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen verschiedene Ärzte zu testen. Kommt es aber zu größeren Behandlungen, spielt wieder die Wahrnehmung eine entscheidende Rolle.

Wer Zahnersatz benötigt, hat nicht nur öfter mit dem Zahnarzt zu tun, er muss auch meist tiefer in die Tasche greifen. Um so wichtiger ist es, dass der Zahnarzt in der Lage ist, Vertrauen zu schaffen. Dies passiert in der Regel durch eine detaillierte Erläuterung der geplanten Maßnahmen anhand des Heil- und Kostenplans. Die Erläuterung schließt auch die Darstellung der Kosten ein und welcher Eigenaufwand auf den Patienten zukommt. Das gilt auch, wenn der Patient über eine Zahnzusatzversicherung verfügt.

Zahnärzte und Kinder – ein heikles Thema

Eltern suchen natürlich einen ganz speziellen Typ von Zahnarzt. Er soll nicht nur kompetent sein und auf die oben aufgeworfenen Fragen mit positiven Eindrücken bedacht werden. Er muss auch genügend Einfühlungsvermögen für Kinder mitbringen, um den Zahnarztbesuch nicht zu einem traumatischen Erlebnis werden zu lassen. Besonders geschulte Ärzte sind in der Lage, mögliche Eingriffe unter Hypnose der jungen Patienten durchzuführen. Hier helfen Fragen an Lehrer der Schule oder Erzieherinnen im Kindergarten. Diese wissen in der Regel, welche Zahnärzte bei Kindern ein besonders gutes „Händchen“ haben.

Der erste Zahnarztbesuch sollte übrigens erfolgen, wenn bei dem Nachwuchs die Milchzähne vollständig vorhanden sind. Die meisten Krankenkassen sehen das leider anders und erstatten die Früherkennungsuntersuchung erst ab dem 30. Monat. Bis zum sechsten Lebensjahr werden dann drei Vorsorgeuntersuchungen erstattet. Allerdings müssen zwischen zwei Arztterminen mindestens zwölf Monate liegen.

Eine Anforderung an den Zahnarzt sollte auch sein, dass er dem Nachwuchs erläutert, wie optimale Zahnpflege aussieht, und welche Lebensmittel besonders wichtig für gesunde Zähne sind. Hier kommt die größere Autorität gegenüber den Eltern zum Tragen.

Angstpatienten – eine besondere Klientel

Neben Kindern, bei denen es gilt, ihnen die Angst vor dem Zahnarzt zu nehmen, gibt es noch eine zweite Personengruppe, die einen besonderen Zahnarzt benötigt. Die Rede ist von sogenannten Angstpatienten.

Findet sich kein Zahnarzt in der Nähe, der auf diesen Personenkreis spezialisiert ist, sollte der Patient schon bei der ersten Terminvereinbarung das Thema auf seine Zahnarztangst bringen. Möglicherweise ist der Zahnarzt durchaus in der Lage, diese Besonderheit zu berücksichtigen und von seinem standardisierten Behandlungsprozess abzuweichen. Vielleicht hilft es ja schon, wenn der Patient zwar nervös in den Behandlungsraum geht, aber dann unter Narkose behandelt wird.