Gebrauchtwagen von privat kaufen: nützliche Tipps

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Ein Gebrauchtwagen lässt sich auf verschiedenen Wegen erwerben. Wer sich für einen Autohändler entscheidet, ist auf der sicheren Seite. Bei einem Geschäft mit einer Privatperson kann dies anders aussehen. Strenge Regeln hat der Gesetzgeber nämlich nur für gewerbliche Verkäufer festgelegt. Wenn Sie einen Gebrauchtwagen privat kaufen möchten und einige Tipps beachten, sinkt das Risiko, einem Betrüger aufzusitzen, beträchtlich.

Das Wichtigste in Kürze

  • Da private Verkäufer keine Gewährleistung für Sachmängel übernehmen müssen und dies in der Regel auch nicht tun, sollten Sie den Gebrauchtwagen besonders gründlich untersuchen.
  • Prüfen Sie die Fahrzeugpapiere und lassen Sie sich beim Gebrauchtwagenkauf sämtliche Dokumente aushändigen.
  • Vereinbaren Sie eine Probefahrt, da sich manche Schäden oder Mängel erst während der Fahrt zeigen.
  • Farbdifferenzen im Lack und unterschiedliche Türspaltmaße sind ein Hinweis darauf, dass es sich um ein Unfallfahrzeug handelt.

Die Vor- und Nachteile beim Gebrauchtwagenkauf von Privatpersonen

Erwerben Sie einen Gebrauchtwagen von einem privaten Verkäufer, sparen Sie in der Regel Geld. Denn anders als beim Kauf von einem Autohändler fällt hier keine Mehrwertsteuer an. Entsprechende Angebote finden Sie beispielsweise in den Kleinanzeigen verschiedener Zeitschriften oder in Internetbörsen.

Allerdings hat der Gebrauchtwagenkauf von privaten Anbietern auch Nachteile. Private Verkäufer müssen nämlich keine Gewährleistung für Sachmängel übernehmen. Daher schließen sie die Haftung für gewöhnlich aus. Demzufolge müssen sie sich nicht um die Reparatur eventuell auftretender Mängel kümmern. Eine Ausnahme stellen Schäden dar, von denen der Vorbesitzer zum Zeitpunkt des Verkaufs wusste. Der Käufer muss dies jedoch beweisen, was in vielen Fällen so gut wie unmöglich ist. Daher sollten Sie das Fahrzeug vor dem Kauf gründlich durchchecken.

Tipp Nummer 1: Nie alleine zum Besichtigungstermin erscheinen

Grundsätzlich sollten Sie immer eine andere Person – am besten einen Fachmann – zum Besichtigungstermin mitnehmen. Außerdem sollten Sie sich das Fahrzeug auf jeden Fall bei Tageslicht ansehen. Um keine wichtigen Details zu vergessen, bieten sich professionelle Prüfpläne an, die im Internet kostenlos zur Verfügung stehen.

Tipp Nummer 2: Alle Dokumente genauestens prüfen

Beim Erwerb des Gebrauchtwagens muss Ihnen der Verkäufer sämtliche Fahrzeugpapiere aushändigen. Dazu gehören in jedem Fall die Zulassungsbescheinigung I und II beziehungsweise bei älteren Autos Fahrzeugschein und -brief. Darüber hinaus sind die Berichte der letzten Haupt- und Abgasuntersuchung von Bedeutung sowie TÜV-Protokolle und das Scheckheft. Ist die Dokumentation lückenhaft, hat der Vorbesitzer wahrscheinlich die Wartung des Fahrzeugs vernachlässigt.

Tipp Nummer 3: Bei der Besichtigung Schäden aufdecken

Die Fahrzeugbesichtigung ist für die Kaufentscheidung von elementarer Bedeutung. Dabei vergewissert sich der Interessent, ob der Zustand des Autos den Angaben entspricht. Am Fahrzeugäußeren sollten Sie unter anderem überprüfen, ob Roststellen vorhanden sind. Zudem sollten Sie die Räder kontrollieren. Sind die Reifen ungleichmäßig abgenutzt, kann dies auf eine fehlerhafte Fahrwerksgeometrie hindeuten. Farbunterschiede im Lack und unterschiedliche Spaltmaße der Türen deuten dagegen darauf hin, dass es sich um ein Unfallfahrzeug handelt.

Achten Sie im Fahrzeuginnenraum vor allem auf Spuren von Feuchtigkeit. Diese können ebenso wie ein muffiger Geruch darauf hinweisen, dass die Karosserie undicht ist. Bei der Überprüfung des Motors sollten Sie dagegen nach porösen Schläuchen Ausschau halten und untersuchen, ob der Öl- und der Wasserpegel in Ordnung sind. Unstimmigkeiten können auf eine mangelnde Wartung zurückzuführen sein.

Tipp Nummer 4: Immer eine Probefahrt vereinbaren

Bei Gebrauchtwagen sollte ein Kauf nie ohne vorherige Probefahrt erfolgen. Der Motor muss problemlos anspringen und darf ebenso wie das Fahrwerk keine auffälligen Geräusche von sich geben. Darüber hinaus sollten Sie auch die Bremsleistung und die Lenkung prüfen. Testen Sie darüber hinaus das Licht, die Scheibenwischer und weitere Systeme wie die Klimaanlage oder Sitzheizung. Handelt es sich um ein neueres Modell, sollten Sie auch die Assistenzsysteme ausprobieren.

Tipp Nummer 5: Stets auf einen Kaufvertrag bestehen

Obwohl ein Kaufvertrag auch mündlich zustande kommen kann, empfiehlt es sich, immer auf einer schriftlichen Ausfertigung zu bestehen. Der Vertrag sollte sämtliche abgesprochenen Vereinbarungen enthalten und alle Mängel auflisten, die das Fahrzeug aufweist. Falls der Verkäufer sich weigert, getroffene Absprachen schriftlich zu fixieren, sollten Sie stutzig werden und vom Kauf absehen.