Strompreise rauf, Kosten runter – wie viel Verbraucher sparen können

16.10.2017 | 10:21

Heidelberg. Die Ökostromumlage ist in fünf Jahren um 90 Prozent gestiegen und wird mit 6,78 Cent pro Kilowattstunde auch im kommenden Jahr ein Viertel der gesamten Stromrechnung ausmachen. Doch wer sich regelmäßig um einen günstigen Stromanbieter gekümmert hat, konnte der Umlage trotzen und deutlich mehr Geld sparen, wie die Tarifexperten von Verivox vorrechnen.

Wer sich noch nie um einen günstigeren Stromanbieter gekümmert hat, wird zu den Preisen des Standardtarifs des örtlichen Grundversorgers beliefert. Dieser Tarif ist sehr teuer, kann aber jederzeit gekündigt werden. Ein Drei-Personen-Haushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 4.000 kWh, der so beliefert wird, hat im bundesdeutschen Durchschnitt in den letzten fünf Jahren insgesamt 6.040 Euro bezahlt. Wer sich hingegen jedes Jahr ein wenig Zeit nimmt, um einen günstigeren Stromanbieter zu suchen und online zu wechseln, hat im gleichen Zeitraum nur 4.120 Euro für Strom bezahlt. Das entspricht einer Einsparung von 1.920 Euro.

„Trotz dieser Einsparmöglichkeiten verharrt ein Drittel der Haushalte in Deutschland immer noch in der teuren Grundversorgung“, beobachtet der Energieexperte Mathias Köster-Niechziol. „Immer wieder wird die Sorge laut, dass durch den Anbieterwechsel für eine Weile der Strom abgestellt werden könnte. Dabei ist die unterbrechungsfreie Stromversorgung gesetzlich garantiert.“

Verbraucher verschenken über 9 Milliarden Euro pro Jahr

Laut dem Monitoringbericht der Bundesnetzagentur beziehen 32 Prozent der Haushalte Strom zu den Bedingungen der Grundversorgung vom örtlichen Anbieter. 43 Prozent beziehen einen Sondertarif des örtlichen Grundversorgers. Würden all diese Verbraucher zum günstigsten Anbieter wechseln, könnten pro Jahr über 9 Milliarden Euro eingespart werden.