Gaspreissenkungen halten an, Strompreise steigen weiter

20.05.2009 | 12:42

Heidelberg - Verivox hat ermittelt, dass 168 Gasversorger Preissenkungen von durchschnittlich 10 Prozent zum 1. Juni und 1. Juli angekündigt haben. Im selben Zeitraum erhöhen 10 Stromanbieter die Preise um durchschnittlich 6 Prozent.

Die Gaspreise sinken weiter

Der Trend sinkender Gaspreise hält weiter an. Die angekündigten Preisänderungen würden einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 20.000 kWh um 144 Euro entlasten, wenn der Preis für das ganze Jahr gelten würde. Im Sommer ist der Gasverbrauch allerdings niedrig. Während der letzten Heizperiode hatten die Gasversorger die Preise um bis zu 27 Prozent erhöht. Verivox geht von einem weiteren Rückgang der Gaspreise von 11 bis 12 Prozent im 3. Quartal 2009 aus.

Die Strompreise steigen

In den nächsten beiden Monaten haben 10 Stromversorger Preiserhöhungen von durchschnittlich 6 Prozent angekündigt. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 4000 kWh bedeutet dies eine jährliche Mehrbelastung von 57 Euro. Trotz gesunkener Großhandelspreise haben nur 3 Grundversorger Preissenkungen von durchschnittlich 4 Prozent angekündigt. Die meisten Stromversorger verweisen darauf, dass der Strom für längere Zeit im Voraus eingekauft wird und sinkende Preise erst zeitverzögert weitergegeben werden könnten.

Der Wettbewerb ist schneller

Durch den Wettbewerb auf dem Energiemarkt werden die gesunkenen Rohstoffkosten schneller an die Verbraucher weitergegeben. Diese Entwicklung wird deutlich, wenn die Preise der alten Grundversorger und der neuen Anbieter verglichen werden. Während die angestammten Gasversorger die Preise für Privatkunden bis April dieses Jahres um durchschnittlich 15 Prozent abgesenkt haben, sanken die Preise der neuen Gasanbieter um durchschnittlich 17 Prozent. Noch deutlicher ist diese Konstellation auf dem Strommarkt. Die alten Grundversorger haben im selben Zeitraum die Preise für Privatkunden um durchschnittlich 4 Prozent erhöht (Grundversorgung). Die neuen Stromanbieter haben ihre Preise gleichzeitig um 2 Prozent abgesenkt (ohne Vorauskasse).

"Anstatt auf angemessene Preissenkungen des alten Grundversorgers zu warten, sollten Verbraucher die zahlreichen Angebote im Markt vergleichen und zu günstigeren Anbietern wechseln.", sagt Peter Reese, Leiter Energiewirtschaft bei Verivox.

Methodik

Die Verivox-Gasmarktanalyse gleicht die Entwicklung des Rohölpreises (Brent) sowie Heizölpreises mit unterschiedlichen Vertragskonstellationen der Endkundenversorger und dem seit Jahren aufgebauten Verivox-Preisindex ab. Diese Analyse hat auch ergeben, dass die für 1. Juni und 1. Juli angekündigten Preissenkungen durchschnittlich bei nur 7 Prozent liegen, wenn die Preise nach Haushalten gewichtet werden.