Zinskommentar: Neues Rekord-Tief – Kreditzinsen jetzt seit 5 Jahren auf Talfahrt

04.07.2019

Bildquelle: ©Adobe Stock/Text: Verivox

Heidelberg. Verivox recherchiert die aktuellen Tages- und Festgeldkonditionen von rund 800 Banken und Sparkassen sowie die Ratenkreditzinsen von rund 300 Geldinstituten. Das sind die größten tagesaktuellen Datenbanken in Deutschland.

Kommentar von Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH:

„Die Niedrigzinsphase ist längst zur Ära geworden. Angesichts schwacher Inflations- und Konjunkturdaten rückt die Zinswende in immer weitere Ferne.

Kreditzinsen so niedrig wie noch nie

Im Gegenteil: Saisonbereinigt sinken die Kreditzinsen seit 5 Jahren ununterbrochen. Seit Juni 2014 waren die durchschnittlichen Kreditzinsen jeden Monat niedriger als im jeweiligen Vorjahresmonat. In diesem Monat erreichten sie mit 4,52 Prozent ein neues Rekordtief. Das ist das Ergebnis einer Verivox-Auswertung der Ratenkreditkonditionen von rund 300 Banken und Sparkassen.

Kreditbedarf steigt, Zinskosten sinken

Profiteure dieser Entwicklung sind die deutschen Kreditnehmer. Sie können Konsumwünsche wie den Autokauf zu immer günstigeren Konditionen finanzieren. Verivox-Berechnungen zeigen: Trotz gestiegener Preise zahlen Verbraucher, die ihr Fahrzeug mit einem Kredit finanzieren, heute weniger Zinsen als vor fünf Jahren.

Für einen Neuwagen geben Verbraucher heute 2.800 Euro mehr aus als vor 5 Jahren. Die Gesamtkosten einer Finanzierung stiegen nur um 2.100 Euro. Denn auf den höheren Betrag zahlen Kreditnehmer fast 700 Euro weniger Zinsen.

Wer vor dem Kreditabschluss Angebote vergleicht, kann die Finanzierungskosten weiter reduzieren. Bei Top-Banken erhalten zwei Drittel aller Kunden den benötigten Kredit zum Effektivzins von 2,89 Prozent oder besser. Bei diesem Zinssatz sparen Autokäufer noch einmal rund 1.000 Euro im Vergleich zu einem durchschnittlich verzinsten Darlehen.

Sparer leiden – Inflationsausgleich mit 2-jährigem Festgeld möglich

Des Einen Freud ist des Anderen Leid – während Kreditnehmer vom anhaltenden Zinstief profitieren, stehen die privaten Sparer weiter im Regen. Tagesgeldeinlagen bringen aktuell nur noch homöopathische 0,05 Prozent Zinsen. 414 Banken zahlen überhaupt keine Zinsen mehr auf Tagesgeld. Auch die durchschnittlichen Zinsen für 2-jähriges Festgeld bewegen sich mit 0,26 Prozent weiterhin auf sehr niedrigem Niveau.

Umso wichtiger ist auch für Sparer der Anbietervergleich. Bei Top-Banken erhalten sie aktuell 0,8 Prozent Zinsen auf Tagesgeld. Bei einer Anlagesumme von 10.000 Euro bringt eine solche Verzinsung Erträge von 80 Euro im Jahr. Wer sein Geld 2 Jahre lang fest anlegt, kann bis zu 1,55 Prozent Zinsen einstreichen. Damit können Anleger immerhin die Inflation ausgleichen. Im Juni lag die Inflationsrate nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes bei 1,6 Prozent. Für das Gesamtjahr 2019 rechnet die Bundesbank mit 1,4 Prozent Teuerung.“

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