Internet auf der Kreuzfahrt: Ein teures Vergnügen

Heidelberg. Internet auf hoher See ist teuer – und kann eine Kreuzfahrt schnell um 100 bis 200 Euro verteuern. Um kein Loch in die Urlaubskasse zu reißen, sollten sich Kreuzfahrttouristen vorab informieren. Das unabhängige Verbraucherportal Verivox nennt Preise und Optionen verschiedener Kreuzfahrtgesellschaften und gibt Tipps, um die hohen Surf-Kosten einzugrenzen.

27.05.2015

Bild: Frau in Hängematte am Strand Bild: ©Dmitry Ersler/fotolia.com / Text: Verivox

Eine Stunde imn Bordnetz ist so teuer wie ein ganzer Monat zu Hause

Minutenpreise von bis zu 50 Cent sind auf einem Kreuzfahrtschiff keine Seltenheit. Wer beim Surfen die Zeit vergisst, zahlt nach einer halben Stunde schon rund 15 Euro. Zwar bieten fast alle Reedereien verschiedene Internetoptionen an. Allerdings muss der Urlauber auch da tief in die Tasche greifen: Eine Stunde gibt es für knapp 20 Euro, eine Tagesoption kostet etwa 60 Euro und die komplette Woche liegt schnell bei 160 Euro. Zusätzlich kann noch eine Registrierungsgebühr anfallen.

Hohe Kosten auch für Gelegenheitsnutzer

Die Nutzung des bordeigenen WLAN-Netzes ist bei älteren Schiffen bisweilen nur in öffentlichen Bereichen möglich. Als Alternative können die schiffseigenen stationären Rechner dienen. In jedem Fall summieren sich die Kosten auch bei nur gelegentlicher Nutzung: Wenn jemand fünf Nachrichten per Messenger versendet, einmal am Tag bei Facebook vorbeischaut und zweimal pro Woche eine halbe Stunde im Netz surft, verteuert das eine 14-tägige Kreuzfahrt um zirka 75 Euro. Dieser Rechnung zugrunde gelegt wurden zwei Stundenpakete (je 18,50 Euro) und 75 Einheiten zum Minutenpreis von 50 Cent. Doch je nach Reiseroute gibt es durchaus Sparpotenziale.

Sparpotenzial: EU-Roaming in Küstennähe nutzen

„In Küstennähe können Urlauber oft auf nationale Funknetze zugreifen, die im Vergleich zu den Schiffsnetzen meist erheblich günstiger sind“, sagt Sven Ehrmann, Telekommunikationsexperte und Mitglied der Geschäftsleitung bei Verivox. Über den regulierten Euro-Tarif würden Kunden für das oben genannte Profil nicht 75 Euro, sondern lediglich 75 Cent zahlen. Eine weitere Alternative sind WLAN-Hotspots, die etwa in Cafés auf einem Landgang kostenlos genutzt werden können. Außerdem bieten einige Kreuzfahrtgesellschaften beispielsweise für Stammkunden oder bei hochpreisigen Buchungen Vergünstigungen an.

Herausforderungen des Internets auf hoher See

„Die hohen Minutenpreise an Bord begründen sich durch die aufwändige Infrastruktur“, sagt Ehrmann. „Auf hoher See werden Satellitenverbindungen genutzt, die zum einen teurer sind, aber auch deutlich anfälliger als kabelgebundene Netze an Land.“ Die Netzqualität ist nicht nur abhängig vom Wetter, sondern auch von der jeweiligen  Schiffsposition. Doch die Erwartungshaltung der Urlauber steigt: „Ein Kreuzfahrtschiff ist ein schwimmendes Hotel, und in bezahlten Unterkünften erwarten Reisende heute einen kostenfreien und stabilen Internetzugang“, sagt Ehrmann. Der Anfang scheint gemacht: Zumindest eine der großen Kreuzfahrtgesellschaften stellt WLAN bereits kostenlos zur Verfügung.

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