UN-Sonderberichterstatter: Klimawandel bedroht Menschenrechte und Demokratie

27.06.2019

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Genf - Der UN-Sonderberichterstatter für extreme Armut und Menschenrechte Philip Alston hat am 25.06. seinen Bericht zu Klimawandel und Armut veröffentlicht. Der Bericht stellt fest, dass die ärmsten Menschen am wenigsten zum Klimawandel beitragen, aber am meisten darunter zu leiden haben. Diese Entwicklung gehe mit vielfältigen Bedrohungen der Menschenrechte und der Demokratie einher. Es wird eine "Klima-Apartheid" befürchtet.

Selbst im Falle des mittlerweile unrealistischen Klimawandel-Szenarios, das eine Erwärmung von nur 1,5 Grad Celsius bis 2100 annimmt, werden hunderte Millionen von Menschen von Nahrungsunsicherheit, Verarmung und Vertreibung betroffen sein. Bis 2030 könnten mehr als 120 Millionen Menschen unter die Armutsschwelle gedrückt werden.

Rückschritt für die Menschheit

„Der Klimawandel droht, die Errungenschaften der letzten 50 Jahre in den Bereichen Entwicklung, globale Gesundheit und Armutsbekämpfung rückgängig zu machen“, sagt Philip Alston.

Regierungen und Menschenrechtsorganisationen würden das Thema Klimawandel immer noch nicht mit der notwendigen Dringlichkeit behandeln. Dabei seien die Bedrohungen, die damit für Demokratie und Menschenrechte einhergehen, noch kaum verstanden. Die Rechte auf Leben, Nahrung, Wohnung und Wasser werden dramatisch eingeschränkt, die politischen Rechte sind in solchen Notzeiten äußerst verwundbar.

Privatwirtschaftliche Lösungen führen zu mehr Ungleichheit

Die Lösungen für diese Krisen sollten nicht im privaten Wirtschaftssektor gesucht werden. Gewinnorientierte Bemühungen würden massive Menschrechtsverletzungen garantieren, weil nur die Reichsten versorgt und die Ärmsten zurückgelassen werden. „Wenn mit dem Klimawandel wirtschaftsfreundliche Regelungen und weitreichende Privatisierungen gerechtfertigt werden, wird die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen und die Erderwärmung eher beschleunigt als verhindert werden“, sagt Alston.