Einen Wohnwagen richtig beladen: Darauf sollten Sie achten

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Wenn Sie mit einem Caravan verreisen möchten, ist es wichtig, den Wohnwagen richtig zu beladen. Denn auch wenn ein entsprechendes Vehikel ausreichend Platz für Grill, Stühle und alle weiteren benötigten Utensilien bietet, müssen Sie beim Verstauen des Gepäcks einige Dinge beachten. Worauf es dabei ankommt und mit welchen Strafen Sie rechnen müssen, wenn Sie Ihren Wohnwagen nicht richtig beladen, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Das Wichtigste in Kürze

  • Verstauen Sie Gepäck formschlüssig und packen Sie schwere Sachen möglichst nach unten und in die Nähe der Achse.
  • Berücksichtigen Sie unbedingt das zulässige Gesamtgewicht des Wohnwagens.
  • Darüber hinaus müssen Sie darauf achten, die maximale Stütz-, Achs- und Anhängerlast sowie die Belastbarkeit der Reifen nicht zu überschreiten.
  • Je nach Reiseland fallen bei einer Überladung schlimmstenfalls mehrere Tausend Euro Strafe an.

Wohnwagen richtig einräumen: So funktioniert’s

Wenn Sie Ihren Wohnwagen nicht richtig beladen, kann das Fahrzeug ins Schlingern geraten und im schlimmsten Fall umkippen. Berücksichtigen Sie daher die nachfolgend genannten Tipps zum Verstauen von Gepäckstücken, um für die höchstmögliche Stabilität beim Fahren zu sorgen:

  • Schweres Gepäck: Gegenstände mit einem hohen Gewicht, wie etwa Wasservorräte, Werkzeugkoffer oder Konserven, sollten Sie möglichst weit unten und unweit der Achse verstauen. Durch eine solche Vorgehensweise sorgen Sie für einen tiefen Schwerpunkt, welcher die Bodenhaftung erhöht. Falls die Möglichkeit nicht besteht, positionieren Sie schweres Gepäck im vorderen Bereich des Wohnwagens. Sehr schwere Gegenstände sollten Sie dagegen im Zugfahrzeug lagern.
  • Mittelschweres Gepäck: Für Dinge wie Getränkekartons oder Schuhe bieten sich bodennahe Stauräume an. Auch hier rät es sich an, auf eine gleichmäßige Verteilung des Gewichts zu achten.
  • Leichtes Gepäck: Verstauen Sie in den Oberschränken lediglich Gegenstände mit leichtem Gewicht, beispielsweise Kleidung und Plastik- oder Bambusgeschirr, aber auch Lebensmittel wie Brot, Pasta oder Obst. Achten Sie außerdem darauf, auch das Heck des Gefährts lediglich mit leichtem Gepäck zu beladen.

Ladung stets sichern

Wer seinen Wohnwagen richtig beladen möchte, muss in jedem Fall darauf achten, dass das Gepäck sich nach einem Bremsmanöver nicht zu tödlichen Geschossen entwickelt. Sichern Sie daher insbesondere schwere Gepäckstücke so, dass diese nicht verrutschen können. Außerdem empfiehlt es sich, das Reisegepäck formschlüssig zu verstauen. Versuchen Sie daher, Staufächer immer komplett zu befüllen, bevor Sie das nächste nutzen.

Wohnwagen-Gewicht: Was ist erlaubt?

Das zulässige Gesamtgewicht (zGG) Ihres Caravans steht in der Zulassungsbescheinigung Teil I im Feld F1 oder F2. In diesem Zusammenhang sind zwei Begriffe von Bedeutung: das Leergewicht und die Zuladung des Wohnwagens. Das Leergewicht (Feld G in der Zulassungsbescheinigung Teil I) stellt die „Masse des Fahrzeugs mit Aufbau im fahrbereiten Zustand“ dar. Es berücksichtigt bereits eine volle Gasflasche sowie einen aufgefüllten Toiletten- und Frischwassertank. Als Zuladung gelten sämtliche Gegenstände, die Sie selber noch einladen, aber ebenso alle zusätzlichen Anbauten. Wie viel Gewicht das Gepäck wiegen darf, lässt sich wie folgt berechnen:

  • Zuladung = Zulässiges Gesamtgewicht – Leergewicht

Um einen Wohnwagen richtig zu beladen, müssen Sie neben dem Gesamtgewicht noch weitere Variablen berücksichtigen. Dazu zählen insbesondere die Stütz- und Achslast, die Anhängelast sowie der Tragfähigkeitsindex.

Stütz- und Achslast

Vereinfacht ausgedrückt stellt die Stützlast die auf die Anhängevorrichtung des Zugfahrzeugs wirkende Kraft beziehungsweise das auf ihr lastende Gewicht dar. Für gewöhnlich liegt der Wert im Bereich zwischen 50 und 90 Kilogramm. Die maximal zulässige Stützlast finden Sie im Fahrzeugschein (Ziffer 13). Um die Variable zu erfassen, bieten sich tragbare Stützlastwaagen an. An manchen Stützrädern befindet sich jedoch auch eine Skala, mit der sich der Wert ermitteln lässt.

Die Achslast gibt das Gewicht an, das auf der Achse oder den Achsen des Caravans liegt. Diese Angabe lässt sich ebenso im Fahrzeugschein (Ziffer 8) finden. Wie hoch die Achslast mit Ladung ausfällt, können Sie mithilfe der folgenden Formel errechnen:

  • Achslast = (Leergewicht des Wohnwagens + Zuladung - Stützlast) / Anzahl der Achsen

Anhängelast

Die Anhängelast (Ziffer O beziehungsweise O.1 im Fahrzeugschein) bezeichnet das höchstmögliche Gesamtgewicht eines Wohnwagens, welches Ihr Fahrzeug ziehen darf. Bei gewöhnlichen Automodellen liegt der Wert in der Regel bei maximal 1.500 Kilogramm, wohingegen es bei Geländewagen bis zu 3.500 Kilogramm und manchmal sogar bis zu 4.500 Kilogramm sind. Fällt das zu ziehende Gewicht höher aus als die Anhängelast, können Sie die Stützlast zu dieser hinzuaddieren.

Tragfähigkeitsindex für Reifen

Der sogenannte Tragfähigkeitsindex – auch als Lastindex, Loanindex und Traglastzahl bekannt – gibt an, welche Gewichtsbelastung ein Reifen mit vorgeschriebenem Luftdruck maximal aushält. Den Wert können Sie mithilfe eines speziellen Codes herausfinden, der sich auf der Flanke des Autoreifens befindet. Er kann beispielsweise wie folgt aussehen:

  • 225/75 R16 CP 116 R

Angaben zur Tragfähigkeit liefert die letzte Ziffer. Im Falle eines Lastindexes von 116 liegt die maximale Belastbarkeit des Reifens beispielsweise bei 1.250 Kilogramm.

Überladung: Mit welchen Strafen müssen Sie rechnen?

Wie hoch ein Bußgeld ausfällt, hängt für gewöhnlich vom Maß der Überladung ab. Überschreiten Sie das Gewicht um lediglich fünf Prozent, werden hierzulande zehn Euro fällig. Ab einer Überladung von 20 Prozent liegt das Bußgeld bei 95 Euro, zusätzlich erhalten Sie einen Punkt. Bei mehr als 30 Prozent zu viel Gewicht müssen Sie 235 Euro zahlen und erhalten zusätzlich einen Punkt in Flensburg. Sie sollten außerdem wissen, dass Ordnungshüter Sie mit einer Überladung nicht weiterfahren lassen. Welche Strafen einige andere Länder verhängen, zeigt die nachfolgende Liste:

  • Österreich: 40 Euro bis 5.000 Euro
  • Frankreich: Bis 750 Euro
  • Italien: 159 Euro bis 1.600 Euro
  • Spanien: 301 Euro bis 4.600 Euro