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Preissteigerungen in der Kfz-Versicherung sind vorbei: Haftpflicht drei Prozent günstiger als im Vorjahr

19.08.2026 | 08:01

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Heidelberg. In den vergangenen drei Jahren sind die Preise für die Kfz-Versicherung stark gestiegen. Nun sinken die Preise erstmals wieder. Aktuell ist die Kfz-Haftpflichtversicherung drei Prozent günstiger als im Vorjahr. Über alle Versicherungsarten hinweg haben sich die Preise weitestgehend stabilisiert und liegen mit 1,3 Prozent nur noch marginal über dem Vorjahr. Das zeigt der Kfz-Versicherungsindex von Verivox.

Preise erreichen ein Plateau

Die Zeiten massiver Preissteigerungen in der Kfz-Versicherung gehören der Vergangenheit an: Über alle Versicherungsarten hinweg liegen die Preise im Mittel gerade einmal 1,3 Prozent über dem Vorjahr. In der Kfz-Haftpflicht senken die Versicherer die Preise erstmals seit der Coronakrise wieder. Angebote aus dem mittleren Preissegment liegen aktuell drei Prozent unter dem Vorjahr. In der als Sorgenkind geltenden Vollkasko-Versicherung setzen die Anbieter 2,5 Prozent Preissteigerungen um, die Teilkasko hat mit nur 0,1 Prozent Steigerung ein Plateau erreicht.

"Für die Kfz-Versicherer war der Sanierungskurs der letzten Jahre erfolgreich", sagt Aljoscha Ziller, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH. "Aber die aktuelle Preisstabilität steht auf wackligen Beinen. Die Reparaturkosten steigen weiter, die Versicherer haben keinen allzu großen Puffer aufgebaut und müssen im Falle stark steigender Kosten selbst wieder die Preise erhöhen. Fürs erste sind die Prämienerhöhungen aber vorbei."

Tarife 53 Prozent teurer als 2022

Für Autofahrer sind die aktuellen Entlastungen allerdings eine gute Nachricht. Sie mussten in den Jahren seit 2023 massive und flächendeckende Preissteigerungen hinnehmen. Über alle Versicherungsarten hinweg sind die Tarife heute im Mittel 52,8 Prozent teurer als 2022 – dem Jahr vor der ersten Preisrunde.

Auf Seiten der Kfz-Versicherer waren die Preissteigerungen dringend notwendig. Aufgrund erheblich gestiegener Reparaturkosten und des plötzlichen Wiederanstiegs der Schadenhäufigkeit nach Ende der Coronabeschränkungen waren deren Bilanzen defizitär.

33 Prozent Sparpotenzial

In die kommende Wechselsaison gehen die Versicherer mit unterschiedlichen Strategien. "Viele Versicherer sind noch mehr als vor den defizitären Jahren darauf bedacht, Prämien streng am individuellen Schadensrisiko eines Kunden auszurichten, um so auskömmliche Überschüsse zu erwirtschaften", sagt Aljoscha Ziller. "Andere rechnen hier großzügiger und wollen mit günstigen Preisen ihren Kundenstamm erweitern. Mit einem gründlichen Vergleich können Autofahrer ein für sie günstiges Angebot finden und so vom aktuellen Preisplateau profitieren."

Über alle Versicherungsarten hinweg liegen günstige Kfz-Versicherungen 32,5 Prozent unter Angeboten aus dem mittleren Preissegment. Bei der Teilkaskoversicherung sind 32,8 Prozent Ersparnis möglich, bei der Vollkasko 32,5 Prozent und bei der Haftpflichtversicherung 31,9 Prozent.

Kfz-Versicherungsindex: Methodik

Verivox berechnet den Kfz-Versicherungsindex gemeinsam mit dem Statistik-Experten Professor Wolfgang Bischof von der Technischen Hochschule Augsburg. "Durch das statistische Verfahren stellen wir sicher, dass der Kfz-Versicherungsindex die tatsächlichen Preisänderungen auf dem Autoversicherungsmarkt abbildet. Veränderungen in der Kundenstruktur oder der Nachfrage haben – anders als bei Durchschnittsberechnungen – keinen Einfluss aufs Ergebnis", sagt Wolfgang Bischof. In die Auswertung flossen anonymisiert die Nutzerberechnungen bei Verivox vom 1. bis zum 30. Juni 2026 sowie für den gleichen Zeitraum 2025 und 2022 ein. Das statistische Modell zeigt die Preisentwicklung für Versicherungswechsler.