5-10-40-Regel: Wichtige Vorschrift zur Risikostreuung von Fonds

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Das Wichtigste in Kürze

  • Die 5-10-40-Regel ist Teil einer EU-Richtlinie zu frei verkäuflichen Investmentfonds.
  • Fonds müssen in viele Wertpapiere investieren und ihre Risiken breit streuen .
  • Sie dürfen höchstens 10 Prozent des Fondsvermögens in Wertpapiere eines einzelnen Emittenten (zum Beispiel eines Unternehmens) anlegen.
  • Alle Investitionen von über 5 Prozent dürfen sich insgesamt auf höchstens 40 Prozent des Portfolios eines Fonds summieren.
  • Neben der Streuung sollten Anleger auch auf möglichst niedrige Kosten achten.

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Die 5-10-40-Regel ist Teil einer EU-Richtlinie zum Anlegerschutz

Um Anleger vor unüberschaubaren Risiken bei der Geldanlage zu schützen, hat die Europäische Union mit der OGAW-Richtlinie einen verbindlichen Rechtsrahmen für frei verkäufliche Investmentfonds geschaffen. OGAW ist die Abkürzung für „Organismus für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren“. Die englischsprachge Abkürzung lautet UCITS. Nur Fonds, die den OGAW-Regeln entsprechen, dürfen EU-weit frei vertrieben werden.

Die Richtlinie legt unter anderem fest, in welche Vermögenswerte Fonds investieren dürfen – zum Beispiel in Aktien, Anleihen oder andere Fonds. Sie beinhaltet aber noch zahlreiche weitere Vorschriften – etwa zur Transparenz, zur Liquidität der Fondsanteile und zur Diversifizierung. Eine der wichtigsten und bekanntesten Vorschriften zur Risikostreuung ist die 5-10-40-Regel.

Investmentfonds müssen ihre Anlagen breit streuen

Sie soll eine allzu große Konzentration der Investments verhindern, zum Beispiel auf Aktien eines einzelnen Unternehmens. Laut der 5-10-40-Regel dürfen nicht mehr als 10 Prozent des Fondsvermögens in Wertpapieren eines Herausgebers investiert werden. Alle Einzelpositionen von über 5 Prozent des Gesamtportfolios dürfen zusammengerechnet höchstens 40 Prozent des Fondsvolumens ausmachen.

Nach dieser Regel muss ein Investmentfonds rein rechnerisch mindestens 16 Werte enthalten – vier Werte zu je 10 Prozent des Fondvermögens und 12 Werte zu je 5 Prozent. In der Praxis schöpft kaum ein Investmentfonds diesen gesetzlichen Rahmen voll aus. Die meisten Fonds investieren viel mehr Einzelwerte.

Die breite Streuung des eingesetzten Kapitals dient dem Anlegerschutz. Je stärker ein einzelner Wert – zum Beispiel eine Aktie – im Gesamtportfolio gewichtet ist, desto stärker hängt die künftige Wertentwicklung des gesamten Fonds von diesem einen Wert ab. In einem breit gestreuten Fonds hat der Kurseinbruch eines einzelnen enthaltenen Wertes viel geringeren Einfluss auf die Wertentwicklung.

Günstige Indexfonds mit breiter Streuung auswählen

Neben einer breiten Streuung sollten Anleger bei ihren Geldanlagen auf möglichst niedrige Kosten achten. Bei aktiv verwalteten Investmentfonds sind Gebühren von bis zu zwei Prozent pro Jahr durchaus marktüblich. Das muss über die Rendite erst einmal wieder erwirtschaftet werden, bevor Anleger in der Gewinnzone landen.

Indexfonds – sogenannte ETFs – verzichten auf ein aktives Fondsmanagement. Sie bilden stattdessen einen großen Index eins zu eins nach. Dadurch kommen sie mit einem Bruchteil der Gebühren aus. Bei einem ETF auf den DAX sind beispielweise 0,1 bis 0,2 Prozent im Jahr üblich.

People Component Oliver Maier

Oliver Maier

Geschäftsführer Verivox Finanzvergleich GmbH

Die meisten aktiv gemanagten Fonds hinken ihren Vergleichsindex hinter. Passiv verwaltete Indexfonds (ETFs) sind außerdem günstiger und deshalb oft die bessere Wahl.

Die Wertentwicklung eines ETF hängt von seinem Vergleichsindex ab. Mit einem ETF auf den DAX streuen Anleger ihr Investment automatisch über die 30 größten deutschen Aktiengesellschaften. Eine noch breitere Streuung bieten ETFs, die die großen internationalen Indizes abbilden. Ein Indexfonds auf den MSCI World beispielweise streut das eingesetzte Kapital auf mehr als 1.600 Aktien aus 23 Ländern. Innerhalb Europas ist der Stoxx Europe 600 der Index mit der breitesten Streuung. Er umfasst 600 Aktien aus 18 Ländern.

Nur wenige aktiv verwaltete Fonds schneiden auf Dauer besser ab als der Gesamtmarkt, in dem sie investieren. Mit einem ETF haben Anleger also ebenso gute Renditeaussichten bei deutlich geringeren Kosten.