Verivox.de: Steigende Strompreise: Deutschland könnte 10 Milliarden Euro sparen

26.11.2008 | 09:16

Zum Jahreswechsel erhöhen erneut viele Stromversorger ihre Preise. Aktuell sind mehr als 14 Millionen Haushalte von den Erhöhungen um durchschnittlich 8,5 Prozent betroffen. Würden alle Kunden den günstigsten Stromtarif wählen, könnten in Deutschland etwa 10 Milliarden Euro pro Jahr eingespart werden.

Zum Jahreswechsel erhöhen erneut viele Stromversorger ihre Preise. Aktuell sind mehr als 14 Millionen Haushalte von den Erhöhungen um durchschnittlich 8,5 Prozent betroffen. Würden alle Kunden den günstigsten Stromtarif wählen, könnten in Deutschland etwa 10 Milliarden Euro pro Jahr eingespart werden.

Zum 1. Januar 2009 erhöhen 354 Stromversorger ihre Preise um durchschnittlich 8,5 Prozent. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 4000 kWh bedeutet dies zusätzliche Kosten von durchschnittlich 74 Euro pro Jahr. Von den Strompreiserhöhungen sind mehr als 14 Millionen Haushalte betroffen, auf die eine jährliche Mehrbelastung von mehr als 1 Milliarde Euro zukommt.

Diese zusätzlichen Kosten würden sich durch den Wechsel des Stromanbieters vermeiden lassen. Private Haushalte könnten dadurch mindestens 8 Milliarden Euro einsparen, die Gewerbekunden mindestens 1,7 Milliarden Euro. In der Summe ergibt dies eine deutschlandweite Ersparnis von ca. 10 Milliarden Euro.

Doch obwohl der deutsche Energiemarkt seit mehr als zehn Jahren liberalisiert ist, haben nur 17 Prozent der Kunden von der Möglichkeit des Stromanbieterwechsels Gebrauch gemacht. Aktuell befinden sich laut BDEW noch 38 Prozent der privaten Haushalte in den teuren Grundversorgungstarifen der örtlichen Versorgers.

Würden 14,8 Millionen private Haushalte von dem Grundversorgungstarif des örtlichen Stromversorgers zum günstigsten verfügbaren Anbieter wechseln, könnte jeder Haushalt durchschnittlich ca. 298 Euro pro Jahr sparen. In der Summe bedeutet dies eine jährliche Entlastung von mehr als 4,4 Milliarden Euro.

Über 17,5 Millionen Haushalte haben sich bereits für einen günstigeren Tarif des örtlichen Versorgers entschieden. Die jährliche Ersparnis zwischen dem günstigsten lokalen und dem besten alternativen Angebot beträgt durchschnittlich ca. 247 Euro pro Jahr. Bundesweit ergibt dies eine zusätzliche Einsparmöglichkeit von über 4,3 Milliarden Euro.

Würden nun alle Haushalte und Gewerbekunden mit einem Verbrauch bis 100.000 kWh in Deutschland zum günstigsten verfügbaren Stromtarif wechseln, wäre dies, laut dem unabhängigen Verbraucherportal Verivox (www.verivox.de), mit einer Gesamtersparnis von mehr als 10 Milliarden Euro verbunden.

Zur Analyse

1. Private Haushaltskunden:
Dem Vergleich liegen die Bruttozahlen eines durchschnittlichen Haushaltsverbrauches mit 3.500 kWh zu Grunde. Bekannte Preisänderungen wurden ebenfalls berücksichtigt.

2. Gewerbekunden:
Bei 15.000 kWh ist vom Grundversorgungstarif (GV) eine durchschnittliche Ersparnis von 395 Euro möglich. Beim besten lokalen Angebot (BL) ist die durchschnittliche Ersparnis 298 Euro (Zahlen netto ohne MwSt. bei Gewerbekunden). Von den 5,3 Mio Gewerbekunden in Deutschland befinden sich 43% im GV und 50% im BL. Das ergibt ein Einsparpotential von 789 Mio Euro für die BL-Kunden und 900 Mio für die GV-Kunden. Insgesamt 1,689 Mrd. Euro.

3. Grundannahmen (Quelle BDEW):
39 Mio private Haushalte werden in Deutschland mit Strom versorgt.
38% der privaten Haushalte in Deutschland haben Ihren Vertrag noch nicht gewechselt (14,8 Mio Haushalte).
45% der privaten Haushalte haben einen neuen Vertrag beim lokalen Versorger (17,5 Mio Haushalte) 17% der privaten Haushalte haben einen neuen Lieferanten (6,7 Mio Haushalte)

4. Annahme Verivox: Die 17% der Haushalte, die einen neuen Lieferanten haben, haben den günstigsten, möglichen Tarif.