Rente erhöhen: Wie viel Sie für 500 Euro Rente sparen müssen

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Das Wichtigste in Kürze

  • Bei der Berechnung des nötigen Kapitals für 500 Euro mehr Rente sollten Sie von 25 Jahren Rentendauer ausgehen. So ist die Gefahr gering, dass Ihnen irgendwann das Geld ausgeht.
  • In der Auszahlphase sollte das Geld sicher angelegt sein. Einmal im Jahr sollte sich die Rente erhöhen. Diese Dynamik dient als Inflationsausgleich, um Ihre Kaufkraft zu erhalten.
  • Für die Sparphase gelten zwei Grundsätze: Fangen Sie möglichst früh an zu sparen und achten Sie auf eine hohe Rendite.
  • Alle Kosten gehen zu Lasten der Rendite. Investieren Sie in günstige Indexfonds (ETFs) und nutzen Sie für den Wertpapierhandel ein Depot mit guten Konditionen.

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Wer sich im Alter aus den eigenen Ersparnissen die Rente erhöhen möchte, sollte mit der Vorsorge möglichst früh anfangen. Je mehr Zeit bis zum Ruhestand noch bleibt, desto einfacher kommt ausreichend Kapital für einen spürbaren Rentenzuschuss zusammen. Aber wie viel Geld müssen Sie für 500 Euro Rente sparen? Und wie viel müssen Sie monatlich zur Seite legen, um auf diese Summe zu kommen?

25 Jahre lang 500 Euro Rentenzuschuss

Wie viel Sie jeden Monat für 500 Euro Rente sparen müssen, hängt von Ihrem Alter ab und natürlich auch davon, wann Ihr Ruhestand beginnt. 25-Jährige haben bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter noch 42 Jahre Zeit. Ihnen bleiben also 20 Jahre mehr für die Vermögensbildung als einem 45-Jährigen. Entsprechend leichter haben sie es auch, genügend Kapital zu bilden, um sich davon ihre Rente erhöhen zu können.

Wie viel Geld Sie insgesamt benötigen, hängt davon ab, wie lange der Rentenzuschuss bezahlt werden soll. Sparer, die heute 67 sind, haben eine statistische Lebenserwartung von weiteren 18 Jahren. Sicherheitshalber planen die drei Sparer mit 25 Jahren Rentenbezugsdauer. Dadurch verringern Sie die Gefahr, dass ihnen zu Lebzeiten das Geld ausgeht.

Kapitalbedarf für 500 Euro Rente

Zuerst müssen Sie nun herausfinden, wie viel Vermögen Sie brauchen, um sich den Rentenzuschuss 25 Jahre lang auszahlen zu können. Während des Rentenbezugs sollte das Geld vor allem sicher angelegt sein. Eine hohe Rendite hat jetzt nicht mehr oberste Priorität. Sie können Ihre Ersparnisse beispielsweise auf ein klassisches Sparkonto überweisen. In den letzten 15 Jahren brachten Spareinlagen hier im Schnitt 1,4 Prozent Zinsen. Von diesem Konto richten Sie dann einen monatlichen Auszahlplan ein.

Im ersten Jahr zahlen sie sich monatlich 500 Euro Rente aus. Danach sollten Sie die Rente erhöhen, um die Inflation auszugleichen. Die durchschnittliche Inflationsrate seit der Wiedervereinigung beträgt 1,7 Prozent. In dieser Höhe sollten Sie jedes Jahr auch Ihre Rente erhöhen. Diese dynamische Rentenerhöhung müssen Sie bei der Berechnung des benötigten Kapitals berücksichtigen.

Denken Sie außerdem daran, dass Kapitalerträge grundsätzlich steuerpflichtig sind. Auf Zinseinnahmen, die den jährlichen Freibetrag von 801 Euro übersteigen, werden Abgeltungssteuer und Solidaritätszuschlag fällig – bei Mitgliedern einer Religionsgemeinschaft kämen noch Kirchensteuern hinzu. Das Ergebnis: Sie brauchen insgesamt fast 158.000 Euro für einen Rentenzuschuss von anfangs 500 Euro, der sich jedes Jahr um 1,7 Prozent erhöht. In diesem Beispiel haben wir ohne Kirchensteuer gerechnet.

Der Auszahlplan für die Rentenerhöhung in der Übersicht

  • Bezugsdauer: 25 Jahre
  • Rentenerhöhung: 500 Euro (im ersten Jahr)
  • Jährliche Dynamik: 1,7 Prozent
  • Angenommene Guthabenverzinsung: 1,4 Prozent
  • Kapitalbedarf zum Beginn der Auszahlphase: 157.732 Euro

Für die Rente sparen: Auf Aktien setzen

Wie viel Geld Sie monatlich zurücklegen müssen, um so viel Kapital zu bilden, hängt im Wesentlichen von zwei Faktoren ab: Ihrem Alter und der Rendite. Je früher Sie anfangen zu sparen, desto mehr Zeit haben Sie noch bis zum Ruhestand und damit für die Kapitalbildung. Wie viel das ausmacht, wird später bei der Berechnung der monatlichen Sparraten sehr deutlich.

Ebenso großen Einfluss hat die Rendite. Selbst mit 45 bleiben Ihnen noch 22 Jahre bis zum Renteneintritt. Das ist genug Zeit, um auf renditestarke Anlagen wie Aktien zu setzen. Achten Sie dabei auf eine breite Streuung. Besonders einfach und günstig geht das mit börsengehandelten Indexfonds – sogenannten ETFs. Mit dem Kauf von Fondsanteilen investieren sie hier nicht nur in eine einzelne Aktie, sondern in sämtliche Titel, die zusammen einen großen Aktienindex bilden – bei einem ETF auf den DAX zum Beispiel in die 30 größten deutschen Aktiengesellschaften.

Fonds als Geldanlage: Wie Sie den optimalen Fonds finden

Zwar unterliegen Aktien und Aktienindizes teilweise erheblichen Kursschwankungen. Aber durch den langen Anlagehorizont können Sie vorübergehende Kursverluste einfach aussitzen. Dadurch relativieren sich die Risiken.

Historisch betrachtet mussten Anleger, die in den DAX investiert und ihre Anteile mindestens 15 Jahre lang gehalten haben, noch nie Verluste hinnehmen. Das belegen Daten des Deutschen Aktieninstituts. Über einen Zeitraum von 22 Jahren hat ein DAX-Investment demnach noch nie weniger als 5 Prozent durchschnittliche Jahresrendite abgeworfen. Im historischen Durchschnitt brachten DAX-Anlagen über einen solch langen Zeitraum sogar 8,9 Prozent Rendite im Jahr.

People Component Oliver Maier

Oliver Maier

Geschäftsführer Verivox Finanzvergleich GmbH

Für den langfristigen Vermögensaufbau sind Aktien die beste Wahl. Aktienanlagen haben das größte Renditepotenzial und auf lange Sicht relativieren sich die Kursrisiken.

Solche Renditen können Sie mit Sparbuch- oder Tagesgeldanlagen nicht erzielen. Aktuell bringt Tagesgeld selbst bei den Top-Anbietern nur 0,7 Prozent (Stand: April 2019). Zwar dürften die Zinsen nicht dauerhaft so niedrig bleiben – vor 10 Jahren brachte Tagesgeld im Schnitt noch deutlich über 1 Prozent. Doch das Renditepotenzial von Aktien hat Tagesgeld nicht.

Mehr zum Thema: Zinsentwicklung und Zinsprognose für Spar- und Kreditzinsen

Renditestark anlegen, früh genug anfangen

Auf eine hohe Rendite sind Sie aber angewiesen, wenn Sie Ihre Rente erhöhen wollen. Immerhin benötigen Sie zum Renteneintritt fast 158.000 Euro, um sich 25 Jahre lang 500 Euro Rente auszuzahlen – nach Steuern wohlgemerkt. Auch auf Ihre Kurs- und Zinsgewinne in der Ansparphase fallen Abgeltungssteuer und Soli an.

Je älter Sie bereits sind, desto wichtiger ist eine hohe Rendite. Mit dem aktuellen Tagesgeldzins etwa kann ein 45-Jähriger nur noch mit eiserner Disziplin genug Geld für 500 Euro Rente sparen. Bei einem Zins von 0,7 Prozent müsste er jeden Monat knapp 564 Euro zurücklegen, um bis zum Ruhestand noch genug Vermögen zu bilden. Nicht einmal halb so hoch fällt die benötigte Sparrate bei einer DAX-Anlage aus, wenn sich der Aktienindex in den nächsten 22 Jahren durchschnittlich entwickelt. Dann würden 242 Euro monatlich genügen, um genug Vermögen für 500 Euro Rentenzuschuss zu bilden.

Wer jünger ist, hat es leichter. Wenn Sie bereits mit 25 Jahren anfangen zu sparen und die durchschnittliche DAX-Rendite eines 22-jahrigen Anlagezeitraums erwirtschaften, müssen sie für 500 Euro Rentenzuschuss nur 43 Euro im Monat beiseitelegen.

Zum Ratgeber: 100 Euro im Monat sparen – langfristig Vermögen aufbauen

Die folgende Tabelle zeigt, welche Sparraten je nach Alter und der gewählten Geldanlage monatlich aufzubringen sind, um bis zum Renteneintritt mit 67 Jahren genügend Kapital für anfangs 500 Euro Extra-Rente zu bilden:

Sparen für die Rentenerhöhung (anfangs 500 Euro)

Alter des Sparers Tagesgeld mit Top-Verzinsung Sparbuchzins (langfr. Schnitt) DAX-Sparplan (durchschn. Rendite)
25 Jahre 280,34 € 250,28 € 42,91 €
35 Jahre 377,83 € 346,90 € 99,29 €
45 Jahre 564,20 € 532,38 € 241,58 €

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Garantiert lebenslang die Rente erhöhen

Sparer sollten sich aber eines Problems bewusst sein: Mit einem Auszahlplan ist der Rentenzuschuss nicht ein Leben lang garantiert. In unserem Rechenbeispiel hätten Sie Ihre Ersparnisse aufgebraucht, wenn Sie 92 werden.

Eine private Rentenversicherung hingegen zahlt die Rente garantiert ein Leben lang. Um diese Garantie geben zu können, müssen die Versicherer aber vorsichtig kalkulieren. Günstige Direktversicherer verlangen von einem 25-Jährigen schon rund 200 Euro im Monat für 500 Euro Rente, wenn diese jedes Jahr dynamisch steigen soll.

Eine weitere Alternative ist die private Sofortrente. Auch sie zahlt garantiert ein Leben lang. Bis zu Ihrem Ruhestand können Sie auf eigene Faust für Ihre Rente sparen und zahlen dann das gesamte Kapital als Einmalzahlung in eine Rentenversicherung ein. Je nach Anbieter brauchen Sie hier ebenfalls über 155.000 Euro Kapital für 500 Euro Rente mit jährlicher Dynamik.

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Allerdings haben sowohl die private Rentenversicherung als auch die Sofortrente einen Haken: Je nach Vertrag sind Ihre Rentenansprüche entweder gar nicht oder nur zu einem Teil vererbbar. Das ist beim Auszahlplan anders. Hier geht verbliebenes Vermögen mit dem Tod in den Nachlass über, so dass die Erben davon profitieren. Außerdem können Sie jederzeit flexibel über Ihre Ersparnisse verfügen. In einer Rentenversicherung ist das Kapital gebunden.

500 Euro Rente ist nicht immer gleich viel wert

Nicht außer Acht lassen sollten Sie bei der Planung Ihrer Altersvorsorge übrigens den Wertverlust durch Inflation. Es hängt davon ab, wann Sie in Ruhestand gehen, wie viel 500 Euro Rente dann noch wert sind. Bei einer angenommenen Inflationsrate von jährlich 1,7 Prozent hätten 500 Euro in 22 Jahren zum Beispiel nur noch eine Kaufkraft wie heute 345 Euro – weitere 10 Jahre später wären es nur noch 292 Euro.

Zum Ratgeber: Realzins – Das macht die Inflation aus Ihrem Tages- und Festgeld