Sparpotenziale bei Strom und Gas variieren bundesweit deutlich

22.04.2008 | 14:40

Heidelberg, 22. April 2008. Das unabhängige Verbraucherportal Verivox.de hat die durch einen Wechsel des Strom- oder Gasanbieters zu erreichenden Einsparpotenziale deutschlandweit untersucht. Es hat sich gezeigt, dass die Sparpotenziale in beiden Segmenten im Bundesgebiet stark variieren.

Bei der Untersuchung wurde ein jährlicher Stromverbrauch von 4000 Kilowattstunden (kWh) herangezogen. Für Gas wurde das durch den Anbieterwechsel zu erreichende Einsparpotenzial auf der Grundlage eines Jahresverbrauchs von 20.000 kWh bei einer Leistung von 15 kW berechnet.
In einem Drittel der Postleitzahlenbereiche kann man durch einen Wechsel zwischen 50 und 100 Euro sparen, wohingegen im Großteil des Bundesgebietes Angebote zur Verfügung stehen, die den Stromabnehmern ein Sparpotenzial von bis zu 300 Euro im Jahr bieten. Nur in zwei Postleitzahlengebieten ist ein Stromanbieterwechsel nicht lohnenswert, da die Preise in der Grundversorgung bereits das beste verfügbare Angebot darstellen.
Verbraucher, die sich im bayrischen Kipfenberg zu einem Stromanbieterwechsel entschließen, können im Jahr eine Ersparnis von etwa 221 Euro erzielen. Stromabnehmer in Völklingen können sich ebenfalls über das durch einen Anbieterwechsel zu erzielende Einsparpotenzial freuen, denn die Ersparnis liegt auch hier bei 220 Euro.
Auch im schwäbischen Aalen können die Stromkunden ihren Geldbeutel entlasten: Ein Wechsel aus der Grundversorgung zum günstigsten verfügbaren Anbieter ermöglicht eine Ersparnis von rund 219 Euro im Jahr.
Die Übersichtskarte macht deutlich, dass die größten Einsparpotenziale durch einen Anbieterwechsel im nördlichen Sachsen-Anhalt sowie in weiten Teilen Hessens bestehen; hier können die wechselwilligen Stromverbraucher häufig über 175 Euro sparen. Weniger erfreulich stellen sich die Einsparpotenziale für Stromabnehmer im östlichen Bayern sowie in weiten Teilen Schleswig-Holsteins dar. Hier liegt die mit einem Anbieterwechsel zu erreichende Ersparnis bei maximal 100 Euro.
 
 
Betrachtet man die Einsparpotenziale im Segment Gas, wird deutlich, dass der Wettbewerb unter den Gasanbietern bei weitem nicht mit den auf dem Strommarkt existierenden Bewegungen zu vergleichen ist. Dementsprechend zeigt sich, dass in zahlreichen Regionen Deutschlands das durch einen Wechsel vom besten lokalen zum günstigsten verfügbaren Tarif zu erreichende Einsparpotenzial nicht sehr groß ist. Dennoch lohnt es sich in vielen Regionen, die verfügbaren Gastarife zu vergleichen, um mit einem Wechsel Geld zu sparen. Auf der Nordseeinsel Sylt können Gaskunden mit einem Wechsel in den günstigsten verfügbaren Tarif knapp 260 Euro im Jahr einsparen. Auch in der Stadt Fulda und der näheren Umgebung können die Gasverbraucher durch einen Vertragsabschluss mit dem günstigsten Gasanbieter das volle Einsparpotenzial nutzen: Im Vergleich zum besten lokalen Anbieter zahlt man hier satte 227 Euro weniger im Jahr, wenn man den günstigsten verfügbaren Anbieter als Gaslieferanten wählt. Auch die Einwohner der Stadt Worms können durch einen Wechsel des Tarifs oder des Anbieters ihren Geldbeutel entlasten: Die Ersparnis liegt in der rheinland-pfälzischen Stadt immer noch bei knapp 190 Euro im Jahr.
 
Global gesehen zeigt sich, dass die Einsparpotenziale für Gasabnehmer bei einem Anbieterwechsel in Schleswig-Holstein, in großen Teilen Hessens sowie im östlichen Teil Sachsens am höchsten sind. Auch im äußersten Süden Baden-Württembergs ist ein Anbieterwechsel lohnenswert.
 
Die Heidelberger Energieexperten raten Verbrauchern zu einem kostenlosen Strom- und Gaspreisvergleich. Der Vergleich dauert nur wenige Sekunden und kann mehrere hundert Euro pro Jahr sparen. Am einfachsten geht dies mithilfe der letzten Strom- oder Gasabrechnung, aus der man den Jahresverbrauch und den aktuellen Tarif ablesen kann. So kann man schnell feststellen, ob sich ein Tarif- oder Anbieterwechsel lohnt.
"Der Anbieterwechsel ist absolut einfach und risikofrei", informiert Thomas Stollberger, Chefredakteur bei Verivox.de. "Da die Belieferung gesetzlich geregelt ist, kann es bei einem Anbieterwechsel niemals zu einer Unterbrechung der Strom- oder Gasversorgung kommen. Für den Wechsel muss der Verbraucher lediglich einen Vertrag ausfüllen. Alles weitere, beispielsweise die Kündigung beim alten Versorger, erledigt der neue Anbieter",  so Stollberger weiter.