WLAN im Flugzeug: Was sollten Verbraucher wissen?

Heidelberg - Immer online sein ohne Grenzen – die Smartphone-Nutzung macht Internet zum ständigen Begleiter. Das gilt auch fürs Flugzeug: Moderne Satelliten- und Funkstandards machen es möglich. Auf jedem vierten Flug weltweit* können Passagiere das Internet nutzen – jedoch sollten Reisende nicht erwarten, dass es so wie am Boden funktioniert. Die Tarifexperten von Verivox zeigen, wo Fluggäste bei Verfügbarkeit, Leistung und Service Abstriche machen müssen.

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Bild: Mit Snartphone im Flugzeug Bild: ©chinnarach / Adobe Stock / Text: Verivox

Lückenhafte Versorgung

Grundsätzlich ist die Internetversorgung an Bord abhängig von der Fluggesellschaft, dem Flugzeugtyp sowie der gebuchten Strecke. Billigfluglinien verzichten fast komplett auf WLAN, Langstrecken sind meist besser versorgt als Kurzstrecken. Eine flugübergreifende Tarifstruktur sei „in Planung“, schreibt etwa die deutsche Traditionslinie Lufthansa auf ihrer Internetseite. Üblicherweise müssen Verbraucher das Erreichen der Reiseflughöhe abwarten, um sich ins Netz einzuloggen. Eine übergreifende Verbindung vom Gate ins Flugzeug, über Start und Landung hinweg, wäre deutlich komfortabler. Bislang bieten nur einzelne Linien wie Qatar Airways diesen Service.

Komplizierte Tarifstruktur

Die Airlines dürfen Preise und Konditionen für die WLAN-Nutzung selbst festlegen; das Bordnetz unterliegt keiner Regulierung. Einige Gesellschaften informieren auf ihren Websites über verfügbare Datenpakete, andere erst an Bord des Flugzeugs. Zwei Tarifbeispiele:

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„Die unübersichtliche und heterogene Tarifstruktur erinnert an den Start des mobilen Internets ‚am Boden‘: Über viele Jahre gab es sowohl zeit- als auch volumenbasierte Tarife, bis die ersten Flatrates Einzug hielten“, sagt Christian Schiele, Bereichsleiter Telekommunikation bei Verivox. „Auch das Angebot im Flugzeug wird sich mit fortschreitender Nutzerzahl deutlich vereinfachen – und günstiger werden.“

Um nicht versehentlich eine teure Satellitenverbindung aufzubauen, sollten Handys im Flugmodus verbleiben. WLAN kann separat angeschaltet werden.

Surfen im Blindflug

Beim Surfen im Flieger ist die erreichbare Geschwindigkeit häufig nicht ausgewiesen. Verbraucher wissen dann nicht, ob zum Beispiel datenintensives Streaming tatsächlich realisierbar ist. Ein weiteres Problem: Kunden erhalten an Bord oftmals keine Informationen darüber, welche Menge des gebuchten Datenvolumens noch übrig ist.

Hinzu kommt: Die im Flieger verfügbare Geschwindigkeit muss mit allen anderen Passagieren, die online gehen, geteilt werden. Das Internet der Lufthansa erreicht bis zu 15 Megabit pro Sekunde, die meisten Fluggesellschaften liegen jedoch deutlich darunter. Da bleibt unterm Strich nicht viel für den Einzelnen übrig. In Zukunft sollen Bandbreiten von 75 Mbit/s und mehr erreicht werden. Zum Vergleich: Mobiles Internet am Boden ermöglicht Geschwindigkeiten von bis zu 500 Mbit/s, stationäres sogar bis zu 1000 Mbit/s.

Ready for Take-off: WLAN im Flugzeug wird abheben

Christian Schiele erwartet für die nächsten Jahre deutlich höhere Standards für die Internetnutzung im Flugzeug: „Unterbrechungsfreies Surfen ist für Verbraucher heute selbstverständlich und wird auch auf Reisen erwartet – nicht nur von Geschäftskunden. Die Airlines wissen das – und nicht nur sie sehen den Milliardenmarkt: Zuletzt wurde die Absicht des Online-Giganten Google bekannt, sich als Internetausrüster für Flugzeuge einzukaufen“, sagt Schiele. „Wir werden auch in Deutschland kostenlose Surftarife im Flieger erleben, und es wird Werbung ausgespielt werden – fast wie am Boden.“

Zur Methodik: Untersucht wurden im Juni 2018 WLAN-Angebote für Passagierflüge der 20 am häufigsten von deutschen Flughäfen startenden Airlines (laut DLR-Global Aviation Monitor, März 2018) sowie weiterer internationaler Gesellschaften. Datenbasis sind Angaben der Airlines sowie eigene Recherchen.

* Quelle: Deloitte TMT Predictions 2017

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