Smartphone-Kamera: Die wichtigsten Funktionen

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Für viele zählt die Smartphone-Kamera zu den wichtigsten Features des neuen Handys. Die Handykamera ersetzt heutzutage bei der Mehrheit eine zusätzliche Digitalkamera. Das praktische an der Smartphone-Kamera: Man hat sie immer dabei und kann jeden schönen Moment einfangen. Mittlerweile ist die Technik dieser Kameras so weit fortgeschritten, dass problemlos hochwertige Bilder geschossen werden können. Welche Kriterien bei der Handykamera wichtig sind und auf was Sie beim Kauf achten sollten, haben wir Ihnen in diesem Ratgeber zusammengefasst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Smartphone-Kameras bestehen aus Objektiv, Blende, Verschluss, Bildsensor und Software.
  • Verschiedene Kamerafunktionen wie die HDR-Funktion oder der Bokeh-Effekt helfen dabei, die optimalen Fotoergebnisse zu erzielen.
  • Megapixel und Blendenzahl sind wichtige Indikatoren für die Bildqualität.

Wie funktionieren Handykameras?

Fotokameras bestehen aus den vier Elementen Objektiv, Blende, Verschluss und Bildsensor. So auch die Smartphone-Kamera. Auf die Motive, die fotografiert werden, fällt Licht.

  • Dieses Licht wird reflektiert und vom Objektiv gebündelt sowie übertragen. Dabei können Lichtstärke und Brennweite eingestellt werden.
  • Die Blende ist Teil des Objektivs, mit ihrer Hilfe wird gesteuert, wie viel Licht einfällt. Ist es sehr hell, öffnet sich die Blende wenig und kurz.
  • Wenn Sie den Aufnahmeknopf der Kamera betätigen, öffnet sich außerdem der Verschluss und lässt das Licht für eine bestimmte Zeit auf die Bildebene fallen.
  • Der Bildsensor überträgt das Licht dann in digitale Werte.

Bei einer Handykamera sind diese Funktionen um einiges minimierter als beispielsweise bei einer professionellen Spiegelreflexkamera. Allerdings werden die eingebauten Kameras in Smartphones immer leistungsstärker und die Technik fortschrittlicher, sodass sie zumindest eine einfache Digitalkamera gut ersetzen können. Manche Smartphones verfügen gleich über mehrere Kameras, Weitwinkel- und Ultraweitwinkel-Funktionen, mehrere Teleobjektive und zahlreiche weitere Kamerafunktionen, die sich in den Einstellungen individuell konfigurieren lassen.

Die Software spielt bei einer Smartphone-Kamera ebenfalls eine wichtige Rolle. In der Hardware verbaute Lösungen funktionieren meist besser als digitale Software-Lösungen. Da ein Smartphone aber nicht zu groß und schwer sein darf, werden viele Funktionen von der Hard- in die Software verlagert. Beispielsweise ist es schwer möglich, bei einer Smartphone-Kamera einen optischen Zoom einzubauen. Daher verfügen Smartphones über einen digitalen Zoom, der den vorhandenen Bildabschnitt vergrößert. Hier leidet meist die Qualität der Bilder, da nicht wie beim optischen Zoom die Nähe zum Objektiv mit der Linse verändert wird.

Megapixel, Blendenzahl und mehrere Linsen – Was ist wirklich wichtig?

Eine hohe Megapixel-Zahl verspricht eine top Bildqualität. Megapixel beschreiben die Auflösung des Kamerasensors und spezifizieren damit die Bildschärfe. Je mehr Megapixel ein Foto besitzt, desto schärfer und detailreicher kann es dargestellt werden. Der Sensor kann umso mehr Bildpunkte erfassen, je höher die Megapixel-Zahl ist. Megapixel sind dennoch nicht der wichtigste Indikator für gute Bildaufnahmen. Nutzer werden oftmals mit einer hohen Auflösung gelockt, doch es gibt noch weitere Faktoren, die für eine gute Handykamera wichtig sind.

Wenn die Software der Kamera und die Blende nicht ausreichend funktionieren, bringt auch eine hohe Megapixel-Zahl nichts. Die Blende der Kamera spielt bei der Bildqualität eine entscheidende Rolle, denn sie bestimmt, wie viel Licht aus der Umgebung auf den Sensor gelassen werden kann. Die fotografische Lichtstärke zu erklären, ist etwas komplex. Der sogenannt „f“-Wert einer Kamera beschreibt das Verhältnis zwischen der tatsächlichen Öffnung des Objektivs und der Brennweite der Optik. Die Öffnung der Blende ist also umso größer, je geringer der „f“-Wert ist. Die Bilder werden detailreicher und klarer, wenn mehr Licht auf den Kamerasensor fallen kann. Um auch bei schlechten Lichtverhältnissen schöne Fotos aufnehmen zu können, sollte das Smartphone eine Blendenöffnung von f/1.8 oder niedriger haben.

Achten Sie also darauf, dass die Smartphone-Kamera nicht nur über eine hohe Megapixel-Zahl, sondern ebenfalls über eine gute Blendenzahl verfügt. Somit steht professionellen Fotoaufnahmen mit dem Smartphone fast nichts mehr im Wege.

Was sind die wichtigsten Funktionen der Smartphone-Kamera?

Kennen Sie alle Funktionen Ihrer Smartphone-Kamera? Wenn man sich nicht ausführlich damit auseinandersetzt, ist es schwer zu wissen, was mit der Handykamera wirklich alles möglich ist. Dies sind die wichtigsten Kamerafunktionen, die man kennen und beachten sollte:

  • HDR-Funktion (High Dynamic Range): Bei der HDR-Funktion nimmt die Smartphone-Kamera mehrere Fotos hintereinander auf und fügt diese anschließend zu einem Foto mit optimalen Belichtungsverhältnissen zusammen. Die optimale Belichtung und starke Kontraste eines HDR-Fotos kommen der Wahrnehmung des menschlichen Auges näher als ein aufgenommenes Foto ohne HDR. Besonders bei Landschaftsaufnahmen oder wenn die Sonne stark blendet, eignet sich die HDR-Funktion am besten. Bei Aufnahmen mit Bewegung sollte die HDR-Funktion besser ausgeschaltet werden, da durch die schnell hintereinander aufgenommenen Fotos bei Bewegung schnell Unschärfe entstehen kann.
  • Bildstabilisator: Ein Bildstabilisator reduziert Verwacklungen und Unschärfe in Fotos. Man kann zwischen einem elektronischen und einem optischen Bildstabilisator unterscheiden. Der elektronische Bildstabilisator nutzt eine automatisch arbeitende Technologie, die die Fotos verbessert. Der optische Bildstabilisator verbessert die Fotos mit Hilfe einer beweglichen Objektivlinse und ist meist nur in teureren Smartphones verbaut.
  • Nachtmodus: Atemberaubende Bilder am Abend mit idealer Belichtung verspricht der Nachtmodus der Smartphone-Kameras. Die meisten aktuellen Smartphones besitzen den Multishot-Nachtmodus. Die Aufnahme dauert dabei circa eine bis drei Sekunden. Das Bild wird anschließend etwa genauso lange verarbeitet und voilà – das Ergebnis ist ein tolles Foto mit hellerer Belichtung, besserer Detailwiedergabe und weniger Bildrauschen als bei einer Aufnahme bei Nacht im Standard-Modus der Kamera. Noch ein kleiner Tipp: Bei Aufnahmen im Nachtmodus ist es wichtig, das Smartphone so ruhig wie möglich zu halten, um ein Verwischen der Fotos zu vermeiden.
  • Deep Fusion: Die Deep Fusion Funktion in Handykameras arbeitet automatisch im Hintergrund. Deep Fusion nimmt neun Bilder auf. Noch bevor der Auslöser gedrückt wird, werden vier kurze und vier sekundäre Bilder aufgenommen. Während der Auslöser dann gedrückt wird, fertigt Deep Fusion eine Langzeitbelichtung an. Die Kombination aus kurz- und langzeitbelichteten Bildern wird innerhalb einer Sekunde analysiert und zu einem optimalen Ergebnis zusammengefügt. Das Ergebnis sind Fotos mit mehr Textur und deutlich weniger Bildfehlern, auch bei schlechter Beleuchtung.
  • Bokeh-Effekt: Mit dem Bokeh-Effekt wird der Hintergrund eines Fotos unscharf, um das eigentliche Motiv des Fotos hervorzuheben. Der Effekt wird beispielsweise bei Porträtaufnahmen verwendet. Hierbei ist eine spezielle Technik in der Kamera integriert, die vom menschlichen Auge nicht wahrgenommen werden kann. Der Effekt ist erst auf dem gemachten Foto zu erkennen.
  • Weichzeichner: Bei einigen Smartphones sind Weichzeichner-Effekte, auch als „Beauty-Mode“ bekannt, bereits in der Kamera vorinstalliert. Der Effekt bewirkt, dass das Gesicht „weicher“ wirkt. Unreinheiten und Falten werden kaschiert, man erhält ein ebenmäßiges und makelloses Hautbild. Das Ergebnis sind leider oftmals Bilder, die sehr unnatürlich wirken. Bei einigen Smartphones kann der Beauty-Mode deaktiviert oder die Intensität eingestellt werden.

Wie entscheide ich mich für die passende Smartphone-Kamera?

Die unzähligen Funktionen einer Smartphone-Kamera machen es Laien schwer, den Überblick zu behalten. Was eine gute Handykamera ausmacht, ist gar nicht so leicht ersichtlich. Welche Funktionen wirklich nützlich und notwendig sind, ist auch immer abhängig vom Nutzer. Daher sollte vor dem Kauf überlegt werden, wofür man die Smartphone-Kamera hauptsächlich nutzen möchte und worauf man Wert legt. Die neuesten Smartphone-Modelle verfügen bereits über die wichtigsten Funktionen, um großartige Fotos aufzunehmen. Ein wenig ausprobieren und üben wird helfen, optimale Fotoergebnisse mit dem Smartphone zu erzielen.