Zahl der Banken in Deutschland sinkt weiter

08.02.2020

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Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Kreditinstitute in Deutschland erneut gesunken. Laut einer Untersuchung der Beratungsfirma Barkow Consulting, über die unter anderem das Handelsblatt berichtet, gab es Ende 2019 bundesweit 1.534 Banken und Sparkassen in Deutschland – 3,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Schrumpfkurs nahm 2019 wieder etwas Fahrt auf

Im Jahr 2018 hatte sich der Konsolidierungsprozess verglichen mit dem Vorjahr etwas verlangsamt. Am Jahresende gab es in Deutschland noch 1.583 Geldhäuser. Das waren nur 2,9 Prozent weniger als Ende 2017. Im letzten Jahr habe der seit Beginn der Statistik im Jahr 1957 anhaltende Schrumpfungsprozess nun wieder etwas Fahrt aufgenommen.

„Der seit Jahrzehnten ungebrochene Konsolidierungstrend im deutschen Bankensektor wird immer wieder von zyklischen Ausschlägen überlagert“, so Wolfgang Schnorr von Barkow Consulting. Nach einem vorläufigen Höhepunkt im Jahr 2017, als die Zahl der Banken den Angaben zufolge um 4,7 Prozent zurückgegangen war, habe sich das Konsolidierungstempo 2018 und 2019 besonders im Sparkassen- und Genossenschaftssektor wieder deutlich abgeschwächt.

„Eine derartige Atempause ist angesichts des hohen und zeitintensiven Integrationsaufwands bei Zusammenschlüssen und Übernahmen von Banken durchaus plausibel“, sagt Schnorr. Die Notwendigkeit zur weiteren Konsolidierung im deutschen Bankgewerbe dürfte dem Experten zufolge jedoch sogar spürbar gestiegen sein.

Stärkster Rückgang im genossenschaftlichen Sektor

Nachdem die Zahl der Privatbanken in Deutschland 2018 noch leicht gestiegen war, verringerte sie sich im vergangenen Jahr um 3 Prozent. Der genossenschaftliche Sektor, zu dem etwa die Volks- und Raiffeisenbanken sowie die Sparda- und PSD-Banken gehören, schrumpfte mit einem Minus von 3,8 Prozent am stärksten. Bei den Sparkassen sank die Zahl der Institute laut Barkow nur um 1,6 Prozent.

Trotz des Brexits ging auch die Zahl der ausländischen Banken in Deutschland 2019 offenbar deutlich zurück. Im Zusammenhang mit dem EU-Austritt Großbritanniens hatten einige Fachleute damit gerechnet, dass zahlreiche dort ansässige Banken, künftig auch Niederlassungen in Deutschland aufbauen würden. Diese Erwartung scheint sich nicht bestätigt zu haben.

„Die erhoffte Dynamik bei der Zahl ausländischer Institute hat sich bislang nicht in der Statistik niedergeschlagen“, sagt Till Krueger, Datenspezialist bei Barkow Consuklting. „Diese Entwicklung ist durchaus für den Einen oder Anderen überraschend und dürfte den hohen Erwartungen mit Blick auf den Finanzplatz Deutschland vielleicht einen Dämpfer versetzen.“ Allerdings sei es laut Krueger auch möglich, dass sich die entsprechenden Anträge noch zeitverzögert in der Bankenstatistik auswirken werden.