eSIM: Welche Geräte und Tarife können Mobilfunkkunden nutzen?

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Das Wichtigste in Kürze

  • Die eSIM ("embedded SIM") ist ein fest verbauter elektronischer Chip.
  • In rund 20 Smartphone-Modellen, einigen iPads und Smartwatches ist bereits eine eSIM verbaut.
  • Viele Mobilfunkanbieter unterstützen das digitale Profil, jedoch oft nicht in allen Tarifen.
  • Mobilfunkkunden zahlen in der Regel genauso viel für eine eSIM wie für die Plastik-Vorgänger.
  • Die Einrichtung der eSIM unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter.

Sie spart Plastik und Platz: Die eSIM ("embedded SIM") ist kleiner und robuster als herkömmliche SIM-Karten – und jederzeit digital überschreibbar. Der elektronische Chip ist fest in Geräten wie Smartphones, Tablets, Smartwatches, Fitness- oder GPS-Trackern verbaut. Nutzer sparen sich das Einbauen der physischen SIM-Karte, denn die Daten des Mobilfunkvertrages werden vom Anbieter direkt auf dem digitalen Profil gespeichert. Doch mit welchen Geräten und Tarifen können Kunden bereits eine eSIM nutzen? Und wie richtet man das digitale Profil ein? Das sollten eSIM-Nutzer wissen.

Smartphones, Tablets und Smartwatches mit eSIM

Wer ein Smartphone mit eSIM sucht, wird in Deutschland bislang nur bei einigen Anbietern fündig, darunter Apple, Samsung, Google, Huawei und Motorola. Aktuell ist die eSIM vor allem in hochpreisigen Highend-Modellen wie Apples iPhones (seit 2018) oder Samsungs Galaxy-S20-Reihe verbaut. Wer günstigere Mittelklassegeräte mit eSIM sucht, wird bei Googles Pixel-Reihe fündig.

Die meisten Hersteller setzen aktuell noch auf klassische SIM-Karten aus Plastik. Mobilfunkexperten erwarten jedoch, dass die digitale SIM ihre Vorgängerformate in einigen Jahren komplett ablösen wird. In der Übergangsphase sind vor allem Hybridmodelle auf dem Markt: Fast alle Smartphones mit eSIM haben neben dem digitalen Profil weiterhin einen Steckplatz für eine Nano- oder Micro-SIM-Karte. Einzige Ausnahme: Das Motorola Razr (2019) – die Neuauflage des Kult-Klapphandys – verzichtet erstmalig auf den physischen Steckplatz. Es gilt als das erste reine eSIM-Smartphone.

Hersteller Smartphone-Modell Markteintritt
1 Apple iPhone SE 24.04.2020
2 Apple iPhone 11 Pro Max 20.09.2019
3 Apple iPhone 11 Pro 20.09.2019
4 Apple iPhone 11 20.09.2019
5 Apple iPhone XR 12.09.2018
6 Apple iPhone XS 12.09.2018
7 Apple iPhone XS Max 12.09.2018
8 Google Pixel 4 XL 28.10.2019
9 Google Pixel 4 28.10.2019
10 Google Pixel 3a 07.05.2019
11 Google Pixel 3a XL 07.05.2019
12 Google Pixel 3 XL 02.11.2018
13 Google Pixel 3* 02.11.2018
14 Huawei P40 Pro (Dual-SIM-Modell) 01.04.2020
15 Huawei P40 (Dual-SIM-Modell) 01.04.2020
16 Motorola Razr (2019) 30.04.2020
17 Samsung Galaxy S20 Ultra 5G 13.03.2020
18 Samsung Galaxy S20+ 13.03.2020
19 Samsung Galaxy S20 13.03.2020
20 Samsung Galaxy Z Flip 21.02.2020
21 Samsung Galaxy Fold (Dual-SIM-Modell) 20.02.2019

* Stand: 09.06.2020. Das Google Pixel 2 und 2 XL (2017) gilt als das erste Smartphone mit eSIM, ist in Deutschland jedoch nur als Single-SIM-Modell verfügbar. Weitere eSIM-Geräte, wie etwa das Nuu Mobile X5, werden hierzulande nicht vertrieben.

Seit 2016 wird der digitale Chip bereits in ausgewählten Tablets oder Smartwatches verbaut. Bei Tablets ist Apple mit seinen iPads Vorreiter. Die eSIM bringt für allem für Nutzer von Wearables Vorteile: Mithilfe des eingebauten Profils lassen sich zum Beispiel smarte Uhren unabhängig vom Smartphone betreiben.

Hersteller Tablet-Modell Markteintritt
1 Apple iPad Pro 12.9" (2020) 23.03.2020
2 Apple iPad Pro 11" (2020) 23.03.2020
3 Apple iPad mini (2019) 19.03.2019
4 Apple iPad Air (2019) 19.03.2019
5 Apple iPad Pro 12,9" (2018) 31.10.2018
6 Apple iPad Pro 11" (2018) 31.10.2018
7 Apple iPad Pro 9,7" (2016) 23.03.2016
8 Microsoft Surface Pro X 25.10.2019

Hersteller Smartwatch Markteintritt
1 Apple Apple Watch Series 5 10.09.2019
2 Apple Apple Watch Series 4 12.09.2018
3 Apple Apple Watch Series 3 12.09.2017
4 Amazfit Nexo 19.02.2020
5 Samsung Galaxy Watch Active 2 Juli 2019
6 Samsung Galaxy Watch LTE 13.08.2018
7 Samsung Gear S2 classic 18.02.2016

Welche Tarife sind mit eSIM nutzbar?

Wer einen Tarif für sein eSIM-fähiges Gerät sucht, wird aktuell bei den Netzbetreibern Telekom, Vodafone, Telefonica, allen Marken von Drillisch, Congstar, Klarmobil, Blau und 1&1 fündig. Etliche Discount- und Prepaidmarken wie zum Beispiel Aldi Talk bieten jedoch noch keine Aktivierung für volldigitale Profile an. Außerdem müssen Kunden je nach Anbieter mit Einschränkungen rechnen: Bei Vodafone und Telefonica lässt sich die eSIM zum Beispiel noch nicht mit Prepaid-Tarifen nutzen. Wer ein eSIM-Gerät betreiben möchte, sollte daher vorab prüfen, ob der Wunschprovider dies auch unterstützt.

Inzwischen gibt es aber auch Anbieter, die sich auf die eSIM-Nutzung spezialisiert haben. Simquadrat (Sipgate) verzichtet auf den Versand von Plastik-Karten. Anbieter wie Truephone machen die länderübergreifende Nutzung virtueller Profile möglich. Wer viel unterwegs, kann zum Beispiel Profile für mehrere Länder einrichten – und spart so Kosten und den physischen Kartentausch.

Was kostet die eSIM?

Die Anbieter behandeln die unterschiedlichen SIM-Formate gleich – was die Kosten betrifft. Der Kunde zahlt in der Regel genauso viel für eine eSIM wie für die Plastik-Vorgänger. Bei Neuverträgen können einmalige Aktivierungsgebühren anfallen – zumal bei vielen Anbietern zuerst noch eine klassische SIM-Karte gekauft werden muss. Diese kann der Kunde in der Regel kostenlos gegen eine eSIM eintauschen. Laufende monatliche Kosten entstehen zum Beispiel bei Multi-SIM-Optionen, mit denen der Kunde mehrere Geräte – wie etwa Smartphone, Tablet und Smartwatch – unter einer Nummer betreibt.

eSIM aktivieren: So geht’s

Die Aktivierung läuft weitgehend digital ab: Das eSIM-Profil wird häufig über einen QR-Code im Online-Kundencenter aktiviert oder direkt auf das Endgerät des Kunden geschickt. Die Freischaltung des virtuellen Profils unterscheidet sich jedoch von Anbieter zu Anbieter.

1. Telekom

Auf Wunsch ist die eSIM in allen Tarifen der Telekom verfügbar. Telekom-Bestandskunden können ihre Plastikkarte kostenlos gegen eine eSIM austauschen. Die bisherige SIM-Karte wird dann deaktiviert. Neukunden wählen bei Vertragsabschluss anstelle einer physischen Karte ein eSIM-Profil aus. Es gibt zwei Möglichkeiten, die eSIM zu aktivieren:

  • Aktivierungscode: Der Kunde kann die eSIM online im Kundencenter oder über die Hotline beantragen. Dort erhält einen QR-Code für die Freischaltung des digitalen Profils. Wer das Profil auf einem anderen Endgerät erneut nutzen möchten, benötigt einen neuen Aktivierungscode.
  • „eSIM direct“: Die Aktivierung funktioniert auch ohne Code über die eID des Gerätes. Nach Bestellabschluss im Kundencenter bekommt der Kunde das eSIM-Profil direkt auf sein Endgerät geschickt und kann es sofort nutzen – gerade bei Geräten ohne Display und Kamera ein Vorteil.

Weitere Informationen zur eSIM bei der Telekom

2. Vodafone

Bei Vodafone ist die eSIM-Nutzung nur bei Abschluss eines Mobilfunkvertrages möglich. Die eSIM lässt sich dann als Haupt- oder Zweitkarte nutzen. Neukunden bekommen zunächst eine reguläre Plastik-SIM per Briefpost zugeschickt und müssen diese anschließend im Online-Kundencenter gegen eine eSIM eintauschen. Die Aktivierung erfolgt digital im Kundencenter über einen Aktivierungscode. Der QR-Code lässt sich bei Bedarf auch mehrfach verwenden.

Weitere Informationen zur eSIM bei Vodafone

3. O2/Telefonica

O2 ermöglicht die eSIM-Nutzung ebenfalls nur bei Verträgen mit Laufzeiten. Bestandskunden können ihre alte SIM-Karte kostenlos durch eine eSIM ersetzen. Neukunden benötigen zunächst eine physische SIM-Karte, die sie dann eintauschen können. Die Aktivierung läuft digital im Kundencenter über einen Installationscode ab. Alternativ können sich Kunden den QR-Code per Post zusenden lassen.

Weitere Informationen zur eSIM bei O2

4. Drillisch

Bei Drillisch und seinen Untermarken wie Winsim, DeutschlandSIM u. a. ist der Kartentausch in eine eSIM ebenfalls möglich. Die Aktivierung erfolgt online im Kundencenter über einen QR-Code. Für jede Einrichtung fallen 14,95 Euro an.

Weitere Informationen zur eSIM bei Marken von Drillisch (Bsp. Winsim)