Von Prepaid bis Debit: Diese Kreditkarten gibt es

11.01.2017

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: dpa/tmn

Berlin/Düsseldorf - Egal ob zum alltäglichen Einkauf, im Ausland oder im Netz: Kreditkarten sind einfach praktisch. Welche unterschiedlichen Kartentypen es gibt – und wie sie funktionieren.

Gut jeder dritte Deutsche bezahlt am liebsten mit der Karte, Tendenz steigend. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Allensbach-Instituts für Demoskopie. Ohne Kreditkarte wären viele vermutlich aufgeschmissen – insbesondere auf Reisen. Die Kreditkarte ist eine wichtige Ergänzung der Reisekasse, da Urlauber nie auf nur ein Zahlungsmittel setzen sollten. Auch wer viel im Internet einkauft, braucht dafür häufig auch eine Kreditkarte. Doch wer sich eine Kreditkarte anschaffen möchte, sollte vorher einige Dinge beachten.

Kreditkarten für jeden Nutzertyp

Kreditkarten werden von Banken vergeben, sind aber nicht unbedingt an ein Girokonto gebunden. Das bedeutet: Kunden können sich einen Anbieter suchen, der günstiger ist als ihre Hausbank. Gelegenheitsnutzer können hier auf eine preiswerte Kreditkarte ohne Zusatzleistungen setzen. Vielnutzer wählen eine Karte am besten danach, welche Leistung sie am häufigsten in Anspruch nehmen. Denn dann könnten sie mit ihrer Karte beispielsweise Flugmeilen sammeln, beim Tanken sparen oder von bestimmten Versicherungen profitieren. Verbraucher sollten jedoch auf die damit verbundenen Kosten achten, also welche Jahresgebühr anfällt, was eine Bargeldabhebung kostet und was für die Kartennutzung außerhalb der Euroländer berechnet wird.

Das wesentliche Merkmal einer Kreditkarte: Anders als bei eine Girocard werden die Umsätze gesammelt und meist nur einmal im Monat abgebucht. "Der Kunde profitiert also von einem Zahlungsaufschub", erklärt Anne van Dülmen vom Bundesverband deutscher Banken. Am meisten verbreitet in Deutschland sind ihren Angaben zufolge die Kreditkarten der Firmen MasterCard und Visa, gefolgt von American Express und Diners. Die Firmen vergeben verschiedene Kreditkarten-Typen – die sich deutlich darin unterscheiden, wie der Anbieter die Kartenumsätze abrechnet.

Das sind die gängigen Kartentypen

  • Charge Card: Bei der in Deutschland am stärksten verbreiteten Charge Card werden die Umsätze einmal im Monat abgerechnet und per Lastschrift vom Girokonto eingezogen. Kreditzinsen fallen während des Zahlungsaufschubs nicht an.
  • Debit Card: Bei der Debit Card werden alle Umsätze noch am selben Tag gebucht, und es fallen Zinsen an. Die Buchung erfolgt auf ein Kreditkartenkonto oder auf ein Girokonto, an das die Kreditkarte angebunden ist. Kreditkarten in der reinen Form der Debit Card sind in Deutschland eher selten.
  • Credit Card: Vorsicht ist beim Karten-Typ Credit Card angebracht. Hier wird – anders als bei Charge und Debit Card – lediglich ein Teilbetrag vom Konto abgebucht; etwa nur 5 oder 25 Prozent der eigentlich fälligen Summe. Für den Betrag, den der Kunde nicht ausgleicht, müssen Verbraucher Kreditzinsen zahlen. Diese werden jeweils monatlich mit der nächsten Abrechnung eingefordert. Mit jeder weiteren Buchung über die Karte erhöht sich sofort die Kreditsumme. Unaufmerksame Kartenbesitzer können hier schnell in einen teuren Dauerkredit rutschen. Die Credit Cards vergeben einen sich erneuernden (engl. revolving) Kredit – deshalb sind sie auch als Revolving Cards bekannt.

Prepaid-Kreditkarte für Kinder und Jugendliche

Hier ist für Verbraucher Vorsicht geboten: Einige Anbieter verstecken in ihren Verträgen, dass es sich um eine revolvierende Kreditkarte handelt. Kunden müssten die Bedingungen also sehr genau lesen. Wer schon eine solche Karte hat, sollte versuchen, zum Monatsende stets alle Gesamtbeträge auszugleichen, empfiehlt er. Es ist nämlich ohne weiteres möglich, mehr als den vertraglich vereinbarten Kreditbetrag zurückzuzahlen.

Weniger gefährlich erscheinen da Prepaid-Karten. Sie eignen sich für Kinder und Jugendliche, die im Ausland unterwegs sind. Eltern können von zu Hause Geld auf die Karten laden, falls das Guthaben nicht ausreicht. Prepaid-Kreditkarten seien aber auch geeignet für Freiberufler und Selbstständige – etwa wenn sie keine klassische Kreditkarte bekommen, weil der Anbieter einen regelmäßigen Geldeingang in bestimmter Höhe verlangt. Meist fragt die Firma der Prepaid-Kreditkarten auch nicht bei der Auskunftei Schufa an, bevor sie die Karte vergibt.

Der Begriff Prepaid täuscht jedoch, denn der Kunde rechnet nicht damit, dass er ins Minus rutschen kann. Einige Banken schreiben aber in ihren Geschäftsbedingungen, dass etwa Jahresgebühren zu einem Minus führen können. Verbraucher sollten bei ihrer Bank nachfragen. Zudem überraschen manche Prepaid-Karten mit einer Inaktivitätsgebühr. Der Kunde muss sie zahlen, wenn die Karte zu lange ungenutzt bleibt.

Verbrauchern, die mithilfe der Kreditkarte einen richtigen Kredit erhalten möchten, sollten über andere Darlehenstypen nachdenken. Denn sind Kredite über Kreditkarten sehr teuer.  Günstigere Varianten können etwa ein Raten- oder Rahmenkredit sein.