Studie zum deutschen Strommarkt veröffentlicht

28.09.2004 | 14:52

Heidelberg - Mit der ersten Studie über den deutschen Strommarkt von Verivox und Kirschbaum Consulting kommt endlich Transparenz in einen bislang undurchschaubaren Markt. Angebot und Nachfrage wurden auf der Basis von umfangreichem Datenmaterial aufbereitet und analysiert.

Für über 800 Anbieter und Verteilnetzbetreiber werden Allgemeine Tarife, günstige Alternativen und die Nutzungsentgelte ausgewertet. "Mit dieser Studie wollen wir die Entwicklung der bisherigen Liberalisierung, den Status Quo und die Grundlagen für zukünftige Einschätzungen liefern", so Peter Floyd Reese, Marketingchef der Verivox GmbH. Fazit der umfangreichen Studie: In weiten Teilen Deutschlands gibt es keinen fairen und transparenten Wettbewerb. "Aber mit nur wenigen Veränderungen kann sich der deutsche Strommarkt zu einem echten Wettbewerbsmarkt wandeln", so Mitherausgeber Jörg von Kirschbaum.

"Die Strom-Branche ist in Bewegung", so die Herausgeber der Stromstudie 2004, "aber es gab bislang keine verlässlichen Daten." Die Stromstudie schafft hier Abhilfe, "denn", so der Geschäftsführer der Kirschbaum Consulting, "ein liberalisierter Markt braucht neben fairen Spielregeln vor allem Transparenz." Auch wenn der Wille der Verbraucher gross ist, den Anbieter zu wechseln, so erschweren Verzögerungstaktiken oft den Wechsel zu einem günstigeren Anbieter. Andererseits gibt es in einigen Regionen keine echten Alternativen, weil durch zu hohe Netznutzungsentgelte neue Anbieter vom Markt fern gehalten wurden.

Die Stromstudie geht aber nicht nur auf die Anbieter ein, sondern analysiert auch sehr genau das Kundenverhalten. "Wir waren überrascht von dem wechselwilligen Prototypen", gestehen die Branchenkenner von Verivox. "Erwartet haben wir den smarten jungen Internet affinen Single, aber nach genauer Analyse sind Familien die grösste Wechselgruppe." Deutlich wird dabei, dass wirtschaftliche Gründe nach wie vor der Hauptgrund für den Wechsel zu einem günstigeren Anbieter sind. Vier von fünf Verbrauchern wechseln vor allem wegen der Preisvorteile.

Doch die Anbieter befriedigen diese Nachfrage im Markt nur unzureichend "Natürlich haben viele Anbieter alle Hände voll zu tun, die Auflagen der EU für mehr Wettbewerb fristgerecht umzusetzen. Trotzdem haben nicht wenige Anbieter ihre Phantasie darauf verwendet, wie defensive Netzentgelte definiert und Wechselvorgänge behindert werden können, statt für die kundengerechte Entwicklung von Produkt und Service", so Jörg von Kirschbaum. Die Forderung der Branchenkenner: Eine starke Regulierungsbehörde, die Netznutzungsentgelte festlegt und Vorgaben für die faire Kooperation zwischen den Anbietern macht.