Marderbisse: So lassen sich teure Folgeschäden vermeiden

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Besonders im Frühjahr ist unter der Motorhaube verstärkt mit Beißattacken von Mardern zu rechnen: "Marder sind im Frühjahr, kurz vor der Paarungszeit, und bis in den Spätsommer hinein besonders aktiv", sagt Albrecht Trautzburg vom AvD in Frankfurt am Main.

Parkende Autos werden dann häufig "Opfer" ihrer Territorialkämpfe. Denn Marder-Rüden markieren die Grenzen ihres Reviers mit Urin, um Nebenbuhler von ihren Weibchen fern zu halten. Parkt ein so markiertes Auto nun an anderer Stelle, im Revier eines anderen Marders, lebt der seine Aggressionen nicht selten im Motorraum aus. Durchgebissene Zündkabel oder Kühlwasserschläuche, beschädigte Achsmanschetten oder Isoliermatten sind die Folge. Fahrzeuge, die häufig an verschiedenen Orten geparkt werden, sind entsprechend besonders gefährdet.

Nicht immer springt die Versicherung ein

Die Folgen von Marderbissen sind kostspielig, denn nicht immer springt die Kfz-Versicherung in die Bresche. Da die Assekuranzen ihre Vertragsbedingungen frei gestalten, kann ein Marderbiss je nach Gesellschaft und Police unterschiedlich versichert sein - oder eben auch nicht.

Nach Angaben des Gesamtverbandes der Versicherungswirtschaft (GDV) ist die Zahl der Marderschäden in den vergangenen Jahren gestiegen: 2007 lag sie noch bei knapp über 180.000, im Jahr darauf bei fast 199.000. "Die Kosten für die von Mardern verursachten Schäden stiegen im gleichen Zeitraum von knapp 40 Millionen auf über 46 Millionen Euro", teilt Trautzburg mit. Da nur die kaskoversicherten Fahrzeuge erfasst werden, geht der AvD davon aus, dass weit mehr Autofahrer betroffen sind.

Was wirklich vor Marderbissen schützt

Präventionsstrategien sind gefragt. Doch vieles, was dazu angeboten wird, gehört in die Kategorie Mumpitz. Der Arbeitskreis Wildbiologie an der Universität Gießen hatte vor einigen Jahren im Rahmen eines Marder-Forschungsprojekts Abwehrmittel und -maßnahmen unter die Lupe genommen. "Die Ergebnisse gelten unverändert", sagt die Marderforscherin Beate Ludwig. So hat sich gezeigt, dass sich Steinmarder gegenüber Geruchs- und Bitterstoffen als unempfindlich erweisen.

Wirksame Abwehrmittel könnten durch mechanische Schutzvorrichtungen und Hochspannungsabwehrgeräte verwirklicht werden, notierten die Wildbiologen zusammenfassend.

Das sieht der AvD ebenso und bevorzugt das Weidezaun-Prinzip. Elektrische Geräte hätten sich als am effektivsten erwiesen. "Der Marder bekommt einen Schlag, der ihn zwar erschreckt, aber nicht verletzt; er flüchtet", sagt Marderkennerin Ludwig. Solche Geräte kosten rund 140 Euro. Eine weitere Prävention ist das Auslegen von Maschendraht unter dem Auto. "Der frei verlegte Draht vibriert immer ein wenig", verdeutlicht Ludwig das Prinzip. Dies irritiere die Tiere. Allerdings nur eine kurze Zeit.

Schäden reparieren lassen und Motorwäsche vornehmen

Hat ein Marder zugebissen, sollte man neben den nötigen Reparaturen von einer Fachwerkstatt eine Motorwäsche durchführen lassen. Das eliminiert den Attacke-auslösenden Duft im Motorraum. Ansonsten kann schon in der nächsten Nacht die nächste Bissattacke folgen.

Trautzburg empfiehlt Autobesitzern, in den kommenden Monaten besonders auf Marderspuren zu achten und falls der Motor unrund läuft, Kabel und Schläuche zu kontrollieren. Gegebenenfalls sollte ein Fachmann in der Werkstatt hinzugezogen werden, der den Motorraum nach etwaigen Marderschäden durchforstet.

Vor einem brauchen sich Marder-gebeutelte Autobesitzer allerdings nicht zu fürchten. "An die Bremsanlage gehen Marder praktisch nicht", nennt Maximilian Maurer vom ADAC die Grenzen der Bissigkeit: "Bremsleitungen sind für den Marder schlecht erreichbar und bestehen überwiegend aus hartem Material."