Bildschirmsperre: Smartphone sicher entsperren

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Ein Sperrbildschirm schützt das Smartphone vor unbefugten Zugriffen – und zählt zur Pflicht im digitalen Alltag. Zu den Klassikern zählen das Passwort oder die altbekannte PIN. Aber auch biometrische Verfahren, wie die Gesichtserkennung oder der Iris-Scan sind im Alltag von Smartphone-Nutzern angekommen. Welche Entsperrmethoden sind komfortabel und sicher zugleich? Und in welchen Alltagssituationen stoßen sie an ihre Grenzen? Die wichtigsten Methoden im Vergleich.

Klassische Entsperrmethoden

1. PIN: Der bewährte Klassiker

Die PIN-Nummer ist der Klassiker unter den konventionellen Entsperrmethoden: Das Handy-Display wird mit einer individuellen PIN-Nummer (Persönliche Identifikationsnummer) entsperrt. Diese besteht aus einer vierstelligen Zahlenfolge, die der Nutzer individuell festlegt. Die kurze PIN lässt sich in der Regel gut merken, ist schnell eingetippt und gilt als verhältnismäßig sicher. Achten Sie darauf, dass Ihnen beim Entsperren – genau wie bei der PIN-Eingabe am Geldautomaten oder an der Kasse – niemand über die Schulter schaut. Zahlenkombinationen, die andere erraten könnten, sind außerdem tabu. Dazu zählen zum Beispiel das eigene Geburtsdatum oder einfache Zahlenfolgen wie "1234".

2. Passwort: Sicher, aber komplex

Sicherer als die kurze PIN ist ein komplexes Passwort aus Zahlen, Buchstaben und Sonderzeichen. Ist das Passwort stark genug, ist es für Dritte so gut wie nicht zu knacken. Kleiner Nachteil im Alltag: Die Sicherheit kann zu Lasten des Komforts gehen. Wer sein Smartphone häufig entsperrt, dürfte mit einem langen Code schnell genervt sein. Leicht zu erratende Passwörter wie der Namen des Partners oder der Kinder sind zwar gut zu merken – aber aus Sicherheitsgründen fehl am Platz. Tipp für sichere und alltagstaugliche Passwörter: Verwenden Sie mindestens acht Zeichen (Zahlen, Buchstaben und Sonderzeichen) und mischen Sie Groß- und Kleinschreibung.

3. Muster: Beliebt, doch hinterlässt Spuren

Visuelle Muster stehen auf der Beliebtheitsskala der Entsperrmethoden weit oben: Der Nutzer "zeichnet" mit dem Finger ein geometrisches Muster auf das Display, indem er verschiedene Punkte in einer festgelegten Reihenfolge verbindet. Muster lassen sich viel besser einprägen als komplizierte Passwörter oder Zahlenfolgen. Außerdem geht die Eingabe im Vergleich zum Tippen leichter von der Hand. Allerdings hinterlassen häufig eingegebene Muster verräterische Spuren auf dem Touchpad, die Dritte erkennen können. Verwenden Sie daher komplexere Muster, die nicht einfach zu erraten sind – und reinigen sie das Display regelmäßig.

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Biometrische Verfahren

4. Fingerabdrucksensor: Praktisch und sicher

In modernen Smartphones stecken jede Menge Sensoren – darunter auch ein Fingerabdrucksensor. Dieser befindet sich je nach Modell unter dem Display, auf der Rückseite oder dem Home-Button. Der Sensor erkennt die individuelle Fingerstruktur und gibt den Bildschirm für das hinterlegte Profil frei. Diese schnelle und praktische Methode punktet im Alltag mit hoher Sicherheit: Einen Fingerabdrucksensor zu täuschen, ist zwar möglich, bedeutet für Diebe aber einen hohen Aufwand.

Unser Tipp: Nehmen Sie sich etwas Zeit für die Einrichtung, um das Feature alltagstauglich zu machen – sonst kann die Erkennung unter Umständen scheitern, etwa, wenn ein Finger feucht, verschmutzt oder verletzt ist. Am besten legen Sie mehrere Fingerprofile für die Touch-ID an, damit das Gerät Sie in unterschiedlichen Situationen erkennt. Ein kleiner Nachteil zeigt sich allerdings im Winter: Wer draußen in der Kälte unterwegs ist, muss seinen Handschuh ausziehen, um das Gerät per Fingerprint zu entsperren.

5. Gesichtserkennung besser mit 3D-Scan nutzen

Was zu Beginn des Handy-Zeitalters noch wie pure Science-Fiction klang, ist heute Wirklichkeit: Nutzer können ihr Smartphone per Gesichtserkennung entsperren – zumindest bei neueren Geräten der Mittel- oder Oberklasse. Dabei nimmt die Kamera ein Bild des Nutzers auf und gleicht es mit vorab hinterlegten Bilddaten ab.

Diese Entsperrmethode gilt als bequem, aber auch als unsicher. Einfache 2D-Gesichtserkennung per Selfie-Kamera lässt sich bereits durch Fotos täuschen. Auch schlechte Lichtverhältnisse können in der Praxis einen Strich durch die Rechnung machen. Zuverlässiger ist die 3D-Methode mit der Frontkamera, wie sie etwa Apple in neueren iPhones verwendet (ab iPhone X). Dabei werden die Tiefeninformationen des Gesichts per Infrarotsensor analysiert. Bärte, Brillen oder starkes Make-up sollten bei hochwertigen 3D-Scans kein Hindernis sein, 2D-Verfahren stoßen schneller an ihre Grenzen. Auch starke optische Veränderungen durch medizinische oder kosmetische Eingriffe können dazu führen, dass das Gerät seinen Besitzer nicht mehr "erkennt". Nutzer haben in solchen Fällen die Möglichkeit, die hinterlegten Referenzbilder zu erweitern oder zu aktualisieren. Apple empfiehlt die Gesichtserkennung außerdem nicht für Zwillinge und für Kinder unter 13 Jahren, deren Gesichtszüge sich noch stark verändern.

In Corona-Zeiten ist für Fans der Gesichtserkennung eine weitere Hürde hinzugekommen: die Gesichtsmaske. Wenn Mund und Nase bedeckt sind, wird es zum Beispiel beim mobilen Bezahlen mit dem Smartphone an der Supermarktkasse schwierig. Als Alternative können Nutzer mit einem Code entsperren. Apple-Kunden können ihr iPhone übrigens bald trotz bedecktem Gesicht per Face-ID entriegeln – wenn sie gleichzeitig eine Apple-Watch nutzen.

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Weiterer Tipp: Sie können unter "Alternatives Erscheinungsbild" weitere Personen hinterlegen, wie etwa den Partner oder Familienangehörige.

6. Iris-Scan – nichts für Brillenträger

Ähnlich wie beim Gesichts-Scan kommt hier die Kamera mit Infrarotsensor zum Einsatz. So kann das Smartphone die individuelle Beschaffenheit der Iris präzise zuordnen, selbst wenn schlechte Lichtverhältnisse herrschen. Geräte mit Iris-Scan kamen ab 2015 auf den Markt, besonders Samsungs Galaxy-Smartphones sind dafür bekannt. Das Verfahren ist durch Dritte schwer zu knacken, kommt ohne Berührung des Displays aus und funktioniert auch bei Maskenpflicht. Für Brillenträger ist die Methode allerdings wenig alltagstauglich, außerdem kann der Scanvorgang etwas dauern.

7. Stimmerkennung: "Sesam, öffne dich!"

Seltener ist das Entsperren per Stimmerkennung, bei dem der Nutzer einen vorher festgelegten Sprachbefehl ausspricht – ähnlich wie beim Aktivieren von Sprachassistenten. Die Methode ist jedoch überall dort unpraktisch, wo entweder viel Lärm herrscht oder nicht gesprochen werden sollte. Darüber hinaus können Stimmen imitiert und die Software getäuscht werden.

Weitere Methoden: Smart-Lock für Androiden

Android-Smartphones verfügen über die sogenannte Smart-Lock-Funktion – ein eher verstecktes Feature im Android-Kosmos. So kann das Smartphone in vielen Situationen automatisch entsperrt werden:

  • Trageerkennung: Das Smartphone ist entsperrt, solange der Nutzer es in der Hand hält. Unterwegs ist diese Funktion nicht zu empfehlen, da das Gerät nicht zwischen unterschiedlichen Personen unterscheiden kann.
  • Vertrauenswürdige Geräte: Wenn das Smartphone per Bluetooth mit bestimmten Geräten wie etwa einem Tablet oder Smart-TV verbunden ist, entsperrt es sich.
  • Vertrauenswürdige Orte: Das Smartphone wird an festgelegten Orten entriegelt, zum Beispiel in den eigenen vier Wänden. Dafür müssen die Ortungsdienste aktiviert sein.

Smart-Lock lässt sich in den Einstellungen unter Gerätesicherheit in der Option "Sichere Sperreinstellungen" einrichten.