Warum sollten Autofahrer eine "Rettungskarte" im Fahrzeug haben?

Stuttgart – In den vergangenen Jahren ist das Autofahren immer sicherer geworden – dank neuer Technologien, hochwertiger Werkstoffe und modernste Fahrzeugtechnik. Doch gleichzeitig wird dadurch die Rettung und Bergung von Verletzen bei einem Unfall verzögert, weiß die Prüforganisation Dekra.

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Bild: Unfall Bild: ©Stefan Körber/fotolia.com / Text: dpa/tmn

Denn der Einsatz technischer Neuerungen im Fahrzeugbau erschwert manchmal die schnelle Rettung der Verletzten nach einem schweren Verkehrsunfall und stellt beispielsweise die Feuerwehr vor zum Teil enorme Herausforderungen, erklärt die Prüforganisation.

Viele offene Fragen der Retter am Einsatzort

Wo befinden sich die Batterie und der Kraftstofftank? Wo kann man an der Karosserie den Spreizer und die Schere ansetzen? Welche Vorsichtsmaßnahmen sind notwendig, um Airbags nicht nachträglich auszulösen? Das sind Fragen, die Rettungskräfte an der Unfallstelle nicht immer sofort und eindeutig beantworten können.

"Aber auch wegen alternativer Antriebskonzepte und Kraftstoffe müssen die Feuerwehren ihre Einsatztaktik anpassen", sagt Dekra-Unfallforscher Markus Egelhaaf. Um trotzdem eine schnelle Rettung sicherzustellen, haben die Fahrzeughersteller gemeinsam mit Feuerwehren und Notfallmedizinern das Schema für fahrzeugspezifische Informationskarten entwickelt.

Sichtbarer Hinweis auf Rettungskarte

Praktisch alle Autohersteller bieten mittlerweile die standardisierten Rettungsdatenblätter an. "Auf diesen Karten sind sämtliche relevanten technischen Fahrzeugbestandteile sowie geeignete Ansatzstellen für Rettungsgeräte verzeichnet", erklärt Egelhaaf. Über das Fahrzeugkennzeichen können Feuerwehrleitstellen das richtige Rettungsdatenblatt abrufen und den Einsatzkräften vor Ort übermitteln.

Da noch nicht alle Leitstellen mit dieser Technik ausgestattet sind, empfiehlt der Dekra-Experte, die Rettungskarte farbig ausgedruckt an der Sonnenblende des Fahrers mitzuführen und außerdem mithilfe eines Aufklebers in der Ecke der Windschutzscheibe links oben oder links unten darauf hinzuweisen, dass die benötigten Informationen an Bord sind.

Rettungskarten und Aufkleber kann man auf den Websites von Fahrzeugherstellern kostenlos herunterladen. Einige Sachverständigen-Organisationen und Automobilclubs stellen auf ihren Seiten die direkten Links zu den meisten Herstellern zur Verfügung und bieten kostenlose Hinweisaufkleber an.

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