Smartphone statt Festnetz-Internet rechnet sich nicht
07.07.2026 | 09:00
Bildquelle: ©iStockPhoto / Text: Verivox
Heidelberg. Wer auf einen festen Internetanschluss verzichtet und stattdessen nur übers Mobilfunknetz online geht, zahlt oft drauf – bei vergleichbarer Leistung sind die Kosten sogar fast doppelt so hoch. Hinzu kommt: Ohne Festnetz fehlt auch das WLAN. Der mobile Datenbedarf wächst dadurch erheblich; auch der organisatorische Aufwand steigt. Das zeigt eine aktuelle Marktanalyse des Vergleichsportals Verivox.
Vergleichbare mobile Flatrates sind fast doppelt so teuer
Die Verivox-Analyse zeigt: Ein günstiger fester Internetanschluss kostet derzeit in den ersten beiden Jahren rund 18 Euro im Monat. Die aktuell preiswerteste unlimitierte Handy-Flatrate gibt es ebenfalls für rund 18 Euro, allerdings nur mit einer Download-Geschwindigkeit von 15 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Das ist erheblich weniger als der heutige Standard-Speed von rund 100 Mbit/s im Festnetz; hochauflösendes Streaming und andere datenintensive Anwendungen sind damit nur bedingt möglich. Wer im Mobilfunk ähnliche Bandbreiten wie im Festnetz möchte, zahlt mit rund 32 Euro im Monat fast das Doppelte.
"Mobilfunkanschlüsse können feste Internetanschlüsse nur bedingt ersetzen", erläutert Jörg Schamberg, Telekommunikationsexperte bei Verivox. "Das WLAN eines Festnetzanschlusses ist heute der digitale Hotspot des gesamten Haushalts: Dort können sich alle mobilen Geräte einloggen, ohne Datenkosten in den Handytarifen zu verursachen. Ohne WLAN-Netze würde der mobile Datenbedarf massiv steigen."
Festnetz-WLAN ist meist Anschlussbasis für weitere Geräte
In vielen Haushalten sind Smartphone oder Laptop nicht die einzigen internetfähigen Geräte. Auch Smart TVs, Drucker oder Scanner sind üblicherweise im WLAN eingeloggt: Ist zum Beispiel der Fernseher nicht mit dem Internet verbunden, können keine Inhalte gestreamt werden. Alternativ lassen sich die Geräte auch über ein HDMI-Kabel, einen Hotspot am Handy oder einen mobilen Router koppeln – dies ist umständlich und kann weitere Kosten verursachen.
"Nicht nur Streaming, auch das Hochladen von Videos und anderen großen Dateien verbraucht viel Datenvolumen", sagt Schamberg. "Im Handynetz können dadurch ohne Flatrate hohe Zusatzkosten entstehen. Umgekehrt gilt: Wer regelmäßig in einem WLAN eingeloggt ist, benötigt nur wenig mobiles Datenvolumen. So können mit einem festen Internetanschluss oft alle Handytarife eines Haushalts geringer dimensioniert werden."
Auch mobile Router sind kein dauerhafter Festnetz-Ersatz
Anders als die überwiegende Zahl der festen Internetanschlüsse werden Handytarife ohne echte Flatrate (und damit weit über 90 Prozent des Marktes) bei Erreichen des gebuchten Datenvolumens massiv gedrosselt. Das gilt auch für Tarife mit mobilen Routern wie dem GigaCube oder der Speedbox. Solche Angebote passen zum Beispiel für die Nutzung in der Gartenhütte oder dem Camper. Als dauerhafter Festnetz-Ersatz eignen sie sich hingegen kaum, auch wegen der hohen Kosten.
Stationäres Internet ist also meist die beste Wahl. Wichtig zu wissen: Es gibt oft große Preisunterschiede zwischen den ersten 24 Monaten und dem Zeitraum danach. Häufig erhöhen sich die monatlichen Kosten nach zwei Jahren um 30 oder 40 Prozent – zumeist wegen auslaufender Rabatte und Boni. Deshalb empfiehlt es sich, nach der Mindestlaufzeit einen Wechsel zu prüfen.
Methodik
Die im Folgenden genannten Tarife wurden am 03.06.2026 online abgerufen. Aus den drei günstigsten Internettarifen wurde ein Mittelwert gebildet.
Günstigste unlimitierte Handy-Flatrate (ohne Pflicht zum Nachbuchen): Sim4me, Allnet Unlimited 5G Smart O2 Aktion, Effektivpreis 18,40 Euro im Monat (15 Mbit/s).
Günstigste unlimitierte Handy-Flatrate mit vergleichbarem Speed: O2 Mobile Unlimited M, Effektivpreis 31,65 Euro im Monat (100 Mbit/s).
Günstigster Glasfasertarif: Pyur Pure Speed 250, Effektivpreis 17,07 Euro im Monat (250 Mbit/s).
Günstigster Kabel-Internettarif: Vodafone GigaZuhause 150 Kabel, Effektivpreis 19,57 Euro im Monat (150 Mbit/s).
Günstigster DSL-Tarif: Telekom MagentaZuhause M, Effektivpreis 17,28 Euro (50 Mbit/s).
Zeitlich befristete Aktionen, etwa im Vorfeld der Fußball-WM, sind nicht berücksichtigt. Ab dem 25. Monat können die Preise abweichen.