Gesetzliche Krankenversicherung: 14 Prozent der Versicherten ziehen Wechsel in Erwägung

18.12.2014 | 13:55

Heidelberg - 14 Prozent der Versicherten in den gesetzlichen Krankenkassen halten es für wahrscheinlich, in den kommenden 12 Monaten ihren Anbieter zu wechseln. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des unabhängigen Verbraucherportals Verivox, die das Marktforschungsinstitut YouGov durchgeführt hat.

Aktuell gibt es laut Statistik des Bundesgesundheitsministeriums 70,6 Millionen gesetzlich Krankenversicherte. „Hochgerechnet mit den Zahlen der Umfrage ergibt sich vermutlich ein Potenzial von 10,1 Millionen Wechslern“, sagt Wolfgang Schütz, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH.

Aktuelle Gesetzesänderungen sind bei rund 40 Prozent der Versicherten noch nicht bekannt

Ab dem 1. Januar können die Krankenkassen den Zusatzbeitrag selbst festlegen. Dieser liegt bei den Anbietern, die ihn bisher bekannt gegeben haben, zwischen 0,0 und 1,2 Prozent. Er kommt zu dem allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent hinzu. 40 Prozent der gesetzlich versicherten Umfrageteilnehmer gaben jedoch an, dass sie die Gesetzesänderungen nicht kennen.

Bisher liegt der Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung einheitlich bei 15,5 Prozent. Einige Krankenkassen zahlten ihren Versicherten einen Teil der Beiträge als Prämie zurück. „Weil die Anbieter den Zusatzbeitrag nun selbst festlegen, steht der Preiswettbewerb stärker im Fokus als bisher“, sagt Wolfgang Schütz.

Ersparnis häufigster Wechselgrund

Die Beitragsersparnis wäre laut Umfrage mit 59 Prozent der wichtigste Antrieb gesetzlich Versicherter für einen möglichen Wechsel. Doch auch für bessere Leistungen – zum Beispiel bei Präventionskursen, Impfungen oder Homöopathie – wären 50 Prozent der Befragten zu einem Krankenkassenwechsel bereit. Immerhin 28 Prozent könnten sich vorstellen, für ein verbessertes Bonusprogramm, das unter anderem sportliche Aktivitäten belohnt, einen neuen Anbieter zu wählen. Weniger wichtig erscheint beim Wechsel der Ruf der Krankenkasse oder die Mitgliedschaft von Freunden und Verwandten bei dem neuen Anbieter.

Wer über 49.500 Euro verdient, kann ab Januar mit einem Wechsel zu einer günstigeren Krankenversicherung bis zu 594 Euro im Jahr sparen. So groß ist die Beitragsdifferenz zwischen Krankenkassen mit 1,2 und 0,0 Prozent Zusatzbeitrag. Vor dem Hintergrund des Sparpotenzials wurden die gesetzlich versicherten Umfrageteilnehmer danach befragt, für wie wahrscheinlich sie den Wechsel halten. Insgesamt 14 Prozent antworteten mit „sehr wahrscheinlich“ oder „eher wahrscheinlich“.

Zur Umfrage

Alle Umfragedaten sind von der YouGov Deutschland AG bereitgestellt. An der Befragung nahmen 1.034 Erwachsene teil, hiervon gaben 891 Erwachsene an, gesetzlich krankenversichert zu sein. Die Erhebung fand zwischen dem 10. und dem 12. Dezember 2014 statt. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für alle 1.034 Erwachsene (Alter 18+).