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Tagesgeldzinsen aktuell oft höher als beim Festgeld: 13 Banken bieten 3 Prozent oder mehr

14.01.2026 | 08:29

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Heidelberg. Während die Tagesgeldzinsen im Marktdurchschnitt auf der Stelle treten, hat sich der Wettbewerb unter den Top-Anbietern rund um den Jahreswechsel deutlich verschärft. Aktuell werben 13 Kreditinstitute mit befristeten Aktionszinsen von 3 Prozent oder mehr um neue Kunden. Einige Tagesgeldangebote sind höher verzinst als die besten Festgeldangebote mit gleich langer Zinsfestschreibung. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Vergleichsportals Verivox.

Intensiver Wettbewerb um neue Kunden

Wer nach Tagesgeldangeboten mit hohen Zinsen Ausschau hält, kann aktuell aus dem Vollen schöpfen. An der Spitze des Marktes hat der Wettbewerb um Spargelder rund um den Jahreswechsel spürbar angezogen. Aktuell bieten insgesamt 13 Banken Neukundenzinsen in Höhe von 3 Prozent oder mehr. Anfang Dezember waren es lediglich sieben. Mit 3,2 Prozent bieten die französische Distingo Bank und der deutsche Einlagenvermittler Raisin derzeit die höchsten Tagesgeldzinsen im Markt.

Sparer sollten beachten, dass die hohen Zinsen bei Neukundenangeboten nur für einige Monate gültig sind. Danach greifen die meist deutlich niedrigeren Bestandskundenzinsen. "Von Aktionsangeboten mit befristeten Sonderkonditionen profitieren vor allem Sparer, die bereit sind, ihr Geld erneut umzuschichten, sobald die Neukundenzinsen ausgelaufen sind", sagt Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH. "Wer das nicht möchte, achtet beim Zinsvergleich am besten auf attraktive Bestandskundenzinsen."

Unter den deutschen Kreditinstituten bietet die Hamburger Varengold Bank mit 2,3 Prozent derzeit den höchsten Tagesgeldzins, der unbefristet und für alle Kunden gleichermaßen gilt.

Höhere Zinsen als Festgeld – bei gleich langer Zinsfestschreibung

Bei fast allen Neukundenangeboten werden die hohen Tagesgeldzinsen in den ersten Monaten garantiert. Ebenso wie sonst nur beim Festgeld gibt es für Sparer im vereinbarten Zeitraum also kein Zinsänderungsrisiko. Oft läuft die Zinsgarantie für drei oder vier Monate, es gibt aber auch Banken, bei denen die Neukundenkonditionen ein halbes Jahr lang gelten – zum Beispiel bei der Volkswagen Bank mit einem Neukundenzins von 2,9 Prozent.

Zum Vergleich: Für Festgelder mit sechs Monaten Laufzeit gibt es in der marktweiten Spitze aktuell nur 2,8 Prozent Zinsen. Unter den Banken mit deutschem Einlagenschutz ist das Ende der Fahnenstange bereits bei 2,4 Prozent erreicht.

"Einige Neukundenangebote beim Tagesgeld bieten aktuell ebenso hohe Zinssicherheit wie vergleichbare Festgelder, zugleich aber spürbar höhere Zinsen. Zudem können Sparer beim Tagesgeld jederzeit über ihr Geld verfügen, während sie bei einer Festgeldanlage für die Dauer der Laufzeit nicht auf ihre Ersparnisse zugreifen können", sagt Oliver Maier.

Bei Kombi-Angeboten genau hinschauen

Mitunter sind die attraktiven Neukundenkonditionen allerdings an weitere Bedingungen geknüpft: So läuft das Raisin-Angebot beispielsweise nach drei Monaten komplett aus und das Geld muss danach anderweitig angelegt werden. Bei einigen anderen Banken müssen Sparer zusätzlich zum Tagesgeld auch noch ein Wertpapierdepot oder ein Girokonto eröffnen, um in den Genuss der hohen Zinsen zu kommen.

So bietet beispielsweise die Deutsche Bank ihren Neukunden aktuell 2,5 Prozent Zinsen auf dem Tagesgeldkonto. Dafür verlangt Deutschlands größtes Geldhaus allerdings, dass Sparer auch ein kostenpflichtiges Girokonto eröffnen und zumindest einen Teil ihres Zahlungsverkehrs über dieses neue Konto laufen lassen. "Vor allem bei Kombi-Angeboten mit Girokonto sollten Sparer genau hinschauen", rät Oliver Maier. "Solche Angebote lohnen sich meist nur für Bankkunden, die ohnehin auf der Suche nach einem neuen Girokonto sind und es auch nach Auslaufen der Neukundenkonditionen weiterführen möchten."

Anders als bei einem Wertpapierdepot oder bei Tagesgeldkonten wird die Eröffnung eines Girokontos in der Regel an die Schufa gemeldet. "Allzu häufige Kontowechsel und -kündigungen können sich negativ auf die Kreditwürdigkeit auswirken", erklärt Oliver Maier. "Für ein paar Zehntelprozentpunkte mehr Zinsen sollten Tagesgeldanleger das nicht in Kauf nehmen – zumal es genug Alternativangebote gibt, bei denen kein Girokontoabschluss nötig ist."

Im Marktdurchschnitt treten die Zinsen auf der Stelle

Der intensive Wettbewerb um Neukunden steht in auffälligem Kontrast zur Zinsentwicklung im Marktdurchschnitt. Bundesweit verfügbare Tagesgeldangebote bringen im Schnitt aktuell 1,28 Prozent. Damit liegen sie auf demselben Niveau wie bereits Anfang Dezember. Auch bei den regionalen Kreditinstituten haben sich die Zinsen seitdem nicht verändert: Mit 0,37 Prozent bei den Sparkassen und 0,42 Prozent bei regionalen Genossenschaftsbanken wie den örtlichen Volks- und Raiffeisenbanken liegen die Durchschnittszinsen hier noch einmal wesentlich niedriger als bei den überregionalen Banken.

Methodik

Für die Analyse hat Verivox die aktuellen Tagesgeldgeldzinsen von mehr als 800 Banken und Sparkassen ausgewertet. Berücksichtigt wurden sämtliche Geldhäuser, die ihre Konditionen frei zugänglich im Internet veröffentlichen. Ausgewertet wurden die Konditionen für eine Anlagesumme von 10.000 Euro. In die Berechnung der Durchschnittszinsen fließen ausschließlich die regulären Bestandskundenkonditionen der Kreditinstitute ein. Befristete Aktionszinsen, die nur für Neukunden oder neu angelegtes Geld gültig sind, bleiben bei der Durchschnittszinsberechnung außen vor.

Auswertungsstand ist der 09.01.2026

Zinsdaten zum Download (Excel)