Corona-Förderung der KfW: Kredite und Soforthilfe für Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler

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Die Corona-Förderung der KfW ist einer der zentralen Punkte in dem von der Bundesregierung aufgelegten Schutzschild für die deutsche Wirtschaft. 500 Milliarden Euro in Form von Krediten, nicht rückzahlbaren Soforthilfen und Garantien mit weiterer Luft nach oben kündigte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) als Hilfspaket an. Wie bei staatlich geförderten Krediten üblich, übernimmt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) die Auszahlung der Mittel.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ansprechpartner für die Weiterleitung der Kreditanträge sind die Hausbanken der Anspruchsteller.
  • Neben Krediten stehen auch nicht rückzahlbare Soforthilfen für kleine Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler bereit.
  • Die Höhe der Soforthilfe entspricht der Zahl der Beschäftigten: 9.000 Euro bei bis zu 5 Beschäftigten, 15.000 Euro bei bis zu 10 Beschäftigten.
  • Mittelständische Unternehmen mit mehr als 10 Mitarbeitern können ab dem 15.04 einen KfW-Schnellkredit beantragen.
  • Studierende können die Überbrückungshilfe der KfW in Anspruch nehmen.

KfW Sonderprogramm 2020

Die Darlehen sind in voller Höhe zurückzuzahlen. Allerdings besteht die Möglichkeit, die Tilgungsleistung im ersten Jahr auszusetzen. Das Sonderprogramm wird durch die bestehenden Programme KfW-Unternehmerkredit (037/047) und ERP-Gründerkredit-Universell (073/074/075/076) umgesetzt.

KfW-Corona-Kredit beantragen

Der Ablauf geht wie bei jedem KfW-Kredit vonstatten: Das betroffene Unternehmen muss sich mit seiner Hausbank in Verbindung setzen. Diese ist erster Ansprechpartner und leitet alle notwendigen Unterlagen an die KfW weiter. Der Anspruchsteller kann jedoch über die Homepage der KfW bereits die ersten Vorbereitungen treffen. Dort ist ein Formular hinterlegt, welches als Einstieg dient.

> Formular auf der KfW-Homepage aufrufen

Ab Montag den 6. April 2020 steht die IT der KfW soweit, dass die Antragstellung und der Abruf der Gelder sofort möglich sind.

Mehrere Fördervarianten

Die KfW unterscheidet nach mehreren Kriterien, welches Förderprogramm zum Tragen kommt:

  • Alter des Unternehmens: unter drei Jahren, drei bis fünf Jahre, mehr als fünf Jahre
  • Kleine und mittlere Unternehmen mit bis 250 Mitarbeiter und bis zu 50 Millionen Euro Umsatz werden anders als große Unternehmen behandelt.

Der maximale Kreditbetrag beträgt entweder:

  • bis zu 25 % des Jahresumsatzes 2019 oder
  • das Doppelte der Lohnkosten 2019 oder
  • entspricht dem Finanzierungsbedarf der nächsten 18 Monate.

Entscheidend ist dabei der Betrag, welcher den höchsten Kredit ermöglicht.

Soforthilfe für kleine Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler

Zur Soforthilfe stehen weitere 50 Milliarden Euro als Zuschüsse bereit, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Die Soforthilfe des Bundes ist eng mit den Maßnahmen der Länder verzahnt: Die Abwicklung findet über das jeweilige Bundesland statt. Die Soforthilfe ist wie folgt aufgestellt:

  • 9.000 Euro für Selbstständige und Unternehmen mit bis zu 5 Beschäftigten
  • 15.000 Euro für Selbstständige und Unternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten

Drei Milliarden Euro stehen zusätzlich für die Grundsicherung zur Verfügung. Selbstständigen soll der Zugang zur Grundsicherung erleichtert werden: Die Vermögensprüfung entfällt für die Dauer von sechs Monaten. Die Auszahlung der Leistungen soll Vorrang haben.

An der Vergabepraxis der Soforthilfen wurde bereits Kritik laut, da unberechtigtes Abschöpfen der Leistungen nicht ausgeschlossen werden kann. Die Finanzminister der Länder haben aber bereits signalisiert, dass im Zuge der Steuererklärung der Unternehmen rückwirkend der Anspruch geprüft wird.

Das Bundesfinanzministerium hat im Rahmen seines Internetauftritts alle Förderungen und Unterstützungsmaßnahmen auf einer Seite zusammengefasst und auch die entsprechenden Ansprechpartner hinterlegt.

> Zur Übersicht des Bundesfinanzministeriums

Voraussetzungen für die KfW-Corona-Förderung

Entscheidend für alle Hilfsmaßnahmen ist, dass das Unternehmen erst durch Ausbruch der Corona-Krise auf Hilfe angewiesen wurde. Es wird geprüft, ob es bereits davor Liquiditätsschwierigkeiten, größere Umsatzrückgänge oder eine signifikante Verschlechterung seiner wirtschaftlichen Lage aufwies.