In der Vergangenheit spielte für die Berechnung von Versicherungsprämien auch das Geschlecht des Interessenten eine große Rolle. Weil Frauen durchschnittlich länger leben, mussten sie etwa höhere Kosten in der Lebensversicherung und in der Altersvorsorge schultern. Anders herum konnten sie in der Kfz-Versicherung sparen, gilt doch das weibliche Geschlecht als umsichtiger und verursacht statistisch gesehen weniger und zudem weniger schwere Unfälle als Männer.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. EU verordnet Unisex-Tarife
  3. Was Unisex-Tarife im Versicherungsbereich
  4. Bedeutung Unisex-Tarife
  5. Verwandte Themen
  6. Weiterführende Links
  7. Privathaftpflicht vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Da bei Unisex-Tarifen das versicherte Risiko von Mann und Frau nun gemittelt wird, mussten Frauen mit Mehrkosten bei der Kfz-Versicherung klarkommen.
  • In der privaten Krankenversicherung wurden die Prämien für Männer teurer und für Frauen günstiger.
  • Für Männer verteuert sich die private Rentenversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung.

EU verordnet Unisex-Tarife

Seit dem 21. Dezember 2012 ist dieses Vorgehen Geschichte. Von jetzt an sind Frauen und Männer auch vor der Versicherungsinstanz gleichgestellt. Denn der Europäische Gerichtshof hat im März 2011 die Berücksichtigung des Geschlechts als diskriminierend eingestuft und für rechtswidrig erklärt. Daher müssen Assekuranzen nun geschlechtsneutrale Unisex-Tarife anbieten.

Was Unisex-Tarife im Versicherungsbereich

Gleiche Leistung für gleiches Geld: Die Unisex-Tarife vereinheitlichen die Versicherungsprämien für Männer und Frauen. Im Klartext hatte dies zur Folge, dass einige Versicherungsnehmer mehr andere weniger zahlen mussten.

Bedeutung Unisex-Tarife

Kfz-Versicherung

In der Kfz-Versicherung profitierte das starke Geschlecht von Preisvorteilen. Sie mussten in der Vergangenheit aufgrund einer höheren Schadensbilanz tiefer in die Tasche greifen als Frauen. Da bei Unisex-Tarifen das versicherte Risiko von Mann und Frau nun gemittelt wird, mussten Frauen mit Mehrkosten klarkommen.

Private Krankenversicherung

In der privaten Krankenversicherung wurden die Prämien für Männer teurer und für Frauen günstiger. Männer mussten bisher geringere Beiträge zahlen, weil sie zum einen eine im Durchschnitt geringere Lebenserwartung haben und zum anderen seltener zum Arzt gehen. Im Gegenzug konnten Frauen mit sinkenden Kosten rechnen. Ähnliches gilt für Krankenzusatzversicherungen.

Private Rentenversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung

Im Bereich der privaten Vorsorge ergeben sich durch die Einführung der Unisex-Tarife ebenfalls Änderungen. Während Frauen im Vergleich zu Männern bisher mehr zahlten, ergeben sich für sie nun Beitragseinsparungen. Für Männer verteuert sich der Versicherungsschutz, auch wenn sie seltener berufsunfähig werden und für einen kürzeren Zeitraum eine Rente beziehen.

Risikolebensversicherung

Bisher waren die Prämien zur Risikolebensversicherung wegen der höheren Lebenserwartung für Frauen günstiger. Mit der gleichmäßigen Verteilung der Kosten auf beide Geschlechter wird es für sie teurer - für Männer hingegen etwas günstiger.

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