Kein DSL? Alternativen für schnelles Internet

Bildquelle: ©Adobe Stock/Text: Verivox

Schnelles Internet ist schon lange kein Luxus mehr. Nostalgische Gefühle werden geweckt, wenn man sich an das Rauschen und Piepsen alter Analog-Modems erinnert – neue DSL-Technologien haben das Surfen im Internet grundlegend revolutioniert. Die Geschwindigkeiten dieser Anschlüsse haben in den letzten Jahren stetig zugenommen. So ist es heute möglich, umfangreiche Online-Anwendungen zu nutzen, Dateien herunterzuladen, fernzusehen und gleichzeitig über eine schnelle Internetverbindung zu telefonieren. Verivox stellt die unterschiedlichen Breitband-Technologien der Gegenwart und Zukunft vor.

DSL über die Telefonleitung

Überall, wo DSL über eine funktionsfähige TAE-Dose verfügbar ist, werden in der Regel Anschlüsse mit einer hohen DSL-Geschwindigkeit angeboten. Alle größeren Anbieter wie Vodafone oder 1&1 haben schnelle Anschlüsse in ihrem Programm.

Eine Leitung mit mindestens 16 Mbit/s benötigen Nutzer, die viele Anwendungen im Internet gleichzeitig bedienen oder sich einen Anschluss mit mehreren Personen teilen. Für Wenigsurfer, denen es vor allem darum geht, ihre E-Mails zu checken, wäre auch eine niedrigere Geschwindigkeit ausreichend. Das passende DSL-Angebot findet man beispielsweise über den DSL-Preisvergleich von Verivox.

Eine flächendeckende Breitbandversorgung der Haushalte in Deutschland wird auch in Zukunft allein mit der DSL-Technik per Telefonleitung nicht möglich sein. Deshalb setzt die Bundesregierung auch auf regionale bzw. lokale Lösungen wie beispielsweise Kabel, Internet via Satellit oder auch WiMAX. Zudem werden Investitionen in Zukunftstechnologien wie die vierte Mobilfunkgeneration LTE (Long Term Evolution) oder deren Nachfolger 5G getätigt.

Kabelinternet: Surfen mit Highspeed

Was also, wenn per Telefonleitung keine schnellen DSL-Verbindungen möglich sind? Die vorteilhafteste Alternative "Kabel DSL" der verschiedenen Kabelanbieter in Deutschland. Hier wird Telefon, Internet und Fernsehen aus einer Hand angeboten ("Triple Play") und komplett über das Kabelnetz abgewickelt. Überall dort, wo die entsprechende Infrastruktur bereits geschaffen wurde, kann die herkömmliche Kabeldose gegen eine Multimedia-Dose ausgetauscht werden. Der TV-Kabelanschluss wird somit zum Datenanschluss für Telefon, TV, Radio und Internet. Die beiden größten Anbieter sind Kabel Deutschland und Unitymedia.

Kabel-Internet ist kein DSL im eigentlichen Sinne, da statt des Telefonkabels das TV-Kabel verwendet wird. Der Nutzer wird den Unterschied jedoch nicht bemerken, denn ebenso wie bei gängigen DSL-Anschlüssen ist das Breitband-Internet mit all seinen Funktionen und Features vorhanden. Außerdem ist die Technik zukunftssicher, da mit den modernen Fernsehkabeln höhere Bandbreiten möglich sind als mit den Telefonkabeln.

Neben der beschränkten Verfügbarkeit von Internet über Kabel – ein Kabelnetzanschluss muss bereits vorhanden sein – sollte beachtet werden, dass es jeweils nur einen regionalen Anbieter für diese Dienste gibt. Wettbewerb und Preiskampf findet zwischen den Kabel-Anbietern nicht statt. Durch die Konkurrenzsituation zu anderen Arten von Breitbandzugängen bewegen sich die Preise der Kabel-Komplettpakete dennoch im selben Bereich wie die DSL-Pakete über Telefonleitung und unterbieten diese sogar häufig.

Internet via Satellit oder WiMAX ist weniger verbreitet als beispielsweise Kabel-DSL. Dies liegt vor allem an dem notwendigen technischen Aufwand.

DSL oder Kabel? Zwei Nutzerszenarien zeigen die Unterschiede

Familie Mustermann setzte schon immer auf ihren DSL-Anschluss, weil sie so schon früh mit Breitbandinternet versorgt war: Sie nutzt eine Telefonbuchse zum Surfen, Telefonieren und Fernsehen. Seit die Familie in ihrer Straße ein paar Häuser weiter gezogen ist, hat die Surf-Geschwindigkeit jedoch  etwas abgenommen. Die Telekom-Service-Hotline hat ihnen erklärt, das liege daran, dass der Kabelverzweiger nun ein paar hundert Meter weiter entfernt ist. Die Tochter, die gerne Filme im Internet schaut und mit Freunden skyped, hofft, dass der VDSL-Ausbau mit der höheren Geschwindigkeit bald auch am Wohnort der Familie angekommen ist. Gute Bekannte der Familie leben im sehr ländlichen Umfeld. Sie haben erzählt, dass ihr DSL-Anschluss sehr langsam ist und nicht einmal 16 Mbit pro Sekunde erreicht. Da ihr Wohnort mittlerweile vom Kabelnetz erschlossen wurde, denken sie über einen Wechsel der Technologie nach.

Karl Mustermann ist Student, er ist in eine Großstadt gezogen. Weil in seinem Wohnhaus schon Kabel verfügbar war, konnte er beim Einzug den Router direkt an die TV-Kabelbuchse anschließen und lossurfen. Karl setzt auf ein Triple-Play-Angebot, mit dem er Internet, Fernsehen und Telefon bei einem Anbieter bucht: Er hat es gerne unkompliziert und möchte den Überblick behalten. Außerdem erhält er in seinem Kabel-Paket ein sehr gutes  Preis-Leistungs-Verhältnis. Karl streamt sehr viel aus dem Internet, eine schnelle Verbindung mit über 100 Mbit/s ist ihm daher wichtig. Sein größtes Problem: Wenn alle WG-Mitglieder auf das Internet zugreifen, wird es deutlich langsamer. Karl wäre einem weiteren Anbieterwechsel nicht abgeneigt. Er weiß: Wenn er umzieht, ist der alte Anbieter vielleicht am neuen Wohnort nicht mehr verfügbar.

Weitere Alternativen

WiMAX (Worldwide Interoperability for Microwave Access) ist eine Funktechnologie für Breitbandinternet, welche sich besonders eignet, um größere Flächen mit einer ausreichend schnellen Internetverbindung zu versorgen. Wenn man in einem Gebiet wohnt, wo die Chancen auf breitbandiges Internet per Kabel gleich null sind, lohnt es sich zu prüfen, ob WiMAX verfügbar ist. Allerdings ist WiMAX mit hohen Kosten verbunden, insbesondere für die notwendige Infrastruktur.

Nutzer in Regionen ohne Breitbandanschluss und WiMAX-Abdeckung haben die Möglichkeit, DSL über eine Satellitenschüssel zu beziehen – das Internet über Satellit ist prinzipiell flächendeckend verfügbar, jedoch auch etwas kostspieliger. Die Daten werden dabei über eine Satellitenantenne empfangen. Die Antenne wird auf die Position des Satelliten des jeweiligen Betreibers ausgerichtet. Durch neue Technologien ist in der Zwischenzeit auch der Upload über die Satellitenantenne und der gleichzeitige TV-Empfang möglich. Anbieter wie StarDSL bieten derartige Lösungen an. Der Breitbandzugang über Satellit ist daher eine gute Option für alle, die in abgelegenen Gebieten oder Regionen ohne Kabel- oder DSL-Anschluss wohnen.

Der vierten Mobilfunkgeneration LTE (Long Term Evolution) ist ein wichtiger Schritt hin zu einer lückenlosen Versorgung mit schnellem Internet gelungen: Denn LTE kann insbesondere in ländlichen Gebieten, die mit Glasfaser- bzw. DSL-Verkabelung bisher noch nicht erschlossen wurden, schnelles Internet ermöglichen.

Vor allem hinsichtlich der Übertragungsgeschwindigkeit und -Stabilität wird LTE großes Potenzial zugeschrieben: Mit Geschwindigkeiten von bis zu 150 Megabit pro Sekunde und hohen Übertragungsraten können zahlreiche Teilnehmer gleichzeitig und ohne Störung erreicht werden. Dies eröffnet auch neue Möglichkeiten im Unterhaltungsbereich, denn mit LTE könnte man beispielsweise unterwegs auf Video-on-Demand-Angebote zugreifen und auch die Videotelefonie könnte durch LTE an Beliebtheit gewinnen.