So sparen Hausbesitzer bis zu 62.000 Euro beim laufenden Baukredit

13.10.2020 | 08:26

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Heidelberg. Im anhaltenden Zinstief sind auch Immobilienkredite immer günstiger geworden. Davon profitieren nicht nur Bauherren und Eigenheimerwerber. Eine Modellrechnung des Vergleichsportals Verivox zeigt, wie Hausbesitzer mit laufendem Baukredit bis zu 62.000 Euro sparen können.

Verbraucher haben nach 10 Jahren ein Sonderkündigungsrecht

Wer vor 10 Jahren einen Immobilienkredit abschloss, hatte gute Gründe, sich den Zinssatz über einen langen Zeitraum zu sichern. Schließlich waren die Bauzinsen zuvor zwei Jahre lang immer weiter gesunken. Das Zinsniveau schien äußerst günstig. Tatsächlich aber zahlen Verbraucher für ein Immobiliendarlehen heute nur noch einen Bruchteil der Zinsen.

Die gute Nachricht: „Verbraucher dürfen ihren Baukredit nach 10 Jahren kündigen und zurückzahlen – unabhängig von der vereinbarten Zinsbindungsfrist und ohne Extra-Kosten“, sagt Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH. „Die Hausbesitzer können dadurch zu einer Bank mit einem günstigeren Kredit wechseln.“ Die Kündigungsfrist beträgt 6 Monate. Nach 10 Jahren und 6 Monaten können Verbraucher ihren alten Kredit also ablösen.

55.000 Euro Ersparnis durch günstige Anschlussfinanzierung

Verivox-Berechnungen zeigen, wie sehr sich dieses Sonderkündigungsrecht für Verbraucher auszahlen kann. Laut Bundesbank-Statistik zahlten Darlehensnehmer für einen Baukredit vor 10 Jahren im Durchschnitt 3,59 Prozent Zinsen. Wer zu diesen Konditionen 250.000 Euro aufgenommen hat und 1.000 Euro für die monatliche Rate zahlt, muss heute noch etwa 210.000 Euro (exakt: 209.774 Euro) abbezahlen.

Eine Anschlussfinanzierung in dieser Höhe erhält die Mehrheit der Kunden bei günstigen Banken heute zum Effektivzins von 0,47 Prozent. Damit sparen Kreditnehmer gut 55.000 Euro Zinskosten – allein bis zum Ende der ursprünglichen 20-jährigen Zinsbindungsfrist.

Mit jährlichen Sondertilgungen knapp 7.000 Euro sparen

Wer freie Finanzmittel in die Tilgung des Baukredits investiert, kann noch mehr sparen. Wer den Jahresbonus oder das 13. Monatsgehalt in die Rückzahlung des Kredits investiert, ist schneller schuldenfrei und zahlt weniger Zinsen. „Viele Darlehensverträge erlauben jährliche Sondertilgungen außer der Reihe“, sagt Oliver Maier. „Bis zu 5 Prozent der ursprünglichen Darlehenssumme sind marktüblich, ohne dass dieses Plus an Flexibilität negativen Einfluss auf den angebotenen Zinssatz hat.“

In seiner Modellrechnung hat Verivox die Kosten für eine weitere Finanzierungsvariante ermittelt: Zusätzlich zur Umschuldung nach 10,5 Jahren zahlen Kreditnehmer hier von Beginn an 2.500 pro Jahr als Sondertilgung an die Bank zurück – in 20 Jahren insgesamt 50.000 Euro. Am Ende der Laufzeit haben Sie 56.875 Euro weniger Schulden als ohne Sondertilgungen. Sie haben also fast 7.000 Euro Zinsen gespart. Im Vergleich zur teuersten Variante, in der der alte Kredit volle 20 Jahre weiterläuft, beträgt die Gesamtersparnis über 62.000 Euro.

Heutige Zinsen für die Zukunft sichern – mit einem Forward-Darlehen

Auch Verbraucher, die erst in einigen Jahren eine Anschlussfinanzierung brauchen, können sich dafür heute schon niedrige Zinsen sichern – mit einem Forward-Darlehen. Hier wird der Zinssatz für die Anschlussfinanzierung bis zu 5 Jahre im Voraus mit der Bank vereinbart. Weil das für die Bank ein Risiko ist, verlangt sie bei längeren Vorlaufzeiten einen Zinsaufschlag.

Ob sich ein Forward-Darlehen lohnt, hängt deshalb von der künftigen Zinsentwicklung ab. Wenn die Zinsen so niedrig wie heute bleiben oder sogar sinken, zahlen Kreditnehmer drauf. Steigen die Zinsen, macht sich das Forward-Darlehen bezahlt. „In jedem Fall bietet ein Forward-Darlehen Planungssicherheit“, sagt Oliver Maier. „Verbraucher können sich langfristig niedrige Zinsen sichern und haben das Thema für sich geregelt.“ Bis zu 12 Monate im Voraus gibt es die Anschlussfinanzierung aktuell ohne Zinsaufschlag.