Kreuzfahrt oder Flugzeug: Wie Sie hohe Handy-Kosten vermeiden

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Über den Wolken oder auf hoher See zu surfen wird zur Normalität: Mobiles Internet kennt kaum noch Grenzen. Dank Satellitentechnik ist eine Verbindung fast immer möglich. Doch die Bordnetze unterliegen nicht der EU-Kostenregulierung zum Roaming – auch dann nicht, wenn die Reise innerhalb von EU-Regionen stattfindet.

Kostenfalle: Internet an Bord nicht ohne Extra-Tarif nutzen

Deshalb sollten Verbraucher vorsichtig sein und nicht einfach lossurfen. Die mobile Datennutzung kann sonst hohe Roamingkosten verursachen, die das Reisebudget belasten. Ob auf der Kreuzfahrt oder im Flieger: Wer sich ohne Datenpaket ins Bordnetz einloggt, muss mit hohen Kosten für ein Megabyte Daten rechnen. Diese Kosten ergeben sich aus den Tarifbedingungen des eigenen Mobilfunkanbieters sowie denen des Satellitennetzbetreibers des Schiffs bzw. Flugzeugs.

Auf der Kreuzfahrt: Besser kein Volldampf bei Handynutzung

Wer mehrere Tage auf einem Kreuzfahrtschiff verbringt, möchte heute meist auch an Bord online gehen. Die Reedereien bieten dementsprechend WLAN-Pakete an, die an Bord gebucht werden können. Doch die Preise haben es in sich und sind kaum mit den gewohnten Bedingungen zu Hause vergleichbar. Meist ist der Internetzugang in Minuten- oder Datenpaketen verfügbar. Einige Anbieter bieten Flatrates für die komplette Kreuzfahrt. Das gibt Sicherheit, kann sich aber in der Reisekasse bemerkbar machen.

Preisbeispiel Aida: Innerhalb Europas kosten 150 MB 19,90 Euro. In den Internetpaketen für die restliche Welt bekommen Reisende fürs gleiche Geld gerade einmal 100 MB. Wer mehr Datenvolumen benötigt, muss tief in die Tasche greifen: 4 GB (Tarif "Internet XXL") kosten europa- und weltweit 119,90 Euro. Die reine Social-Media-Flatrate zur Nutzung von Facebook, WhatsApp, Instagram und Co. für 24 Stunden liegt jeweils bei 7,99 Euro.

Außerdem wichtig zu wissen: Die Bandbreite an Bord ist begrenzt und je nach Empfang meist nicht fürs Streaming geeignet. Frühes Aufstehen kann sich da lohnen: Sie müssen die Verbindung nicht mit anderen Passagieren teilen und surfen schneller. Achten Sie beim Surfen darauf, sich nach der Nutzung auszuloggen – sonst wird Ihnen möglicherweise der Datenverbrauch weiter berechnet. Alternative zur WLAN-Nutzung an Bord können WLAN-Hotspots beim Landgang sein. Auch Anrufe übers Handy sind an Bord übrigens teuer: Bis zu mehrere Euro pro Minute sind auf Schiffen möglich, auch für ankommende Anrufe.

Internet im Flugzeug immer häufiger: Nutzung ab 3 Euro

Die Fluggesellschaften rüsten beim Internet an Bord deutlich auf. Immer häufiger lassen sich Surfpakete buchen – abgerechnet wird entweder nach Zeit, Datenvolumen oder Art der Nutzung. Die günstigsten und kleinsten Surfpakete kosten zwischen 3 und 5 Euro – das ist nicht mehr als der Preis für einen Cappuccino oder ein Sandwich am Flughafen. Einige wenige Fluglinien bieten Internet sogar umsonst an (etwa Emirates). Bei Billigfluggesellschaften wie Ryanair gibt es dagegen gar kein WLAN im Flieger.

Preisbeispiel Lufthansa: Wer auf Kurzstreckenflügen unter einer Stunde im Internet surfen, Textnachrichten versenden und Bilder in sozialen Medien teilen will, bucht das Paket "Fly and Surf" für 3 Euro. Bei einer Flugdauer zwischen einer Stunde und zwei Stunden zahlen Fluggäste dafür 5 Euro; bei über zwei Stunden sind es 7 Euro. Wer zusätzlich sein Firmen-Netzwerk über einen VPN-Zugang nutzen, schneller surfen und streamen möchte, zahlt je nach Nutzungsdauer zwischen 7 und 12 Euro. Dieses Preismodell gilt auf Kurz- und Mittelstreckenflügen. Auf der Langstrecke können bei Lufthansa verschiedene Tarifmodelle mit Datenvolumen gebucht werden. Wer über Messenger chatten möchte, zahlt 7 Euro; für das Abrufen und Versenden von E-Mails und reguläre Internetnutzung fallen 17 Euro an (500 MB Datenvolumen); VPN-Dienste und Streaming kosten 29 Euro (1 GB).

Wie funktioniert das Buchen der Datenpakete?

Auf dem Flug oder Schiff verbinden sich Reisende an Bord direkt mit dem WLAN und registrieren sich gewöhnlich im Netz – dazu können Smartphone, Tablet oder Notebook genutzt werden. Dann lässt sich eine Option auswählen und direkt per Klick buchen. Bezahlt wird normalerweise per Kreditkarte. Bei Fluggesellschaften kann die Zahlung zum Teil auch per Paypal oder über Bonusmeilen erfolgen. Im Flugzeug ist die Internetnutzung dann meist ab Erreichen der Reiseflughöhe möglich.

Drei Tipps, um hohe Kosten zu vermeiden

  1. Flugmodus aktivieren: Wer die Kostenkontrolle behalten möchte, sollte den Flugmodus seines Smartphones oder Tablets aktivieren – am besten schon vor dem Boarding bzw. schon im Hafen. Damit werden Datenverbindungen komplett ausgeschaltet und das mobile Gerät kann sich nicht automatisch in das teure Schiffsnetz einbuchen. Wer WLAN nutzen möchte, kann das anschließend separat wieder anschalten.
  2. Angebote vor der Reise prüfen: Am besten sollten Reisende vor dem Start die Angebote der genutzten Flug- oder Kreuzfahrtgesellschaft prüfen. Es gibt je nach Anbieter sehr große Unterschiede bei den Preisen. Und nicht jedes Flugzeug bzw. Schiff bietet auf jeder Strecke WLAN.
  3. Automatische Updates und Netzwahl ausschalten: Um zu verhindern, dass sich Daten während des Flugs oder auf der Schiffsreise im Hintergrund aktualisieren, sollten automatische Updates in den Geräteeinstellungen ausgeschaltet werden. Auch ein Umschalten auf manuelle Netzwahl macht Sinn. Dann bucht sich das Smartphone oder Tablet nicht automatisch in eines der teuren Netze ein.